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Göttingen Warnstreik in Göttingen: Pädagogen legen Arbeit nieder
Die Region Göttingen Warnstreik in Göttingen: Pädagogen legen Arbeit nieder
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15:54 11.02.2019
Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor dem Göttinger Bahnhof vor der Fahrt zur zentralen Kundgebung in Hannover. Quelle: hinzmann_c
Göttingen

Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ruft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag Sozialpädagogen und angestellte Lehrer in Niedersachsen zum Warnstreik auf. Etwa 30 bis 45 Schulen in Braunschweig, Wolfsburg, Nienburg, Hannover, Osterode, Göttingen, Stade und Osnabrück sind nach Angaben der GEW von den Arbeitsniederlegungen betroffen.

Die Gewerkschaften fordern für die Angestellten der Länder sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat in allen Entgeltgruppen und -stufen, eine Laufzeit von zwölf Monaten und die Übertragung der Ergebnisse auf alle Beamten. Eine weitere Forderung ist die sofortige Beendigung der „Zwangsteilzeit“ für pädagogische und therapeutische Fachkräfte an Förderschulen und in der Inklusion. Die Gewerkschaften verweisen auf sprudelnde Steuereinnahmen. Die Länder wiesen die Forderungen bisher als überzogen zurück.

In zentralen Fragen gab es noch keine Annäherung. Am 28. Februar sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Kundgebung in Göttingen

In Göttingen hielten am Montagmorgen etwa 40 Beschäftigte an Schulen in der Region vor dem Göttinger Bahnhof eine Kurzdemonstration für höhere Löhne ab. Danach fuhren sie gemeinsam zur zentralen Kundgebung nach Hannover.

An der Aktion beteiligten sich unter anderem Beschäftigte der Berufsbildenden Schulen Göttingen, des Hainberg-Gymnasiums, der Heinrich-Böll-Schule, des Felix-Klein-Gymnasiums, der IGS Göttingen und des Felix-Klein-Gymnasiums, teilte Elke Moeken von der GEW-Kreisverwaltung mit. Die meisten Streikenden sind an Schulen als Sozialarbeiter und Sonderpädagogen beschäftigt.

Die Basis-Forderung in Höhe von 200 Euro in allen Entgeltgruppen und -stufen sei „ein Zugeständnis an die vielen prekär Beschäftigten, für die eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent wegen ihrer niedrigen Löhne kaum etwas bringe, erklärte Norbert Tietze, Streikkoordinator und Regionalbeauftragter für die GEW in Südniedersachsen. Die Beschäftigten im Land verdienten mittlerweile bis zu 140 Euro pro Monat weniger als in den Kommunen.

Zentrale Kundgebung in Hannover

Die zentrale Streikkundgebung fand ab 14 Uhr auf dem Kröpcke in Hannover statt. Hauptrednerin war die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Sie verlangte mehr Geld für die Bildung: „Die Bundesländer müssen jetzt dringend einsehen, dass die guten Leistungen ihrer Beschäftigten echte Wertschätzung in Euro und Cent erfordern. Ansonsten wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen.“ Darüber hinaus forderte Pooth das Land Niedersachsen auf, den möglichen Tarifabschluss auf die Beamten zu übertragen.

Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Verhandlungen für den öffentlichen Dienst, von denen nach Gewerkschaftsangaben etwa 2,3 Millionen Beschäftigte betroffen sind. Insgesamt beteiligten sich um die 600 Sozialpädagogen und angestellte Lehrer an dem landesweiten Warnstreik, teilte die Gewerkschaft am Nachmittag mit.„Wir fordern die Arbeitgeber auf, endlich ein Angebot vorzulegen - sonst kommen wir wieder“, sagte GEW-Sprecher Rüdiger Heitefaut.

20000 Angestellte betroffen

In Niedersachsen sind nach Gewerkschaftsangaben etwa 20000 Tarifbeschäftigte in Schulen angestellt (Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Pädagogische und Therapeutische Fachkräfte und Schulassistenten).

Weitere Warnstreik-Aktionen der GEW in Niedersachsen gab es unter anderem in Braunschweig, Göttingen, Osterode, Wolfsburg, Peine, Stadt und Region Hannover, Uelzen, Stade, Oldenburg, Osnabrück, Aurich und Nienburg.

Ende des Monats sei mit weiteren Streiks an Schulen zu rechnen, so die GEW.

Von Matthias Heinzel mit RND/dpa

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