Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Offene Fragen rund um das EAM-Gebäude
Die Region Göttingen Offene Fragen rund um das EAM-Gebäude
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 09.09.2018
Das ehemalige EAM-Gebäude an der Kassler Landstraße. Quelle: Foto: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Meinungsverschiedenheiten zur künftigen Anzahl der Geschosse des EAM-Gebäudes und offene Fragen zur Belastung der Anwohner durch Elektrosmog, Lärm und Abgase verzögern die geplante fünfte Änderung des Bebauungsplans „Salinenweg“. Die SPD-Fraktion hat im Bauauschuss gestern Nachmittag Beratungsbedarf angemeldet.

Zuvor hatte Verwaltungsmitarbeiter Hervé Lopez die Konsequenzen der angedachten Umwidmung des Areals von einem reinen Gewerbegebiet zu einem sogenannten „urbanen Baugebiet“ erläutert, welches dann auch Wohnbebauung zulassen würde. Genau diese sieht die Tetraeder Immobilien GmbH als Eigentümerin des EAM-Hochhauses künftig für alle Geschosse oberhalb des ersten Obergeschosses vor. Im Sockelgeschoss und im nördlichen Anbau soll eine Kindertagesstätte entstehen, im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss seien Büros vorgesehen. Geplante Vorgaben für den Lärmschutz würden auf dem vorliegenden Schallgutachten basieren. „Aus Lärmschutzgründen wird es nötig sein, dass das Gebäude zur Kasseler Landstraße hin eine geschlossene Fassade bekommt“, erklärte Lopez.

Sieben oder neun Geschosse?

Sylvia Binkenstein (SPD) erkundigte sich nach einer städtebaulichen Begründung für die inzwischen geplante Aufstockung des EAM-Gebäudes von sieben auf neun Geschosse, zumal in direkter Nachbarschaft ein viergeschossiger Hotelneubau entstehen soll. „Da, wo es passt, sollten wir bereit sein, auch mal mit höheren Gebäudehöhen zu arbeiten“, entgegnete Hans Otto Arnold (CDU). Offensichtliche Uneinigkeit herrschte darüber, ob ein Hochhaus an dieser Stelle passt – oder eben nicht.

Für Irritationen unter den Aussschussmitgliedern sorgte der Hinweis aus der Verwaltung, dass das EAM-Gebäude möglicherweise neu gebaut werden könnte. „Das hören wir heute zum ersten Mal“, machte Edgar Schu von der Gö-Linken deutlich. Er argumentierte, dass in diesem Fall die üblichen Regeln für sozialen Wohnungsbau anzuwenden seien. Dieser sei bislang „zu null Prozent“ vorgesehen. Ulrich Holefleisch (Grüne) betonte, dass der Investor eindeutig erklärt habe, die bestehende Bausubstanz reaktivieren zu wollen.

Tempolimit auf der Kasseler Landstraße?

Mehrere Wortmeldungen gab es zu offenen Emissionsfragen im Hinblick auf Lärm, Abgase und Feinstaub sowie Elektrosmog. Harald Wiedemann (Grüne) äußerte die Sorge, dass das nahgelegene Umspannwerk bei hierfür anfälligen spielenden Kindern Leukämie begünstigen könnte. Holefleisch sprach sich für eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf der Kasseler Landstraße aus, weil diese zu messbaren Verringerungen der Lärm- und Abgasemissionen führen könne. Manfred Hilterhaus (beratendes Mitglied) fasste seine Meinung so zusammen: „Elektrosmog, Lärm und Feinstaub: Sie können Kinder in Bodenhaltung nicht permanent diesen drei Emissionen aussetzen.“

Eigentlich hätte im September die öffentliche Auslegung des neuen Bebauungsplan-Entwurfs erfolgen und bis Ende 2018 der Satzungsbeschluss gefasst werden sollen. Ob der Umbau nun wie geplant im Jahr 2019 beginnen kann, blieb zunächst offen.

Von Markus Riese

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Als eine der ersten Schulen in Niedersachsen hat das Hainberg-Gymnasium Göttingen am Donnerstag zwei Unisex-Toilettenräume eröffnet.

06.09.2018

Die Zahl der Drogendelikte im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Göttingen steigt kontinuierlich. Allein 2017 zählten die Ermittler 1218 registrierte Fälle – 33 Prozent mehr als im Vorjahr.

09.09.2018

Vom Klassiker bis zum aktuellen Blockbuster, von Herzschmerz bis Actionkracher – 30 Filme hat das Programmkino Lumière in diesem Sommer im Freibad Brauweg gezeigt. Jetzt hat das Kino Bilanz gezogen.

09.09.2018
Anzeige