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Göttingen Landesweit Rückgang, nicht aber in der Region
Die Region Göttingen Landesweit Rückgang, nicht aber in der Region
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00:20 16.07.2018
Landesweit gehen die Zahlen der Autodiebstähle deutlich zurück. In der Region jedoch nur langsam. Quelle: Foto: r
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Göttingen/Duderstadt/Hannover

Für Niedersachsen ist die Kernaussage erfreulich: Die Fallzahlen der Totalentwendungen von Kraftfahrzeugen, so das Polizeideutsch für Autodiebstähle, „sind weiter deutlich von 2592 Fällen im Jahr 2015 über 2456 Fälle im Jahr 2016 auch im Jahr 2017 zurückgegangen - und zwar auf 2018 registrierte Fälle“, erklärt Frank Federau, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen. Das entspricht einem Rückgang von etwa 18 Prozent innerhalb eines Jahres.

Rückgang nur vier Prozent

In Göttingen und Duderstadt sehen die Zahlen anders aus. In Stadt und Landkreis Göttingen registrierte die Polizei 2016 insgesamt 77 Autodiebstähle, im vergangenen Jahr 74 Fälle, teilt die Göttinger Polizei mit. Der Rückgang beträgt damit nur knapp vier Prozent. Und in Duderstadt blieb die Fallzahl mit jeweils drei Fällen gleich – obwohl die geringe Zahl statistisch kaum Aussagekraft besitzt.

Allerdings hat die Göttinger Polizei Hoffnung, dass der Landestrend auch auf die Region durchschlägt. Derzeit, erklärt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz, zeichne sich derzeit auch hier ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen ab.

Landesweit stieg die polizeiliche Aufklärungsquote bei Autodiebstählen im Jahr 2017 auf 34,11 Prozent (2016: 32,52 Prozent, 2015: 29,35 Prozent). „Nach ersten Prognosen“, erklärt LKA-Sprecher Federau, „dürfte sich dieser erfreuliche Trend auch für das laufende Jahr fortsetzen.

Verbesserte Sicherung

Rückläufig sind auch die Diebstähle aus beziehungsweise an Kraftfahrzeugen: 2015 gab es hier 26032 Fälle, 2016 gab es 24778 Fälle, und 2017 wurden 20901 Fälle registriert.“ Grund für den Rückgang der Zahl der Diebstähle von und aus Kraftfahrzeugen seien die ständig verbesserten Sicherungsmaßnahmen.

Bevorzugtes Diebesgut beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen seien fest eingebaute Navigationsgeräte, Airbags oder Lenkräder, erklärt das LKA. Besonders häufig ausgeschlachtet seien Fahrzeuge der Hersteller VW, Mercedes, Audi und BMW.

Oftmals, so Federau, würden die Fahrzeuge nach ihrer Entwendung in östlich gelegene Länder gebracht. Die Täter kämen überwiegend aus Osteuropa: „Polen und Litauen liegen dabei an der Spitze.“

Hochspezialisierte Banden

Die meisten Taten werden von hochspezialisierten und arbeitsteilig agierenden internationalen Banden ausgeführt. Solche Täter, so das LKA, brächen auch in Häuser oder Wohnungen ein, um an die Fahrzeugschlüssel zu gelangen. Federau: „Da Fahrzeug- und Hausschlüssel meist in der Diele liegen oder am Schlüsselbord hängen, ist es dann ein Leichtes, Fahrzeuge sogar aus einer abgeschlossenen Garage zu entwenden.“

Rita Salgmann, zuständige Dezernatsleiterin im LKA Niedersachsen: „Die Bekämpfung des Kraftfahrzeugdiebstahls ist ein Wettlauf zwischen ständiger Weiterentwicklung der Sicherungstechnik und Intensivierung der Polizeiarbeit auf der einen Seite und immer professioneller arbeitenden Tätern auf der anderen Seite.“

Das LKA Niedersachsen rät:

 Das Fahrzeug – wenn möglich – in abschließbaren Garagen oder zumindest an gut beleuchteten Standplätzen parken.

 Zusätzliche Sicherungseinrichtungen wie Ganghebelsperren oder Zündunterbrechungen nutzen. Die Täter, die Fahrzeuge direkt vor Ort stehlen, sind auch häufig nur angelernt und überrascht, wenn nicht erwartete Schwierigkeiten auftauchen.

 Ist das Fahrzeug mit einer Diebstahlwarnanlage ausgestattet, sollte sie auch in Betrieb genommen werden.

 Darauf achte, dass das Fahrzeug das Verriegeln der Türen mit der Funkfernbedienung durch ein optisches Signal quittiert. Grund: Sogenannte Funkblocker können das Funksignal der Fernbedienung stören, so dass der Wagen dann nicht verschlossen ist.

 Wenn ein ein Autoschlüssel entwendet oder gestohlen wurde, sollte umgehen eine Fachwerkstatt aufgesucht werden. Dort kann der Schlüssel gesperrt werden.

 Den Schlüssel niemals in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ablegen.

Von Matthias Heinzel

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