Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wildkatze Leni: Auswilderung im Frühjahr
Die Region Göttingen Wildkatze Leni: Auswilderung im Frühjahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 07.01.2013
Damentrio: Leni fühlt sich unter ihren Artgenossen in Leiferde kuschelig wohl. Quelle: Nabu/Rogoschik
Anzeige
Göttingen/Leiferde

Das Schicksal der Wildkatze Leni und ihre Fotos im Tageblatt haben viele Menschen berührt. Jörn Schwill  hatte die  junge Katze Ende September bei Elliehausen schwer verletzt und von der Mutter zurückgelassen in einem Straßengraben gefunden. Ein Schienbein war gebrochen, sie war vermutlich überfahren worden.

Hinzu kamen Katzenflöhe und ein Bandwurm. Schwill nahm sie auf, taufte sie Leni, brachte das ungewöhnlich scheue und aggressive Tier zunächst ins Katzenhaus Luttertal, dann in die Tierarztpraxis Wystub. Tierärzten Sylvia Kasper operierte und versorgte Leni zunächst weiter. Leni blieb extrem wild und verhielt sich anders als wilde Hauskatzen. Schließlich bestätigte eine DNA-Analyse, dass sie eine echte Wildkatze ist. Eine Besonderheit: Die europäische Wildkatze gehört zu den bedrohten Arten und steht unter Schutz.

Inzwischen kümmert sich der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) weiter um Leni. Unmittelbar vor Weihnachten zog sie um ins Artenschutzzentrum Leiferde. Am ersten Tag habe sie sich noch verkrochen, berichtet Nabu-Mitarbeiter Joachim Neumann, dann sei sie schon auf einen Baum geklettert. Ein Zeichen dafür, dass ihr gebrochenes Bein wieder voll funktionsfähig ist, freut sich Tierärztin Kasper.

Am zweiten Tag in Leiferde war Leni plötzlich verschwunden. Stationsleiterin Bärbel Rogoschik entdeckte sie in einem ausgehöhlten Baumstumpf: wild fauchend und spuckend, aber eng aneinander gekuschelt bei ihren beiden Mitbewohnerinnen. Die beiden anderen Wildkatzen stammen aus dem Harz und waren im November über das Tierheim Wolfenbüttel ins Artenschutzzentrum gekommen.

Die drei Jungkatzen sollen in Leiferde über den Winter „erwachsen werden und jagen lernen“, erklärt Rogoschik. Im Frühjahr sollen die Tiere dann über die Wildkatzenstationen des Naturschutzbundes im Harz ausgewildert werden. Vielleicht zieht es Leni dann über Wald-Korridore und die Waaker Wildkatzenbrücke wieder in die Region.

Artenschutzzentrum

Im Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde, 1980 gegründet, werden hilfsbedürftige einheimische Wildtiere gepflegt und so früh wie möglich wieder ausgewildert. Das Zentrum versorgt rund 2000 Tiere aus 200 Arten pro Jahr.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema
Göttingen Gen-Test bestätigt besondere Art - Elliehäuser und Ärzte retten seltene Wildkatze

Sie stehen unter besonderem Schutz und sind so scheu, dass nur wenige sie zu Gesicht bekommen. Jetzt hat ein Elliehäuser eine echte Wildkatze vor dem sicheren Tod bewahrt. Im Oktober fand Jörn Schwill das gerade einmal drei Wochen alte Tier am Straßenrand. Ein Bein war gebrochen, offenbar war die Katze überfahren worden. Inzwischen hat eine Göttinger Tierärztin sie erfolgreich operiert. Naturschützer und Wildkatzen-Experten sind begeistert. Und wenn der Winter vorüber ist, soll Leni wieder ausgewildert werden.  

02.12.2012
Duderstadt Filmcenter Feilenfabrik - Geheimnisse des Waldes

Der Naturschutzbund (NABU) Untereichsfeld präsentiert am heutigen Dienstag, 16. Oktober, den neuen Natur-Dokumentarfilm „Geheimnisse des Waldes“ von Hans-Jürgen Zimmermann in Duderstadt. Im Filmcenter Feilenfabrik läuft der Streifen. Start ist zwischen 20 und 21 Uhr, der Film dauert 115 Minuten.

Heinz Hobrecht 15.10.2012

Jetzt ist es amtlich: Im Umfeld der umstrittenen Grünbrücke auf dem Roringer Berg leben mindestens neun Wildkatzen – fünf Weibchen und vier Männchen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sie mit Baldrian angelockt, fotografiert und gentechnisch registriert. 

20.07.2012

Die Stadt zieht eine „absolut positive“ Bilanz für den Weihnachtsmarkt 2012. Verwaltungssprecher Detlef Johannson geht davon aus, dass die Besucherzahl „mindestens“ an die von 2011 heranreicht. Durch eine Stichprobenzählung hatte die Stadt damals die Besucherzahl auf rund 550 000 geschätzt. Auch die Einnahmen aus Standgebühren bewegen sich auf Vorjahresniveau: Rund 84 000 Euro fließen in die Stadtkasse.

07.01.2013
Göttingen „Allianz der Vernunft“ - SPD sucht CDU-Mitarbeit

Nach dem Scheitern des Bürgerbegehrens im Landkreis gegen eine Kreisfusion steht aus Sicht der SPD weiteren Verhandlungen der drei Landkreise nichts mehr im Wege. Die kommenden Wochen sollten endlich genutzt werden, noch offene Fragen zu klären, so Kreistags-Fraktionschef Jörg Wieland.

07.01.2013

Göttinger Verbraucher haben von der Liberalisierung des Fernbuslinienverkehrs bisher kaum Vorteile. Angebote sind sehr dünn gesät, Preisvorteile gegenüber der Bahn bislang äußerst überschaubar.

07.01.2013
Anzeige