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Göttingen WM in der Lokhalle, aber nicht auf Märkten
Die Region Göttingen WM in der Lokhalle, aber nicht auf Märkten
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00:29 02.03.2018
Public Viewing zu Fußball-Turnieren: beliebt zwar, aber für Städte und Gemeinden zu teuer. Quelle: dpa
Göttingen

Noch 106 Tage bis zum Anpfiff. Am 14. Juni beginnt die Fußball-WM in Russland. Rechtzeitig dazu hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche eine Verordnung beschlossen, die die Open-Air-Übertragung der WM-Spiele auf Großleinwänden auch nach 22 Uhr erlaubt. Der Lärmschutz soll gelockert werden. Im Einzelfall liegt die Entscheidung aber bei der Kommune, die zwischen öffentlichem Interesse dem Schutz der Nachtruhe abwägen muss.

Trotz gelockerter Regelungen verfällt die Region nicht in plötzliche Public-Viewing-Euphorie. Kommunen halten sich zurück, selbst gemeinschaftliches Fußballgucken zu organisieren. „Die Stadt hat noch nie aus Anlass einer Fußball-WM ein Public Viewing organisiert. Mir sind keine Überlegungen bekannt, das in diesem Jahr zu tun“, sagt Göttingens Verwaltungssprecher Detlef Johannson. „Die Stadt muss doch nicht alles organisieren.“ Bislang habe es in Göttingen für Public Viewing ein Angebot gegeben. „Dem muss man doch mit Einsatz von Steuergeldern keine Konkurrenz machen, oder?“, fragt Johannson.

5000 Fans in der Göttinger Lokhalle im Sartorius-WM-Village

Der größte Anbieter von Public-Viewing war bislang Lutz Renneberg mit seinem EM- und WM-Village in der Lokhalle. Bis zu 5000 Besucher gehen in die Halle. „Die Planung für die Neuauflage in diesem Jahr haben begonnen“, sagt Renneberg. Gezeigt würden wie bisher alle Spiele mit deutscher Beteiligung. Also mindestens drei, maximal sieben, wenn die Mannschaft das Finale am 15. Juli erreicht. „Das ist ein gewisses Risiko. Aber ich habe großes Vertrauen“, sagt Renneberg. Denn finanziell würde sich der Aufwand erst ab Erreichen des Viertelfinales lohnen. Ohne Sponsoren gehe es gar nicht.

Das zweite bislang regelmäßiges Public-Viewing-Angebot in Göttingen wird es in diesem Jahr nicht geben: Der SC Hainberg plant, nach Auskunft von Geschäftsführer Gustav Bode „zu 80 Prozent“ kein Public Viewing. Grund: Das Dach der Funsporthalle soll saniert werden.

Lärmschutz ist entscheidendes Kriterium

Zurückhaltung auch in Duderstadt, Hann. Münden und Northeim. „Die Stadt Duderstadt plant aktiv keine Public-Viewing-Veranstaltungen“, sagt Sprecherin Svenja Eckert. Von privaten Veranstaltern gebe es bislang keine Anfragen. Entscheidendes Kriterium aus Sicht der Stadt sei der Lärmschutz.

In Hann. Münden sei ein Public Viewing bislang stets an den „extrem hohen“ Kosten gescheitert, sagt Sprecherin Julia Bytom. Die „freiwillige Leistung“ sei für die Stadt nicht zu finanzieren, es sei denn sie bekommt Hilfe durch die Wirtschaftsförderung.

Northeim macht’s möglich

Auch die Stadt Northeim werde selbst kein Public Viewing anbieten. Sprecher der Stadt Northeim, Marcos Prieto, sagte aber, dass die Stadt privaten Veranstaltern alles im Rahmen des Möglichen ermöglichen werde.

Anpfiff der deutschen Spiele in Russland ist zwischen 17 und 21 Uhr Ortszeit oder 16 und 20 Uhr europäischer Sommerzeit.

Von Michael Brakemeier

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