Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen In Göttingen fehlen vor allem kleine Wohnungen
Die Region Göttingen In Göttingen fehlen vor allem kleine Wohnungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 27.10.2018
Duderstadt gehört zu den Gebieten, in denen der Bedarf an kleinen Wohnungen besonders groß ist. Quelle: Jakob Reischl
Göttingen

In der Summe sei der Wohnraum im Landkreis ausreichend, erläuterte Sozialdezernent Marcel Riethig am Dienstag im Sozialausschuss des Landkreises. Es gebe jedoch ein großes „aber“: Neben dem Mangel an kleineren Wohnungen gebe es auch einen allgemeinen Mangel an Qualität: Viele Wohnungen im ländlichen Raum seien „sehr veraltet“, so Riethig: „Hier gibt es qualitativen Entwicklungsbedarf.“

Besonders groß ist der Bedarf an kleineren und preisgünstigen Wohnungen in Duderstadt, Hann. Münden und Rosdorf. Dort fehlten derzeit jeweils um die 60 Wohnungen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Der Mangel an solchen Wohnungen ziehe sich jedoch durch das gesamte Kreisgebiet. Auch im Bereich altengerechtes Wohnungen gebe es erheblichen Nachholbedarf.

Bauen im Ort

Um Verbesserungen zu schaffen, listet das Wohnraumversorgungskonzept mehrere Empfehlungen auf. Bei Bauvorhaben sollten sich Kommunen auf „Innenentwicklungspotenziale“ konzentrieren, statt neue Baugebiete am Rand der bisherigen Bebauung zu erschließen. Wo möglich, sollte der Bestand erneuert und modernisiert werden, statt neu zu bauen. Bei Neubauten sollten Vorhaben für preisgünstiges wie auch für altengerechtes Wohnen bevorzugt werden. Die Kommunen im Landkreis sollten kooperieren anstatt sich gegenseitig Investoren und Bauwillige abzujagen. Und: „Der Kampf um Einwohner sollte nicht über günstige Bauflächen geführt werden“, sagte Riethig. Das führe nur zu einer „Kannibalisierung“.

Um die Wohnraumsituation im Landkreis zu verbessern, sei eine verstärkte Bau- und Sanierungstätigkeit allein jedoch nicht genug. Es gehe nicht nur um die reine Unterkunft, auch das Angebot an sozialen Dienstleistungen müsse stimmen.

Qualität statt Wachstum

Zwar nehme die Zahl der Einwohner im Landkreis ab, die Zahl der Beschäftigten wachse jedoch, so eine weitere Erkenntnis des Wohnraumkonzepts. „Wachstum ist nicht immer positiv“, sagte Riethig. Mit Blick auf eine zufriedenstellende Wohnraumversorgung der Bevölkerung dürfe man „nicht alles auf Wachstum ausrichten. Auch qualitative Aspekte sind wichtig.“

CDU und SPD begrüßten zwar das Bemühen des Landkreises um eine Analyse der Situation. Aber sowohl Christa Bauer-Schmidt (SPD, Rosdorf) wie auch Harm Adam (CDU, Bovenden) sprachen sich gegen eine zu starke Einmischung der Kreisverwaltung in die Bauplanung der Kommunen aus.

Von Matthias Heinzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

20 Jahre „Kauf Park“ werden das Center-Management und Kunden von Donnerstag, 25. Oktober, bis zum 5. November mit zahlreichen Aktionen feiern – und fast 20 000 Gewinnen, einem Auto sowie Thomas Anders.

24.10.2018

Die Leinegans war fast ausgestorben, als ein Verein 1994 einige Einzelexemplare entdeckte. Das „marschfreudige“ Geflügel soll in der Region wieder etabliert werden. Am Wochenende sind sie zu sehen.

24.10.2018

1100 Wohnungen in Grone sollen renoviert werden – doch sind sie danach auch noch bezahlbar? Die Diskussion um diese Frage im Sozialausschuss begann mit einer Entschuldigung von Sozialdezernentin Petra Broistedt. Sie hatte den Linken Stimmungsmache und „Fake News“ vorgeworfen.

27.10.2018