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Hann Münden 51-Jährige erhält Bewährungsstrafe für Messerattacke
Die Region Hann Münden 51-Jährige erhält Bewährungsstrafe für Messerattacke
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17:01 18.04.2018
Quelle: dpa
Hann. Münden

Drei Jahre lang hat sich eine 51-jährige Frau aus Hann. Münden über die ständigen Lärmbelästigungen durch einen unbekannten Nachbarn geärgert. Als sie ihm dann das erste Mal gegenüberstand, eskalierte der Streit. Am Ende hatte der Nachbar zwei Messerstiche im Rücken und die 51-Jährige einen Prozess am Hals. Am Mittwoch hat das Amtsgericht Hann.Münden über die strafrechtlichen Konsequenzen entschieden. Das Gericht verurteilt die 51-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Als Auflage muss die Angeklagte ein Schmerzensgeld von 1700 Euro an den Nachbarn zahlen.

Ihr mitangeklagter 23-jähriger Sohn, der dem Nachbarn ins Gesicht geschlagen hatte, erhielt wegen vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 50 Euro (insgesamt 3000 Euro).

Verteidiger plädierten auf Freispruch

Das Gericht ging mit seinem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten gefordert hatte. Die Verteidiger hatten dagegen auf Freispruch plädiert, weil sich die Angeklagten in einer Notwehrsituation befunden hätten.

Dies sah das Gericht allerdings anders. Der 41-jährige Nachbar sei zwar nach Angaben von Zeugen selbst schon durch gewalttätiges Verhalten aufgefallen und auch bei dem angeklagten Vorfall im Mai vergangenen Jahres aggressiv aufgetreten. Zu dem Streit war es gekommen, nachdem jemand eine Bierflasche in den Innenhof geworfen hatte. Als sich die 51-Jährige über das Verhalten beschwerte, soll der Nachbar gerufen haben: „Kommt doch rüber.“

Stichverletzungen mussten operiert werden

Die 51-Jährige folgte der Aufforderung und ging gemeinsam mit ihrem Sohn zum gegenüberliegenden Wohnhaus. Nach Überzeugung des Gerichts hatte sie ein Messer in der Handtasche bei sich, um sich notfalls verteidigen zu können. Als sie das Haus betraten, sei ihnen der 41-Jährige auf der Treppe entgegengekommen. Es kam zu einem lautstark ausgetragenen Streit. Dabei habe die Angeklagte zunächst den Nachbarn geschubst, danach habe ihr Sohn ihm zweimal ins Gesicht geschlagen. Die 51-Jährige habe dann zweimal mit dem Messer auf den Mann eingestochen. Der 41-Jährige musste aufgrund der Stichverletzungen mehrere Stunden lang operiert werden.

Messerangriff eine „sehr heftige Tat“

Das Gericht wertete es zugunsten der Angeklagten, dass sie nicht vorbestraft ist und anschließend selbst einen Notruf abgesetzt hatte. Die 51-Jährige habe zudem aufgrund des jahrelangen Streits unter einer starken psychischen Belastung gestanden. Der Messerangriff sei aber eine „sehr heftige Tat“ gewesen, bei der die „abstrakte Gefahr einer lebensgefährdenden Behandlung“ bestanden habe. Die Angeklagte habe nicht nur deutlich überreagiert, sondern auch ihren Sohn hineingezogen, der bis dahin gar nicht in den Streit involviert gewesen sei.

Die Angeklagte hatte in ihrem letzten Wort beteuert, dass ihr die Tat sehr leid tue und sie nicht die Absicht gehabt habe, jemanden zu verletzen. Sie sei in Angst und Panik um ihren Sohn gewesen.

Von Heidi Niemann

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