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Göttingen Warum streiten Israel und Palästina?
Die Region Göttingen Warum streiten Israel und Palästina?
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20:43 10.06.2011
Erklären den Besuchern der Kinder-Uni den Nahost-Konflikt: Puppen Simon und Amina. Quelle: Vetter
Göttingen

Die Sozialwissenschaftlerin Nicole Witte machte klar: „Dieser Streit in Israel und Palästina ist wichtig für uns alle. Auch die Chefbosse, wie Frau Merkel und Herr Obama, interessieren sich dafür.“ Auf der Weltkarte zeigte die 41-Jährige die Lage der Länder und erläuterte deren geschichtliche Probleme. „Die Juden bekamen das Land schon vor langer Zeit versprochen, aber die Palästinenser haben die vergangenen Generationen dort gelebt. Deshalb haben beide Recht, wenn sie sagen: Das ist unser Land.“
Unterstützt wurde Witte vom Puppenspieler Christoph Buchfink. Das jüdische Kind Simon und die Palästinensertochter Amina machten den Konflikt deutlich. Doch selbst bei einer Zweistaatenlösung würden nicht alle Probleme gelöst, erklärt Witte. „Auch wenn zwei Geschwister, die sich oft streiten, jeder ein eigenes Zimmer bekommt, treffen sie sich noch in der Küche, die wichtig für beide ist.“ Die Küche im nahen Osten sei Jerusalem, erläutert die 41-Jährige. Denn dort stünden jüdische und muslimische Heiligtümer auf engstem Raum. „Da man die Streithähne nicht trennen kann, ist es wichtig, dass die Menschen aufhören zu streiten und anfangen miteinander zu reden“, so Witte. Denn nur wenn man einander zuhöre und verstehe, könnten Konflikte gelöst werden - im Großen wie im Kleinen.
Das Thema Streit war für Michelle nicht unbekannt. „Ich kabbele mich häufig mit meinem Bruder“, gibt die Neunjährige freimütig zu. In Zukunft werde sie aber versuchen, mehr über Probleme zu reden, verspricht die Duderstädterin. Leon gibt zu, dass er das Thema ein bisschen schwierig fand. „Aber ich habe viel Neues gelernt“, erzählt der Neunjährige. Dem kann Carolin nur zustimmen. „Bei uns in der Schule sind mehrere Mädchen, die immer ein Kopftuch tragen. Ich habe mir schon gedacht, dass die vielleicht aus einem anderen Land kommen, aber jetzt kenne ich den Grund für das Tuch“, freut sich die Neunjährige. Auch Alec ist das Kopftuch bei Mitschülerinnen schon aufgefallen. „Die sind Muslime und sprechen auch ein bisschen arabisch“, hat der Neunjährige gelernt. „Jetzt kann ich ja auch ,Hallo‘ auf arabisch sagen und kann die Mädchen vielleicht mal auf arabisch begrüßen.“
Von Marina Engler

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