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Hann Münden Fernsehkoch Rosin dreht im „Rinderstall“
Die Region Hann Münden Fernsehkoch Rosin dreht im „Rinderstall“
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00:20 14.07.2018
Frank Rosin (Mitte) und das Betreiberpaar Doreen Werner und Esteban Alonso. Quelle: Christoph Mischke
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Hann. Münden

Esteban Alonso und Doreen Werner betreiben das traditionsreiche Ausflugslokal auf dem Steinsberg zwischen Hann. Münden und Staufenberg seit dem 30. März. Hauptsächlich in Eigenleistung haben die beiden ihr Lokal, das im Dezember 2013 bei einem Brand schwer beschädigt wurde, nahezu komplett saniert. Stein für Stein hätten sie Mauer für Mauer mit den Händen abgetragen, berichtet Alonso. Logistisch und finanziell stellten die umfangreichen Arbeiten, die sich aus der ursprünglich geplanten einfachen Renovierung ergaben, das Betreiberpaar allerdings auf eine harte Probe. Cornelia Kallenbrunnen, die das idyllische Waldgasthaus schon seit ihrer Jugend kennt, bewarb sich ohne Wissen von Alonso und Werner beim Fernsehsender für das Format. „Nachdem mir Doreen bei einem zufälligen Treffen im Wald von ihren Sorgen und Nöten erzählt hatte, schrieb ich dem Sender noch vor der Neueröffnung und schilderte die Situation“, sagt die Hann. Mündenerin.

Tränen vor Freude

Entsprechend riesengroß war dann auch die Überraschung, als Fernsehkoch Rosin und sein Team Ende der vergangenen Woche plötzlich vor der Tür standen. „Mir sind vor Freude und Aufregung sofort die Tränen gekommen“, berichtet Werner, „und ich musste Frank erst einmal drücken.“ Werners Lebenspartner Alonso sieht die Situation rückblickend bedeutend nüchterner. Natürlich haben wir uns gefragt: Sollen wir oder sollen wir nicht. „Aber“, sagt Alonso, „wer sollte uns bei unseren Prozessen, Abläufen und Inhalten besser helfen können, als ein absoluter Profi.“ Wo keine Kritik sei, könne man auch nicht wachsen, sei ein Motto von ihm. Er legt Wert auf die Feststellung, dass während der Dreharbeiten nichts abgesprochen wurde. „Wir hatten keine Vorschriften, durften unsere Emotionen ausleben und sagen, was wir wollten“, berichtet er. Rosin bestätigt das: „Bei uns wird nichts gescriptet, das ist alles authentisch hier.“ Genau diese Authentizität würde häufig missachtet, so der Sternekoch, der die Gastronomiekultur in Deutschland „in einem katastrophalen Zustand“ sieht. „Wir bilden immer noch aus wie in den 1950er-Jahren und das Handwerk und die Dienstleistung werden vernachlässigt“, schimpft Rosin.

Frank Rosin dreht derzeit im „Waldgasthaus Rinderstall“ bei Hann. Münden für sein Coaching-Format „Rosins Restaurants – ein Sternekoch räumt auf!“.

Kleinod in Spitzenlage

Für Hann. Münden und den Kaufunger Wald schwärmt er allerdings und lobt das Gasthaus in höchsten Tönen: Es sei ein Kleinod in Spitzenlage mit einer super Infrastruktur. „Der Rinderstall ist ein sauberer Betrieb mit unheimlich netten Leuten“, befindet der Profi. Genau das sei aber auch Teil des Problems. Viele Gäste hätten die Neueröffnung ihres geliebten Lokals gar nicht mehr erwarten können und hätten die Betreiber regelrecht überrannt. „Das war wie ein Tsunami, der über uns hereingebrochen ist“, schildert Alonso. Darauf seien er und seine Partnerin nicht vorbereitet gewesen. Gemeinsam mit Sohn Philipp und drei Servicekräften sei man dem Andrang in den ersten Monaten nicht immer gewachsen gewesen, gibt er selbstkritisch zu. Daher suche er auch händeringend Personal. Auch für Rosin ist die Situation im „Rinderstall“ eine andere als üblich. „In die Restaurants, zu denen ich sonst gerufen werde, kommen keine Gäste, hier ist es genau umgekehrt.“ Um das Speisenangebot und dessen Qualität sei es während des Coachings gar nicht gegangen, berichtet Rosin, denn hier habe es immer noch jedem geschmeckt. Vielmehr habe er gemeinsam mit den Betreibern nach Veränderungen struktureller und organisatorischer Art gesucht und diese auch gefunden.

Nach einer kurzen „Verschönerungsauszeit“ öffnet der „Rinderstall“ am Sonnabend, 14. Juli, wieder seine Türen für die Gäste. Wann jedoch die Rinderstall-Folge in der elften Staffel der Reihe ausgestrahlt wird, kann Felix Girelli, Set-Aufnahmeleiter der Produktionsfirma Redseven, nicht sagen. „Das entscheidet der Sender Kabel eins“, sagt er und vermutet einen Sendetermin im Oktober dieses Jahres.

Von Christoph Mischke

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