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Göttingen Zeugin hörte Frau laut um Hilfe schreien
Die Region Göttingen Zeugin hörte Frau laut um Hilfe schreien
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18:41 26.04.2018
Im Prozess um eine Messerattacke am „Kauf Park“ in Göttingen haben weitere Zeugen ausgesagt. Quelle: Mischke
Göttingen

Zwei Handwerker, die an dem Vormittag in der Spielothek mit Installationsarbeiten für ein Klimagerät beschäftigt waren, hatten die Frau rund eine halbe Stunde zuvor gesehen, wie sie mit einem Mann einen Zebrastreifen überquerte. Die beiden seien eng umschlungen gewesen und hätten wie ein Liebespaar gewirkt, sagte einer der beiden Mechaniker. „Sie ging rückwärts, er vorwärts, er hat ihr rechts und links Bussi gegeben.“ Auch sein Lehrling hielt die beiden für ein verliebtes Paar: „Sie sahen glücklich aus.“

Als die Handwerker rund eine halbe Stunde später ihre Arbeit beendet hatten und aus der Spielothek herauskamen, sahen sie die Frau mit stark blutenden Verletzungen auf einer Bank an der Bushaltestelle. Der Mechaniker schickte den Lehrling zum Firmenauto, um den Erste-Hilfe-Kasten zu holen, und legte ihr einen Verband um die Wunde am Kopf. Währenddessen hielt sein 21-jähriger Kollege die Hand der Schwerverletzten, um sie zu stützen. Die Frau habe immer von ihren Kindern gesprochen und gesagt: „Ich will noch nicht sterben.“

Schwere Stichverletzungen im Kopf- und Brustbereich

In dem Prozess muss sich ihr bereits mehrfach vorbestrafter 24-jähriger Ex-Freund wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mehrmals mit einem Klappmesser auf sie eingestochen zu haben. Die 22-Jährige erlitt schwere Stichverletzungen im Kopf- und Brustbereich und musste operiert werden. Nach Ansicht der Strafverfolgungsbehörde war der Angeklagte hochgradig eifersüchtig und wollte nicht akzeptieren, dass sie sich einige Tage zuvor von ihm getrennt hatte.

Er habe sie am Tattag nach mehreren Anrufen in dem Einkaufszentrum aufgesucht, sie dort in den Arm genommen, geküsst und sei mit ihr zu ihrem Auto gegangen. Danach habe er sie gegen ihren Willen in eine Einfahrt gezogen und wieder mehrfach geküsst. Als sie gehen wollte, habe er ihr einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, so dass sie zu Boden fiel. Dann habe er mit den Worten “Wenn ich dich nicht haben kann, dann kann dich keiner haben“ ein Messer gezückt und auf sie eingestochen.

„Ich habe noch nie einen Menschen so schreien hören“

Eine Rentnerin, die an dem Vormittag mit ihrem Mann im Kaufpark einen Einkaufsbummel unternahm, hörte plötzlich, wie eine Frau laut um Hilfe schrie und wild gestikulierend auf etwas aufmerksam machen wollte. Offenbar war sie Zeugin der Bluttat geworden. „Ich habe noch nie einen Menschen so schreien gehört“, berichtete die Rentnerin. Die Frau sei völlig panisch gewesen. Ihr Mann sei dann in die Richtung gelaufen, auf die sie gezeigt hatte. Ihm sei dann eine andere Frau entgegengekommen. Diese habe gesagt: „Er hat mir in den Kopf gestochen.“

Während die Rentnerin telefonisch Polizei und Rettungsdienst verständigte, begleitete ihr Ehemann die Verletzte zu der Bank an der Bushaltestelle. Die Frau habe gesagt, dass sie das Messer ganz tief im Kopf gespürt habe, berichtete der Rentner. Außerdem habe sie den Namen des Täters genannt und die umstehenden Menschen aufgefordert, diesen Namen zu behalten. Eine andere Zeugin habe dann den Namen in ihr Handy eingegeben.

Am Dienstag hatten bereits mehrere Polizisten ausgesagt. Auch die Angehörigen des Opfers waren bereits als Zeugen geladen.

Von Heidi Niemann

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