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Göttingen Wenn die Wespe zur Plage wird
Die Region Göttingen Wenn die Wespe zur Plage wird
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00:22 12.08.2018
Wenn die Wespen kommen, sollte man vor allen ruhig bleiben, raten Experten. Und: Speisen im Freien zurzeit abdecken. Quelle: epd
Göttingen

Sie sind wieder da – und das in sehr großer Zahl. Manche sprechen schon von einer Wespenplage. Aber es gibt gute Tipps, damit Vespinae auf dem Balkon und im Garten nicht allzu lästig wird.

Wer zurzeit an einem sonnigen Morgen auf dem Balkon frühstückt oder am Nachmittag auf der Terrasse ein Stück Kuchen genießen will, erlebt es unweigerlich: Nach einem kurzen Augenblick surrt die erste Wespe über den Tisch, es folgen schnell weitere und sie machen sich gierig über das Marmeladenbrot, die Wurst und den Kuchen her.

„Das ist nicht mehr normal in diesem Jahr“, sagt der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Göttingen, Uwe Zinke. Und er bestätigt, dass es in diesem Jahr besonders viele Wespen in der Region Göttingen gibt. „Ich bekomme mindestes 60 Anrufe täglich, oft sind es noch deutlich mehr“, fügt er an. Das sind „bestimmt doppelt so viele wie im vergangenen Jahr“. Und die Wespen seien zunehmend aggressiv.

Zinke ist Leiter der Göttinger Wildtierstation und betreibt als Selbstständiger auch einen „Naturservice“. Er wird gerufen, wenn Bienen, Hummeln und Wespen den Menschen zu nahe rücken. Auch der Leiter der Rettungsleitstelle der Feuerwehren und Notärzte in Göttingen, Thorsten Rath sagt, dass es „gefühlt zurzeit deutlich mehr Anrufe wegen Wespen gibt“.

Eine ähnliche Wespenhäufung hatte Zinke zuletzt 2015 beobachtet, davor acht Jahre lang nicht. Experten gehen davon aus, dass das sehr trockene Wetter nach einem lauen Winter ihre Entwicklung begünstigt. Dass sie gerade jetzt in größeren Mengen auftauchen, sei allerdings normal, so Zinke. Im August schwärmen sie aus, um den Nachwuchs in den Nestern zu versorgen.

Und die sind in diesem Jahr teilweise „ganz schön groß“, hat Zinke noch beobachtet. Kürzlich habe er an einem Haus ein eineinhalb Quadratmeter großes Nest vorgefunden. In der direkt angrenzenden Wohnung lebe eine krebskranke Frau – „da blieb uns nichts anderes übrig, als die Tiere zu töten und es wegzunehmen“.

Das sei allerdings immer die schlechteste und letzte Lösung. Grundsätzlich versuche er zunächst, die Anrufer zu überzeugen, dass Wespen ungefährliche und nützliche Tiere sind, und dass man mit ihnen gut leben könne. Wenn sich zum Beispiel ein Nest ein paar Meter entfernt von der Terrassentür befindet, könne man ein Netz spannen. Nur bei problematischen Fällen – zum Beispiel Allergikern im Haus oder einem Nest in der Wohnung – komme er vorbei und versuche, das Nest umzusetzen. Das sei zu dieser Jahreszeit aber kaum noch möglich – „sie sind schon zu groß“.

Unterdessen gibt der Bund für Umwelt und Naturschutzbund allgemeine Tipps zum Umgang mit Wespen: Grundsätzlich würden Wespen (und Hornissen) nur stechen, wenn sie sich und ihr Nest bedroht sehen. Aggressiv reagierten sie auch, wenn nach ihnen geschlagen wird. Man sollte nicht versuchen, sie wegzuwischen. Und man sollte sie nicht wegblasen oder anpusten – das ausgeatmete Kohlendioxid sei für sie ein Alarmsignal.

Werden Wespen lästig, sollte man sich ohne Hektik ein paar Schritte entfernen. Wurst und Fleisch – auch Grillgut – sowie Kuchen und andere Lebensmittel sollten draußen abgedeckt werden. Außerdem sollte man Parfum und andere duftende Kosmetika vermeiden – und bunte Kleidung. Zinke empfiehlt außerdem ein Ablenkungsmanöver – „legen Sie ein Stück Schinken offen an den Tischrand oder ein paar Meter entfernt als Futter hin.“

Von Ulrich Schubert, mit dpa

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