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Hann Münden Erste Begegnung endet mit Messer im Rücken
Die Region Hann Münden Erste Begegnung endet mit Messer im Rücken
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17:09 25.01.2018
Quelle: dpa
Hann. Münden

Laut Anklage soll der 23-Jährige einem 41-jährigen Nachbarn vermutlich mit einem Messer zweimal in den Rücken gestochen haben. Außerdem sollen Mutter und Sohn dem Mann ins Gesicht geschlagen haben. Der 41-Jährige musste aufgrund der Stichverletzungen mehrere Stunden lang operiert werden. Das Bizarre an dem Fall: Die Nachbarn kannten sich gar nicht, hatten nie miteinander geredet, lagen aber seit Jahren im Streit. Als sie sich das erste Mal einander gegenüberstanden, artete der Konflikt sofort in Gewalt aus.

Das Gericht versucht nun herauszufinden, wie es zu dieser Eskalation kam und was genau passiert ist. Dass dies nicht einfach sein wird, zeigte sich bereits zu Prozessbeginn. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, im Mai vergangenen Jahres entsprechend einem gemeinsamen Plan den Hausflur des 41-Jährigen betreten zu haben. Sie selbst wohnen in einem gegenüberliegenden Haus.

Zweimal heftig ins Gesicht geschlagen

Laut Anklage soll zunächst die 51-Jährige den Nachbarn geschubst haben. Ihr Sohn habe ihm dann zweimal so heftig ins Gesicht geschlagen, dass dieser Platzwunden davontrug. Anschließend habe der 23-Jährige ihm zweimal in den Rücken gestochen, danach habe die Mutter dem Nachbarn ebenfalls ins Gesicht geschlagen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befand sich der Nachbar aufgrund seiner Stichverletzungen zwar nicht in Lebensgefahr, es habe aber die „abstrakte Gefahr einer lebensgefährdenden Behandlung“ vorgelegen.

Während der 23-jährige Sohn zum Prozessauftakt keine Angaben zur Sache machen wollte, legte die 51-jährige Mutter ein Geständnis ab. Ihre Version unterscheidet sich aber deutlich von dem, was in der Anklage steht. Nicht ihr Sohn, sondern sie habe zugestochen, erklärte sie. Sie habe bereits seit drei Jahren unter permanenter Lärmbelästigung gelitten, „drei Jahre Terror ohne Ende“. Sie habe aber nie gewusst, wer aus der Nachbarschaft dahinter gesteckt habe. Als es an jenem Sonntag wieder Lärm gab, habe sie gerufen, dass sie die Polizei alarmieren werde, wenn das nicht aufhöre. Daraufhin habe der gegenüber wohnende Nachbar gerufen, dass sie doch mal rüber kommen sollten. Sie sei dann gemeinsam mit ihrem Sohn durch die offene Tür in das Haus gegangen.

Das Messer genommen und zugestochen

Im Flur sei der Nachbar sofort auf sie losgestürzt, um sie zu schlagen, sagte die 51-Jährige. Ihr Sohn sei dann dazwischen gegangen, daraufhin habe ihn der Nachbar in die Ecke gedrückt. Dann habe sie gesehen, dass der Nachbar auf einmal ein Messer in der Hand hatte, das kurz darauf in dem Gerangel zu Boden gefallen sei. Sie habe sich gebückt, das Messer genommen und zugestochen. „Ich war in Panik, ich hatte Angst um meinen Sohn“, sagte sie.

Der 41-Jährige gab dagegen an, dass diese ihn zuerst angegriffen hätten. Noch bevor er habe zurückschlagen können, „hatte ich das Messer im Rücken“. Der 41-Jährige, der deutlich größer und schwerer als die beiden schmächtigen Angeklagten ist, hatte gegenüber den Ermittlern den 23-Jährigen als Täter bezichtigt. Auf Nachfrage des Gerichts musste er allerdings einräumen, dass er nicht gesehen habe, wer zugestochen hatte. Unklar ist auch, womit er verletzt wurde. Das Messer wurde trotz intensiver Polizeisuche nie gefunden. Der Prozess wird im Februar fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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