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Göttingen Widerstand gegen Neonazi-Demo
Die Region Göttingen Widerstand gegen Neonazi-Demo
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12:31 16.04.2018
„Bündnis gegen Rechts“ und andere linke Gruppen planen Gegendemos und Aktionen zur geplanten Neonazi-Demo der Partei „Die Rechte“ am 25. April. Quelle: dpa
Göttingen

Lothar Hanisch vom Göttinger „Bündnis gegen Rechts“ kündigt für den Tag drei Gegenaktionen – Kundgebungen und Demonstrationen – an. Detailplanungen gebe es aber noch nicht. Die sollen in der kommenden Woche erfolgen, so Hanisch. Nach Auskunft der Kreistagsgruppe aus Linken, Piraten und Die Partei sind Protestaktionen ab 17 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz geplant.

Auch die linksradikale Gruppe „Basisdemokratische Linke“ kündigt Aktionen an: „Ob „Volksbewegung“, NPD oder Die Rechte, ob Goslar oder Göttingen: Wenn Neonazis und Rassisten marschieren, sind wir auf den Beinen“, heißt es auf deren Facebook-Seite. Eine Infoveranstaltung plant sie für Montag, 23. April, im „Autonomicum“ im Blauen Turm der Uni, Platz der Göttinger Sieben. Für den Demo-Tag ist der Treffpunkt um 17 Uhr auf dem Platz der Göttinger Sieben.

Infos der „Basisdemokratische Linken“

Gepostet von Basisdemokratische Linke Göttingen - IL am Donnerstag, 12. April 2018

„Neonazi-Aufmarsch verhindern“

„Kein Neonaziaufmarsch in Göttingen ohne Gegenwehr“ fordert die Antifaschistische Linke International (ALI). Den Neonazi-Aufmarsch „werden wir mit allen Göttingerinnen verhindern, kündigt die ALI an.

Aufforderung an Landrat Reuter, auf Jahresempfang zu verzichten

Inzwischen fordert auch die Kreistagsgruppe aus Linken, Piraten und Die Partei alle Bürger der Region auf, sich an den Protestaktionen gegen Rechts zu beteiligen.

Wegen der angekündigten Neonazi-Demo hat die Gruppe Landrat Bernhard Reuter (SPD) aufgefordert, auf den Jahresempfang zu verzichten und stattdessen zu der Teilnahme an den Protestaktionen in Göttingen gegen Rechts aufzurufen. Die verschiedenen Göttinger Gruppen, die sich im Bündnis gegen Rechts zusammengeschlossen haben, benötigten die gemeinsame öffentliche Unterstützung der Mandatsträger aus dem Kreistag.

„Wir fordern Sie dazu auf, den Jahresempfang zu verschieben, und alle Kreistagsabgeordnete aufzurufen, an den Protesten teilzunehmen“, heißt es in dem Schreiben an Reuter. Die Gruppe sei Überzeugung, dass bei „wachsender Präsenz von Rechtsextremisten“ ein „Wohlfühl-Event“ hinter „notwendigem Widerstand gegen rassistische und nationalistische Parolen“ zurückstehen müsse. „Besonders Kommunalpolitiker müssen hier ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und Stellung beziehen“, heißt es weiter. Die Gruppe werde nicht am Jahresempfang teilnehmen und sich stattdessen an den Protestaktionen gegen „Die Rechte“ beteiligen.

Beitrag zu einem „guten Demokratieverständnis“

Er habe „großes Verständnis und Sympathie“ für alle, die sich gegen Rechts engagieren und deshalb nicht zum Empfang kommen, schreibt Reuter in seiner Antwort. Termine dürften aber „nicht von den Rechten“ diktiert werden.

Reuter kündigte an, bei dem Empfang im Kloster Walkenried, zu dem sich derzeit rund 200 Gäste angemeldet haben, „Rede und Antwort zu stehen und damit einen Beitrag zu einem guten Demokratieverständnis leisten“, kündigte Reuter an.

Anmeldung für 50 Teilnehmer

Die Göttinger Stadtverwaltung hatte die Demo von „Die Rechte“ in dieser Woche genehmigt. Angemeldet sind rund 50 Teilnehmer. Als Versammlungsleiter tritt Jens Wilke auf, Sprecher des ehemaligen „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“, heute „Volksbewegung Niedersachsen“.

Demozug durch die Göttinger Weststadt

Die Demo soll um 18 Uhr auf dem Bahnhofvorplatz und von dort durch die Weststadt über Berliner Straße und Godehardstraße über Königsallee und Groner Landstraße zurück zum Bahnhof führen. Zwei Zwischenkundgebungen am Kreisel an der Godehardstraße und an der Polizei an der Groner Landstraße sind nach Verwaltungsangaben geplant.

„Die Rechte“ sieht die Göttinger Veranstaltung als „Mobilisierungs-Demonstration“ zum zehnten „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ). Dieser ist für den 2. Juni in Goslar geplant.

Von Michael Brakemeier

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