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Göttingen Weender Freibad: Sportausschuss gibt grünes Licht für neues Konzept
Die Region Göttingen Weender Freibad: Sportausschuss gibt grünes Licht für neues Konzept
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00:19 17.03.2013
Eisige Zeiten im Weender Freibad: Ob das Votum des Sportausschusses einen neuen Frühling ermöglicht, ist umstritten. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Dabei hatten sich Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) und Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH zuvor alle Mühe gegeben, das überarbeitete Konzept zur Gestaltung des Freibades anzupreisen, das einen Weiterbetrieb in verkleinerter Form vorsieht. Meyer verwies darauf, dass zu Anfang sogar eine Schließung des Bades geplant gewesen sei. Frey betonte, gegenüber dem zunächst vorgelegten Verwaltungskonzept habe der nun überarbeitete Entwurf viele Wünsche des Fördervereins aufgenommen. Die Wasserfläche (derzeit knapp 2000) sei von 1000 auf knapp 1200 Quadratmeter angehoben worden, die Schwimmbahnen (derzeit 50 Meter) würden von 25 auf 33,33 Meter verlängert.

Attraktiv gestalteter Freizeitbereich

Ein Strand, ein kleiner Strömungskanal und Rutschen sollen laut Konzept vor allem für Kinder attraktiv sein. Das unbeheizte Naturbad soll in der Woche erst ab 13 Uhr geöffnet sein, Frühschwimmen könnte durch den Förderverein ermöglicht werden. Ein attraktiv gestalteter Freizeitbereich soll ganzjährig begehbar sein. Allerdings ist keine Sprungmöglichkeit vorgesehen – zu teuer, zumal an der Stelle das Wasser viel tiefer sein muss, sagt die Verwaltung.

Kostenrahmen

Die hat zugleich einen Kostenrahmen gesteckt: Höchstens 1,8 Millionen an Investitionen, wobei 300 000 Euro durch den Verkauf eines südlichen Teilstücks des Freibad-Geländes wieder hereinkommen sollen. Außerdem ist ein maximaler jährlicher Zuschuss von 100 000 Euro vorgesehen, und der Förderverein soll in erheblicher Weise helfen, die Betriebskosten zu senken. Weil die Differenz zu den Investitionskosten mit Sprungmöglichkeit bei 400 000 Euro liegt, forderten CDU, FDP und Förderverein, die Verwaltung möge doch weiter mit dem Förderverein verhandeln, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Viele Weender und Fördervereinsvertreter machten deutlich, dass sie einen Sprungturm als attraktives Angebot für Jugendliche eigentlich für unverzichtbar halten. Eberhard Gramsch als Vorsitzender des Fördervereins betonte, es habe noch keine ausreichenden Verhandlungen gegeben. Der Förderverein bot sogar eine private Trägerschaft an. Vertreter von SPD und Grünen sahen dagegen das aktuelle Konzept als tragfähigen Kompromiss und als zukunftsweisend für Weende an.

„Wir sind höchst unzufrieden“

Die CDU/FDP-Gruppe und die Linke stimmten zwar für Vertagung und weitere Verhandlungen. Die Mehrheit aus SPD und Grünen votierte jedoch dagegen und empfahl dem Rat das überarbeitete Konzept zum Beschluss – zum Unmut der Zuhörer. „Wir sind höchst unzufrieden“, so Gramsch. Für zusätzlichen Unmut sorgt, dass Franc Pfahl, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, als SPD-Mann bei dem 4:3-Votum für das Verwaltungskonzept stimmte. In diesem Jahr soll das Freibad noch ganz normal öffnen.

Kommentar von Jörn Barke

▶ Es schmerzt die Weender, dass sie ihren Freibad-Sprungturm verlieren. Und es schmerzt vielleicht auch, dass vor einigen Jahren noch locker-flockig zwei Millionen Euro in das Groner Freibad gepumpt wurden, während die Weender heute um jeden Cent betteln müssen. So sind nach dem Sportausschuss Politik und Freibad auf der einen und Vertreter des Freibad-Fördervereins auf der anderen Seite eher unversöhnlich auseinander gegangen.

Das ist schade, denn eigentlich ist schon ein weiter Weg zurückgelegt. Am Anfang stand der Versuch von Politik und Verwaltung, im Zuge von Sparmaßnahmen mit einem leichten Federstrich vor allem einen Ortsteil bluten zu lassen. Doch ein breites bürgerschaftliches Engagement stellte sich der Schließung des Weender Freibades entgegen und brachte die Politik wieder auf den Verhandlungsweg. Es folgte eine emotional geführte Debatte, in der alle Beteiligten ihre Argumente nicht immer mit Bedacht gewählt haben.

Nun haben sich beide Seiten im Grunde jedoch stark aufeinander zubewegt. Aus den anfangs tümpelhaften 1,35 Metern ist zum Beispiel eine annehmbare Wassertiefe von 1,80 Meter geworden. Schwimmbahnen und Wasserfläche sind größer geworden als beim ersten Verwaltungsvorschlag. Der Förderverein wiederum hat durch viele Aktionen und eigene Ideen gezeigt, wie viel er zum Weiterbetrieb des Bades beitragen kann und will.

An kleinen Stellschrauben kann im Rahmen von Detailverhandlungen möglicherweise noch gedreht werden. Vielleicht gelingt es am Ende Verwaltung und Förderverein gemeinsam, den Verlust des Sprungturmes durch eine besondere Attraktion im Freizeitbereich auszugleichen. Der jetzt vorgelegte Kompromiss verdient jedenfalls eine Chance, wenn sich der erste Zorn über den Verlust des Vertrauten gelegt hat.

Infos zum Weender Freibad

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