Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wiglaf Droste und Pit Knorr ausgezeichnet
Die Region Göttingen Wiglaf Droste und Pit Knorr ausgezeichnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:14 24.06.2018
Pit Knorr und Wiglaf Droste im Deutschen Theater. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Der Elchpreis – mit Urkunde, massivsilberner Elchbrosche und einem Preisgeld von 3333,33 Euro – wird seit 1997 an Künstler für ein Lebenswerk satirischer Provenienz vergeben. Zu den „Alt-Elchen“ gehören beispielsweise Chlodwig Poth, Harry Rowohlt, Marie Marcks, Emil Steinberger, Otto Walkes, Rudi Hurzlemeier und Max Goldt. Warum die Jury diesmal zwei Preise vergeben habe, fragte sich auch Lars Wätzold von der Göttinger Comedy Company, der die Preisverleihung im Deutschen Theater moderierte. Bedürftigkeit des Landes? Weil sie es kann? Eher glaube er, dass da gerundet werden sollte. 20 Preisträger in 21 Jahren, da läge es auf der Hand bei der 22. Verleihung zwei Preise zu vergeben.

Der Elch gehöre zu Göttingen wie der Oskar zu Hollywood, erklärte Petra Broistedt forsch. Und die Stadt sei sehr stolz auf diesen Preis. Die Göttinger Kulturdezernentin zeichnete in Vertretung von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler den Mitbegründer der Titanic Knorr und den unnachgiebigen Satiriker, Autoren und Sänger Droste aus.

Passende Umgebung: Moderator Lars Wätzold auf der Elch-Bühne. Quelle: Peter Heller

Ein Grußwort des Vorjahres-Elchs für den neuen: das hat Tradition bei der Preisverleihung. Der Elch von 2017, Gerhard Glück, bekannte, dass er sich mit dieser Aufgabe schwer tue. Noch nie in seinem Leben habe er ein Grußwort gesprochen, so Glück. „Einige meiner Nachbarn können das bestätigen.“ Schuld daran sei ein GWT, ein Grußworttrauma, eng verwandt mit der Allergie, gekennzeichnet durch Versagensängste begleitet von heftigem Erröten.

Dem ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke verdanke er dieses Trauma, so Glück. Dessen berühmt-berüchtigte Reden und Grußworte seien trotz vieler Ermahnungen seines Umfeldes immer spontan gewesen. „Eine Fahrt ins Blaue“, bei der Lübke beispielsweise in Helmstedt im Beisein des jungen Glücks einmal spektakulär patzte.

Knorr ist ein leidenschaftliche Teamarbeiter

Über die Preisträger sei ja nun im Grunde alles gesagt, deshalb wolle er die Gelegenheit nutzen, über sich zu sprechen, so begann Hans Zippert, Jurymitglied und Mitherausgeber der Titanic seine Laudatio auf Knorr. Diesen Teil hielt er aber doch erfrischend kurz und sprach dann von Knorrs Leistungen. Todesmutig sei er in neue Dimensionen des Humors vorgestoßen, er sein ein heller, schneller Schreiber, ein Strippenzieher, neidloser Bewunderer, ein leidenschaftlicher Teamarbeiter. Und das nicht, weil er allein nichts schaffen könne, sondern weil es ihm so mehr Spaß mache.

Droste ficht mit dem Säbel“, oft überkomme ihn jehe Wut. Und wo andere ein Fenster öffnen, springe er hindurch und verletzte sich nicht selten selbst, so Friedrich Küppersbusch, Autor, taz-Kolumnist und Fernsehproduzent in seiner Laudtio auf Droste. Ein Unumarmbarer, der umsichtig einen Sprachunfall weg räume, ehe wir ihn auch nur bemerken. Küppersbusch schwärmte vom Drostizismus, von Drostes Wortschöpfungen. „Du bist ein Großer, komm gefälligst irgendwie damit klar“, rief er ihm entgegen.

Wiglaf Droste mit Elch. Quelle: Peter Heller

Nach vielen klugen, witzigen Worten, wunderbarer Musik von Frank Wolff und Markus Neumeyer vom Neuen Frankfurter Schulorchester, durften schließlich auch die beiden Geeehrten noch auf die Bühne. Knorr sprach von der erfüllenden Arbeit so viele Künstler mit ihren Eigenheiten erfolgreich für die Titanic zusammenzubringen. Und darüber, warum er unter anderem für Otto Walkes mal nur aus Komische setze. Ein echtes Highlight setzte er dann mit seinem Vortrag „Der Inselpfarrer“.

Pit ist ja älter, ich hoffe ich werde auch mal so gut, sorgte sich anschließend Droste. Und trug dann einige seiner kurzen genialen Texte vor. Abschließend sprach in warmen Tönen von Harry Rowohlt und der heuchelfreien Zone, die ihn umgab. Mit dieser Erinnerung an einen Alt-Elch endeten zweieinhalb sehr kurzweilige Stunden.

Von Christiane Böhm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehr als 90 Gebäude sind am Sonntag beim Tag der Architektur in Niedersachsen vorgestellt worden. Im Landkreis Göttingen waren sechs Gebäude für Besucher zugänglich.

27.06.2018
Göttingen GöVB will an Grete-Henry-Straße bauen - Ladestationen für Elektrobusse geplant

Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) planen im Bereich der Zietenterrassen eine Ladestation für die Elektrobus-Flotte. Entsprechende Pläne hat Betriebsleiter Thomas Zimmermann im Bauausschuss des Stadtrates vorgestellt. Die Kosten für das Projekt werden auf 2,6 Millionen Euro geschätzt.

24.06.2018

Beim Johannisempfang des evangelischen Kirchenkreises Göttingen stand diesmal das Thema Diakonie im Mittelpunkt. Als Prediger war Hans-Jochaim Lenke in die St.-Johannis-Kirche gekommen.

24.06.2018