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Hann Münden 2500 Unterschriften gegen Tourismusabgabe
Die Region Hann Münden 2500 Unterschriften gegen Tourismusabgabe
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13:28 17.05.2017
Christiane Langlotz übergab zu Beginn der Veranstaltung knapp 2.500 gesammelte Unterschriften gegen den Fremdenverkehrsbeitrag an Bürgermeister Harald Wegener. Quelle: Wesche
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Hann. Münden

Seit Monaten sorgt die geplante Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrags in Hann. Münden für Unruhe. Auch auf der jüngsten Infoveranstaltung zeigten sich Einzelhändler und Gastronomen besorgt, einige äußerten Existenzängste. Als Grundlage für die neue Abgabe erarbeitete die Verwaltung unter Federführung Elmenhorsts in den vergangenen Monaten eine Beitragssatzung, die eine möglichst gerechte Verteilung der finanziellen Belastung ermöglichen soll.

Ziel sollte es sein, knapp 300.000 Euro für touristisches Marketing zu generieren. Der bisherige städtische Zuschuss könne nach Angaben von Wegener aufgrund der schwierigen Haushaltssituation und der Auflagen der Kommunalaufsicht nicht mehr geleistet werden. „Tourismusförderung ist eine freiwillige Leistung, die wir nicht mehr bedienen können“, so Wegener.

85 Prozent aller potenziellen Beitragszahler haben nach Angaben von Elmenhorst den Erhebungsbogen zur persönlichen Umsatzabfrage an die Stadtverwaltung geschickt. Auf Basis dieser Daten wurde ein komplexes Rechenmodell zurate gezogen, das anhand von Gewinn- und branchenspezifischen Vorteilssätzen die Beitragslast ermittelt.

Stimmt der Rat der Stadt am 22. Juni der Satzung und damit der Einführung des Tourismusbeitrags zu, müsste ein Hotel in Hann. Münden bei einem angenommenen Jahresumsatz in Höhe von 300.000 Euro eine zusätzliche Belastung von 3.521 Euro einkalkulieren. Ein Kiosk mit einem Jahresumsatz von 90.000 Euro würde künftig 12 Euro bezahlen. Auf die Frage, was denn mit den Geldern passieren solle, antwortete Wegener ausweichend: „Wir müssen gemeinsam ein Tourismuskonzept erarbeiten.“ Gleichzeitig betonte er, dass die Einnahmen aber vorrangig für die Personalkosten der Hann. Münden Marketing GmbH benötigt werden.

Unklar blieb bis zum Schluss für viele Zuhörer, wie die touristischen Vorteilssätze ermittelt wurden: „Wieso wird ein Restaurant mit 50 Prozent und ein Café mit 70 Prozent veranlagt“, fragte Christiane Langlotz, zweite Vorsitzende des Vereins Pro Tourist. Für laute Zwischenrufe sorgte auch die Aussage Elmenhorsts, dass ein in Hann. Münden ansässiges Unternehmen, das seine Umsätze an anderen Standorte tätige, auf Basis seines Gesamtumsatzes veranlagt würde. Die in Hann. Münden getätigten Umsätze eines  Zulieferers, der seine Betriebsstätte außerhalb der Stadtgrenzen habe, blieben hingegen unberücksichtigt.

Neu für viele Zuhörer war auch, dass es - anders als bislang kommuniziert - keine Beitragspflicht für verschiedene Zonen geben wird. Die Tourismusabgabe ist für ein Unternehmen in den umliegenden Dörfern genauso hoch wie für die innenstadtnahen Betriebe.  Besorgt zeigten sich viele potenzielle Beitragszahler darüber, dass ihr Geld im städtischen Säckl einfach verschwinden wird. Dem widersprach Bürgermeister Wegener: „Alle Einnahmen fließen zu 100 Prozent in das touristische Marketing. Mit dem Beitrag erhalten wir den IST-Zustand doch ohne die Abgabe können wir nicht mal das.“

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