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Göttingen Weltgebetstag: Frankreich, Fremde und die Festung Europa
Die Region Göttingen Weltgebetstag: Frankreich, Fremde und die Festung Europa
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00:17 25.02.2013
Die Kathedrale von Metz: eines der größten gotischen Kirchengebäude in Frankreich – doch die Kirchen sind in dem Land stark reglementiert. Quelle: Vetter
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Göttingen

Das Weltgebetstagsmotto nimmt die Themen Migration und „Festung Europa“ in den Blick. In Frankreich, einem der größten Länder Europas, gibt es  einen erheblichen Anteil von Zugewanderten aus den ehemaligen Kolonien in Nord- und Westafrika. Was heißt es, die Heimat verlassen zu müssen und plötzlich „fremd“ zu sein? Dies ist eine der Fragen, die sich die Frauen aus Frankreich, die den Gottesdienst vorbereitet haben, gestellt haben.

Mit Gebeten, Liedern und kreativer Gestaltung wolle der Gottesdienst für eine Kultur des Willkommens werben, heißt es in einer Mitteilung. Zugleich wolle er auch aufzeigen, wo die europäische Gesellschaft keine Willkommensgesellschaft sei. Alltäglicher Rassismus und rigide Asylgesetze stünden im krassen Gegensatz zu den Worten Jesu Christi „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“, die im Mätthausevangelium überliefert sind.

Die Mitglieder des französischen Weltgebetstagskomitees hoffen, dass Menschen in der ganzen Welt bei ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag aufgerüttelt werden, solidarisch zu sein und „Fremde“ willkommen zu heißen. Ein spürbares Zeichen dafür soll auch mit der Kollekte gesetzt werden, die Frauen- und Mädchenprojekte auf der ganzen Welt unterstützt. In Frankreich und Deutschland werden beispielsweise Projekte für Flüchtlinge und Asylbewerberinnen gefördert.

Im laizistischen Frankreich, wo rund 50 Prozent der Bevölkerung katholisch sind, ist eine strikte Trennung von Staat und Religion in der Verfassung verankert. Katholische Kirchen gingen 1905 in den Besitz von Staat und Kommunen über. Es gibt weder eine Kirchensteuer noch Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Die Kirchen sind auf Gottesdienst und kirchliche Unterweisung beschränkt; sie dürfen nicht unmittelbar diakonisch oder in der offenen Jugend- oder Altenarbeit tätig werden. Dennoch sei der Glaube vieler Franzosen lebendig, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Weltgebetstagsbewegung habe sich in den 1980er Jahren vom Elsass aus in ganz Frankreich verbreitet.

Der Weltgebetstag ist eine weltweite Basisbewegung von christlichen Frauen. Er wird jedes Jahr am ersten Freitag im März gefeiert. Der Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet, die Mitglieder in unterschiedlichen christlichen Kirchen sind. Auch in Deutschland werden die Gottesdienste oft von ökumenischen Teams vorbereitet.

Mit Frankreich steht erstmals seit Polen 2005 wieder ein europäisches Land im Mittelpunkt. Dies wird erst wieder 2019 mit Slowenien der Fall sein. Nach Ägypten sind bis dahin die Bahamas, Kuba, die Philippinen und Surinam an der Reihe.

Gottesdienste in der Region

In der Region finden am Weltgebetstag, Freitag, 1. März, zahlreiche, oft ökumenische, Gottesdienste statt.

In Göttingen werden sie gefeiert: unter anderem um 17 Uhr im Jochen-Klepper-Haus der Petri-Gemeinde in Weende, Ernst-Fahlbusch-Straße 18; um 18 Uhr in der Martinskirche in Geismar, in der Martinskirche in Roringen, in der Weststadt in der Christuskirche und in Holtensen; um 18.45 Uhr in Esebeck und um 19 Uhr in St. Petri Grone. Für die Gemeinden der Innenstadt beginnen um 16 und 18.30 Uhr Veranstaltungen in der Baptistenkirche, Bürgerstraße 14.

In der Region gibt es Gottesdienste zum Beispiel um 17 Uhr in der Kirche in Gladebeck; um 18 Uhr im Gemeindezentrum Obernjesa, in den Kirchen in Bremke, Klein Lengden, Rosdorf und Settmarshausen; um 19 Uhr im Bonhoeffer-Haus in Bovenden, in der Waisenhaus-Kapelle in Nörten-Hardenberg, im Gemeindehaus Reckershausen, in den Kirchen in Güntersen, Hardegsen, Reiffenhausen, Rittmarshausen und Reinhausen, in der Elisabethkirche in Hann. Münden, in St. Martini Dransfeld, im Martinshaus Jühnde und im Dorfgemeinschaftshaus Mielenhausen.

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