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Göttingen Von Namen und Abgängen
Die Region Göttingen Von Namen und Abgängen
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22:08 25.08.2017
Von Dr. Uwe Graells
Uwe Graells Quelle: Hinzmann

I..

..st „Göttingen“ noch „Göttingen“? Der Stadtrat will sich ja mit dieser Frage gar nicht erst befassen und hält den Antrag einer kleinen Partei für irrelevant. Warum sollte sich diese schöne Unistadt auch in „Martin-Sonneborn-Stadt“ umbenennen? Der Typ hat in Sachen Tradition, Nobelpreise, Basketball, 05 oder Kultur quasi nur ein weißes Blatt Papier vorzuweisen. Wahrscheinlich wohnt Sonneborn als EU-Parlamentarier in einer gemütlichen Behausung und hat von Wohnraummangel in „Göttingen“ bislang nur aus der Zeitung erfahren. Dass die PARTEI mit ihrem Ergebnis bei der Kommunalwahl im Herbst 2016 den Einzug der NPD in den Kreistag verhindert hat, darf den Stadtrat auch nicht interessieren. Selbst eine symbolische Umbenennung für einen Tag, als Dankeschön für die NPD-Verhinderung, kommt nicht in Frage. Gut so, Daumen hoch. Oder?

K..

..aum einer hat aber bemerkt, dass Göttingen offensichtlich ein noch viel größeres Unheil widerfahren ist, als es eine Umbenennung je darstellen könnte. Da lädt der NDR via Facebook für sein großes Soundcheck-Finale in die Lokhalle ein – und was liest der Erdenbürger beim Veranstaltungsort? Göttingen, Nordrhein-Westfalen. Das nenne ich mal einen echten Hammer. Unbemerkt in einem anderen Bundesland – was passiert jetzt mit dem Südniedersachsenprogramm? Darf der Stadtrat den Zuschuss für eine Veranstaltung erhöhen, die in NRW stattfindet? Fragen über Fragen…

E..

..iner aber steht in Göttingen für Verlässlichkeit. Bei bestem Kaiserwetter macht Martin Schulz Wahlkampfstation in Göttingen. Wenn das kein gutes Omen ist. Der SPD-Chef will zwar nicht Kaiser werden, aber das Kanzleramt hat er nach wie vor im Visier – Umfragen hin oder her.

A..

..ber halt, einer ist tatsächlich abhandengekommen. Kein Stadtname, kein Bundesland, kein Kandidat, sondern ein Möbelhaus. XXXL-Lutz und Göttingen passen wohl doch nicht zusammen. Das war die Überraschung der Woche. Investor Kurth beruft sich auf die Verträge und sieht sich nicht mehr an XXXL-Lutz gebunden. Immerhin hat der Stadtrat die Flächen und das Sortiment so begrenzt, dass die alten Verträge nicht mehr passen. Jetzt soll ein anderer Möbelhändler her. Vielleicht ist der Händlertausch ja auch ein politischer Preis für die knappe Mehrheit im Stadtrat zur Ansiedlung eines Möbelhauses. Und jetzt zerbrechen sich alle den Kopf, wer denn statt XXXL-Lutz kommt. Mit einem leicht satirischen Lächeln verrate ich es in dieser Kolumne. Keine Sorge, es ist nicht die „Martin-Sonneborn-Möbelboutique“, aber raten Sie doch mal selbst.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Spätsommer-Wochenende.

Ihr Uwe Graells

Sie erreichen den Autor unter u.graells@goettinger-tageblatt.de

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