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Göttingen Einzelhandel: Weniger Besucher auf der Roten Straße in Göttingen
Die Region Göttingen Einzelhandel: Weniger Besucher auf der Roten Straße in Göttingen
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00:21 18.04.2019
Die Einzelhändler an der Roten Straße beobachten einen Besucherrückgang. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Den verkaufsoffenen Sonntag „Göttingen zieht an“ haben wieder zahlreiche Göttinger und Auswärtige genutzt, um sich in den Geschäften nach aktuellen Trends um zusehen. Doch während auf der Weender Straße viele Besucher unterwegs waren, blieb es auf den Nebenstraßen, insbesondere der Roten Straße auffallend ruhig.

Aus Sicht von Frederike Breyer, Geschäftsführerin von Pro City, war die Rote Straße vor einigen Jahren zwar ein Sorgenkind im Bereich Leerstand, doch mittlerweile gebe es nur noch im ehemaligen „Soulmat“ einen Leerstand. Hier gebe es allerdings auch schon einen Interessenten für das Geschäft. „Viele der Geschäfte sind schon seit einigen Jahren in der Roten Straße ansässig und grundsätzlich gab es in den vergangenen Jahren eher eine positive Tendenz“, sagt Breyer. Darüber, ob es in den vergangenen Jahren bei den Geschäften zu Einnahmeverlusten gekommen ist, kann sie keine Angaben machen, da die Geschäfte diese nicht an Pro City melden müssen. Ein Gesamtkonzept für den Handel zu entwickeln, sei nicht möglich, weil es zum einen keine Leerstände gebe und zum anderen seien die Häuser im Privatbesitz, und es gebe keine Vorgaben, an wen vermietet werden darf.

Probleme durch Online-Handel

Nach Angaben von Dominik Kimyon, Pressesprecher der Stadtverwaltung Göttingen, wurde die Rote Straße in den vergangenen Jahren im Zuge des Innenstadtbauprogramms aufgewertet. „Die Rote Straße ist attraktiver, funktionaler und einladender geworden“, teilt Kimyon mit. Dazu hätte auch die Beleuchtung in den Abendstunden beigetragen. Auch das Geschäftsangebot in der Roten Straße sei attraktiver geworden. Geschäftsinhaber in der Roten Straße empfinden es hingegen so, dass der Besucherstrom in den vergangenen Jahren nachgelassen hat. „An verkaufsoffenen Sonntag mache ich mit Ausnahme des Gänselieselfestes nicht mehr auf“, erklärt ein Einzelhändler, der nicht der Modebranche angehört. Insbesondere die Veranstaltung „Göttingen zieht an“, sei überwiegend etwas für Unternehmen aus dem Modebereich. Für ihn lohne es sich vom Umsatz her nicht, an den Sonntagen aufzumachen. „Außerdem ist der Sonntag mein einziger freier Tag“, sagt er. In einem Modegeschäft heißt es, dass zwar Kunden da gewesen seien, es aber keinen großen Andrang gegeben hätte.

Seitenstraßen selten genutzt

Eine weitere Geschäftsinhaberin aus der Modebranche hat den verkaufsoffenen Sonntag anders erlebt. „Ich hatte auswärtige Kunden, die extra gekommen sind, um bei mir einzukaufen“, erklärt sie. Insbesondere für diese Kunden, die extra anreisen, mache sie auch an ihrem eigentlich freien Tag gern auf. „Viele haben auch nur sonntags Zeit, hierher zukommen“, sagt sie. Doch generell kann sie den Trend, dass weniger Kunden in der Roten Straße umherlaufen, bestätigen. Sie geht davon aus, dass dies unter anderem mit der Zunahme des Online-Handels zusammenhänge. „Dies ist ein allgemeiner Trend, der dem Einzelhandel nicht guttut“, meint sie. Auch Passanten, die auf der Roten Straße unterwegs sind, geben zu, dass sie auf den Seitenstraßen der Innenstadt eher selten unterwegs sind. „In die Seitenstraßen gehe ich nur, wenn ich so wie heute gezielt in eines der Geschäfte will“, erklärt eine Passantin. Eine andere ergänzt: „Wann ich vor heute, das letzte Mal in einer anderen Straße als der Weender zum Einkaufen war, weiß ich nicht.“

Innenstadt als Erlebnisraum nutzen

Einen Rückgang in der Besucherfrequenz kann auch Breyer bestätigen. „Dieser Trend setzt sich seit einigen Jahren in vielen Städten fort und läuft parallel zu einer positiven Entwicklung des Onlinehandels“, sagt Breyer. An dieser Stelle müsste Pro City aktiv sein und die Innenstadt als Erlebnisraum mit vielen Funktionen nutzen. Unter anderem würden auch Kultur und Gastronomie zu einer Belebung beitragen. Der Ausbau der Roten Straße soll nach Angaben Breyers im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Der östliche Teil der Straße sei bereits fertiggestellt.

Entwicklungsprogramm für die Innenstadt

Das Entwicklungsprogramm für die Innenstadt basiert nach Angaben des Sprechers der Stadtverwaltung Göttingen, Dominik Kimyon, auf unterschiedlichen städtischen Konzepten. Dazu gehören das Innenstadtleitbild von 2011, das Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2014 und das Innenstadtbauprogramm. Das Innenstadtleitbild nenne Potenziale, Ziele und konkrete Handlungsansätze. Das Einzelhandelskonzept sehe eine Aufgabenteilung zwischen Einzelhandel in der Innenstadt und dem Einzelhandel beispielsweise am Lutteranger vor.

Von Vera Wölk und Nora Garben

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