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Göttingen Wettig zieht sich zurück
Die Region Göttingen Wettig zieht sich zurück
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19:27 07.02.2012
Will als VHS-Vorsitzender aufhören: Klaus Wettig. Quelle: SPF
Göttingen

Um die Zukunft der Bildungseinrichtung sorgt er sich nicht. Wirtschaftlich sei die VHS gut aufgestellt, „wir schreiben schwarze Zahlen“. Sie habe sich neue Themen erarbeitet und gewinne arbeitsmarktpolitisch zunehmend an Bedeutung. Im Mai will Wettig den Vorsitz abgeben – und damit eine etwaige Umstrukturierung im Zuge der geplanten Fusion mit der Kreisvolkshochschule Göttingen seinem Nachfolger überlassen.

 Der Sozialdemokrat Wettig, gebürtiger Göttinger, startete seinen Werdegang mit der Erwachsenenbildung. Nach einer Schriftsetzerlehre holte er sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und studierte Jura und Sozialwissenschaften. Mit Parteieintritt 1962 begann er, kommunalpolitisch zu arbeiten. Nach Stationen in der Landeshauptsstadt Hannover (Kultusministerium und Friedrich-Ebert-Stiftung) sowie Portugal (Politikberater) war er von 1979 bis 1994 Abgeordneter im Europäischen Parlament. Sein Engagement für die Volkshochschule Göttingen schloss daran an – in einer Phase des Umbruchs in der Personal- und Vereinsstruktur. „Ich sollte da etwas Ruhe reinbringen“, erinnert sich Wettig. Das sei eine schwierige Zeit gewesen: Nicht nur wegen der schlechten Finanzlage, auch ob der räumlichen Situation. Unterrichtet wurde an verschiedenen Orten im Stadtgebiet, „vor allem in Schulgebäuden, die nicht immer zur Zufriedenheit der Teilnehmer waren“.

 Als Vereinsvorsitzender begleitete der Göttinger die Jahre des Umbruchs. Wesentlicher Teil war der über die städtische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung finanzierte Neubau an der Westseite des Bahnhofs, „der Standort hat uns sehr geholfen.“ Das neue Verwaltungs- und Unterrichtsgebäude habe großen Anteil am Programmausbau gehabt. „Förderung etwa aus dem Europäischen Sozialfonds hätten wir ohne anständige Unterrichtsräume wohl nicht bekommen“, glaubt Wettig.

 Was den Projektaufbau, die Werbung von Drittmitteln, die Suche nach Projektpartnern in ganz Europa und in der Region angeht, lobt der Sozialdemokrat ausdrücklich das Team der Bildungseinrichtung: „Die VHS hat sehr fähige Mitarbeiter.“ Große Kompetenz könne die Göttinger Volkshochschule im Bereich der Arbeitsmarktpolitik nachweisen. „Qualifizierung ist heutzutage und sicher auch in der Zukunft von großer Bedeutung.“

 Was in Göttingen auch während Wettigs Amtszeit nicht mehr gelungen ist, ist die Fusion der VHS Göttingen mit der Kreisvolkshochschule. Ein Thema, das ihn seit langem beschäftigt. Mit neuer Spitze in der Kreisverwaltung könnte die Zusammenlegung vorbehaltlich der Beschlüsse in den Stadt- und Kreisgremien in diesem Sommer durch ein gemeinsames Gutachten vorbereitet werden. Damit allerdings müsste sich dann ein neuer Vereinsvorsitzender auseinandersetzen. „Ich bin fast 72 Jahre alt, zwar noch relativ fit. Aber bis die Fusion gelingt, bis ich 73. Oder noch älter, wenn es nicht gut läuft. Und das wollte ich nicht mehr angehen.“

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