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Göttingen Laufen im Lichtermeer am Kiessee
Die Region Göttingen Laufen im Lichtermeer am Kiessee
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17:00 05.10.2018
Atmosphärisch: Am 20. Oktober kommt es am Kiessee zur Neuauflage des Göttinger Lichterlaufs. Quelle: Arne Bänsch
Göttingen

 Der zweite Göttinger Lichterlauf soll am 20. Oktober wieder Tausende von Teilnehmern motivieren, sich für die Elternhilfe für das krebskranke Kind in Göttingen zu engagieren. Damit die Veranstaltung zu einem ähnlichen Erfolg wird wie die Premiere im vergangenen Jahr, stellen die Organisatoren einiges auf die Beine.

14 Licht-Stationen und elf kleine Bühnen für insgesamt 20 Live-Bands und -Gruppen werden in diesem Jahr um den Kiessee herum aufgebaut. Etwa 150 Helfer setzt die Elternhilfe für das krebskranke Kind als Veranstalter des Lichterlaufs ein, um ihn auch diesmal wieder zu einem besonderen optischen und akustischen Erlebnis werden zu lassen.

Erst Kinder, dann Erwachsene

Zwischen 17 und 18 Uhr dürfen zunächst Kinder bis zehn Jahre über eine etwa 500 Meter lange Strecke flitzen, die direkt an der Bühne am Spielplatz auf der Ostseite des Sees vorbeiführen wird. Der Kinderlauf dauert somit nicht nur länger als beim ersten Mal: „Wir lassen ihn auch auf einer etwas geänderten Strecke ablaufen, um zu verhindern, dass der Besucherstrom die Strecke kreuzt und so die Aktiven behindert“, erläutert Frank Neumann aus dem Orga-Team.

Gemeinsam laufen, walken oder gehen – für einen guten Zweck. Quelle: Arne Bänsch

Die Erwachsenen sind dann zwischen 18.30 Uhr und 20.30 Uhr aufgerufen, komplett um den See zu laufen, zu walken oder zu gehen. „Jeder entscheidet für sich, wie viele Runden er oder sie absolvieren möchte. Eine Startgebühr wird nicht erhoben“, erklärt Moderator Andreas Lindemeier, der über die Arbeit im elfköpfigen Orga-Team so eine starke Bindung zur Arbeit des Elternhilfe-Vereins aufgebaut hat, dass er sich kürzlich sogar in dessen Vorstand wählen ließ. Vor oder nach dem Lauf können die Teilnehmer frei entscheiden, wie viel Geld sie für den Verein spenden möchten. Das geschieht in einem eigens hierfür aufgebauten Spendenzelt. „Als Dank bekommt jeder Teilnehmer dort ein leuchtendes Geschenk“, verspricht Dagmar Hildebrandt-Linne, Geschäftsführerin des Elternhilfe-Vereins, der das Elternhaus am Papenberg betreibt. „Um die Arbeit unseres Vereins auch künftig sicherzustellen, sind wir auf Spenden angewiesen“, erklärt sie. Jährlich habe das Elternhaus einen Finanzbedarf von 460 000 Euro. Ein gutes Drittel werde über die Krankenkassen abgerechnet, ein Fünftel über eine Stiftung. Den Rest muss der Verein aufbringen – das gehe nur über Spenden. „Deshalb ist der Lichterlauf so wichtig für uns“, betont Hildebrandt-Linne. 2017, bei der ersten Auflage, hatte der Verein auf 2000 Teilnehmer gehofft, 4000 sind es am Ende geworden. Zählt man die Besucher mit, seien 5000 Menschen vor Ort gewesen, und diese hätten in wenigen Stunden 37 000 Euro gespendet.

Glanzvolle Effekte wird es auch in diesem Jahr wieder beim Göttinger Lichterlauf geben. Quelle: Arne Bänsch

Spendenlauf und Musik-Festival

Für das Lichtkonzept rund um den See zeichnet auch in diesem Jahr die Firma Lighthouse um ihren Geschäftsführer Steffen Mühl verantwortlich, der sich gleichzeitig im Orga-Team engagiert – alles ehrenamtlich, versteht sich. Alle 250 Meter soll außerdem Live-Musik die Läufer motivieren. Unter den teilnehmenden Künstlern, die ebenfalls allesamt ohne Gage antreten, sind klangvolle Namen wie die Hot Docs, Schottenrock oder Karin Bender mit ihrem Chor „Rosalie“. Auch der talentierte Linus Shastri ist wieder mit dabei; diesmal darf er auf der Hauptbühne Ed-Sheeran-Songs interpretieren. Die Vielfalt reicht von Folk-Rock über Bigband-Musik bis hin zu Alphörnern und Dudelsäcken. „Das wird das größte Unplugged-Musikfestival in Südniedersachsen“, kündigt Lindemeier an. Alles in allem werden mehr als 200 Musiker und Tänzer für Unterhaltung während des Laufs sorgen. Zudem werde über die Arbeit des Elternhilfe-Vereins informiert.

Lindemeier ruft alle Teilnehmer zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf: „Wir bitten darum, keine Walking-Stöcke einzusetzen, da diese auf engem Raum ebenso eine Gefahr darstellen können wie zum Beispiel Hundeleinen“, so der Mitorganisator. Ausdrücklich erwünscht sei hingegen die eigene kreative Beleuchtung, etwa mit Stirnlampen oder Lichterketten. „Es gibt aber ganz bewusst keine strenge Reglementierung. Alle sollen einfach einen schönen Abend haben dürfen“, sagt er. Damit passe das Konzept des Lichterlaufs bestens zum Elternhaus, wie Hildebrandt-Linne ergänzt: „Auch bei uns geht es darum, Rücksicht aufeinander zu nehmen und nach Möglichkeit gemeinsam eine unbeschwerte Zeit zu verbringen.“ Zeiten und Platzierungen seien da nicht wichtig.

Um die Teilnehmerzahl kalkulieren zu können, bitten die Veranstalter um eine kostenlose Anmeldung über die Internetseite goettinger-lichterlauf.de. Dort gibt es auch weitere Infos zum Ablauf und zu den auftretenden Künstlern.

Von Markus Riese

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