Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wöllmarshausen: Garte kann sich bei Starkregen in Wiesenmulden ausbreiten
Die Region Göttingen Wöllmarshausen: Garte kann sich bei Starkregen in Wiesenmulden ausbreiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 23.06.2013
Indirekter Hochwasserschutz: In der neuen naturnahen Mulde kann sich die Garte bei Starkregen künftig ausbreiten. Quelle: Hinzmann
Wöllmarshausen

Viele Anläufe gab es, um ihre Häuser vor Hochwasser zu schützen – und ebenso viele Rückschläge. Jetzt ist Wöllmarshausen fast am Ziel. Die Garte hat mehr Platz, um sich auszubreiten. In wenigen Wochen wird eine weitere Flutmulde fertiggestellt. „Nach einem langen Kampf können wir uns endlich entspannen“, sagt Ortsbürgermeister Hans-Joachim Klabunde (WgW). Am Wochenende feiert Wöllmarshausen sein Garte-Projekt mit einem Dorffest.

Böse Erinnerung

Das Jahr 1981 haben die älteren Einwohner von Wöllmarshausen in besonders böser Erinnerung. Nach heftigen Regenfällen schwoll die Garte so schnell und hoch an, dass viele Häuser blitzschnell überflutet wurden. „Bis zu den Hüften stand ich in Schlamm und Wasser, um die Schweine des Nachbarn aus dem Stall zu retten“, erinnert sich Karl-Heinz Günther. Der frühere Ratsherr gehört zu den unermüdlichsten Kämpfern für einen besseren Schutz vor den Garte-Fluten. Dabei wirkt der kleine Bach an sonnigen Tagen so friedlich und harmlos. Aber es reichte schon ein Starkregen, dann staut sich das Wasser an Biegungen oder zu engen Durchlässen und tritt über die Ufer.

Viele Ideen

Viele Ideen gab es, um das zu verhindern. Immer wieder wurden geplante Projekte aber abgelehnt – oder sie waren zu teuer für die Gemeinde Gleichen. 2007 ließ sie für 40 000 Euro von der Leibnitz Universität in Hannover extra einen Hochwasserrahmenplan für die Garte und den Wendebach erarbeiten. Ein Fazit daraus: Wenn die Garte nur um 75 Zentimeter steigt, stehen etwa 300 Häuser in Wöllmarshausen und anderen anliegenden Dörfern weiter oben und unten im Wasser – mit Schäden in Millionenhöhe. Aber wieder lehnten die zuständigen Fachbehörden die erarbeitete Vorschläge ab. Vor zwei Jahren dann der Durchbruch – allerdings als „Maßnahme zur naturnahe Entwicklung der Garte“. Das hieß: Sie sollte mehr Raum bekommen, auf dem sie sich selbst ihre Wege suchen kann. Nur unter diesen Vorzeichen gab es einen ordentlichen Zuschuss vom Land – für Hochwasserschutz nicht.

Auf einer Länge von 300 Metern

Jetzt kann sich die Garte im Ort auf einer Länge von 300 Metern unterhalb des Spickenweges in einem zehn Meter breiten Bett bewegen und ausdehnen. Kurven wurden erweitert und mit Steinen gestärkt. Und unterhalb dieses Abschnitts wird noch ein alter Mühlengraben als Flutmulde ausgebaut – das einzige offizielle Hochwasserschutzprojekt.

Etwa 285 000 Euro habe die naturnahe Umgestaltung gekostet, rechnet Bauamtsleiter Friedhelm Storek vor. 80 Prozent davon zahle das Land, den Rest die Gemeinde. 60 000 Euro für die noch nicht fertiggestellte Flutmulde am Mühlengraben müsse Gleichen alleine stemmen. „Wir haben damit eigentlich nur einen Etappensieg erreicht“, sagt Günther. Im  Rahmenplan gebe es noch viele gute Vorschläge, wie auch die anderen Dörfer an Garte und Wendebach geschützt werden können. „Es wundert mich, dass die wenigsten das bisher nutzen.“

Dorffest

Das Dorffest beginnt am Sonnabend, 22. Juni, um 13 Uhr auf dem Sportplatz im Spickenweg und an der Garte. Es gibt ein Human-Table-Soccer-Turnier mit lebenden Spielern in einer überdimensionalen Tischfußball-Arena. Um 15 Uhr startet auf der Garte ein Entenrennen. Am Abend gibt es im Zelt ab 20 Uhr eine Kinderdisco, ab 21 Uhr die Nightlife-Partycrew.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!