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Die Region Göttinger Angstforscher Bandelow: Angst vor Wölfen ist angeboren
Die Region Göttinger Angstforscher Bandelow: Angst vor Wölfen ist angeboren
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15:00 12.07.2018
Um die tradierte Angst vor Wölfen zu reduzieren, müssten Menschen vermehrt Wölfe im Wald sehen und feststellen, dass nichts passiert, schlug Bandelow vor. Quelle: dpa
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Göttingen/Hannover

Die Angst vor Wölfen ist nach Ansicht des Göttinger Angstforschers Borwin Bandelow eine jahrhundertealte vererbte Urangst. „Jeder Mensch wird mit einem kompletten Angstsystem geboren“, sagte der Psychiater in Hannover bei einer Podiumsdiskussion des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums zum Thema „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?“. Ängste würden über Generationen vererbt, um die Menschheit vor „Totalausfällen“ zu schützen, sagte Bandelow: „Unsere Vorfahren sind die Angsthasen.“

Bei den Urängsten spiele es keine Rolle, wie real die Bedrohung tatsächlich sei, betonte der Wissenschaftler. So hätten viele Menschen Flugangst, weil es gegen die Natur des Menschen sei zu fliegen. Dabei sei etwa das Risiko, mit einem Kugelschreiber getötet zu werden, deutlich höher als mit dem Flugzeug abzustürzen. Um die tradierte Angst vor Wölfen zu reduzieren, müssten Menschen vermehrt Wölfe im Wald sehen und feststellen, dass nichts passiert, schlug Bandelow vor.

„Fakten können helfen, Ängste zu reduzieren“

Die Tiermedizinerin Friederike Gethöffer plädierte für eine breitere wissenschaftliche Aufklärung über Wölfe. „Fakten können helfen, Ängste zu reduzieren“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. So bevorzugten Wölfe Wildtiere wie Rehe, Wildschweine oder Rothirsche als Nahrung. Nutztiere wie Schafe reiße ein Wolf dagegen nur, wenn es an Alternativen mangele oder es ihm nicht genug verwehrt werde.

Einen hundertprozentigen Schutz für Weidetiere gebe es allerdings nicht, räumte die stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Wolfbüros, Verena Harms, ein. Sie rief dazu auf, jeden Verdacht auf einen Wolfsriss zu melden. Wer einem Wolf im Wald begegne, solle sich kräftig bemerkbar machen, riet sie. „Der Wolf soll merken, dass mit Menschen nicht gut Kirschen essen ist“, sagte die Biologin. Harms kritisierte das Verhalten von Waldbesuchern, die Wölfen hinterhergingen, um bessere Fotos machen zu können. „Das führt zu einer noch stärkeren Gewöhnung an den Menschen.“ In Niedersachsen leben den Angaben zufolge etwa 13 Rudel mit je fünf bis zehn Wölfen.

Von epd

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