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Hann Münden Südniedersachsen Stars erinnern an verstorbene Motorradfahrer
Die Region Hann Münden Südniedersachsen Stars erinnern an verstorbene Motorradfahrer
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00:21 08.05.2018
Die Südniedersachsen Stars richten eine Gedenkfahrt für verstorbene Motorradfahrer aus. Quelle: Rüdiger Franke
Hann. Münden

Nach der Teilnahme an einer Gedenkfahrt in Braunschweig mit 2000 bis 3000 Teilnehmern seien die Stars auf die Idee gekommen, eine solche Veranstaltung auch in Südniedersachsen ins Leben zu rufen, erzählt Stars-Sprecher Dieter Jäkel, „um die Leute zu sensibilisieren, nicht schneller zu fahren, als ihr Schutzengel fliegen kann“. Vor zwei Jahren habe es dann die erste Zusammenkunft gegeben, die Premiere mit rund 180 Teilnehmern erfolgte im vergangenen Jahr.

Positive Resonanz

Die in Südniedersachsen noch junge Veranstaltung stoße durchaus auf positive Resonanz. 2017 seien sie zum Gottesdienst nach Bursfelde gefahren, erzählte Jäkel. In der Kirche sei er mit einem älteren Herrn ins Gespräch gekommen. Dieser habe sich über die Aktion sehr gefreut, weil sein Sohn im Jahr zuvor tödlich verunglückt sei. Jäkel berichtete auch von einer Begegnung am Freitag in Hann. Münden, als sie von einer Frau angesprochen wurden, die eigentlich gar kein Motorrad fährt. Sie habe erklärt, dass sie gern vorbeikommen und mitfahren würde, weil ihr die Aktion gefalle.

Weite Anreise

Die Teilnehmer reisten zum Teil mehrere hundert Kilometer an, aus dem Schwarzwald, aus Dänemark sowie aus der Schweiz beziehungsweise Frankreich. Einer von ihnen ist der Schweizer Robert Saxer, Roby genannt. Er wohnt im französischen Huningue. Er berichtete von einer Freundschaft mit den Südniedersachsen. „Wir fahren alle Starbikes“, sagte er. Von den in den USA hergestellten Cruisern gebe es in Europa rund 15 000. Der Schweizer fährt eine Midnight Star mit 1900 ccm. Pro Jahr cruise er rund 12 000 Kilometer durch Europa. „Das weiteste war Portugal“, erzählte er. In vier Wochen sei er wieder in der Region, wenn sich vom 31. Mai bis 2. Juni Starfahrer aus ganz Europa am Edersee treffen.

Robert „Roby“ Saxer ist mit seiner Lebensgefährtin Bea auf einer Midnight Star aus Frankreich angereist. Quelle: Rüdiger Franke

In ganz Europa unterwegs

Auch die Südniedersachsen Stars seien in ganz Europa unterwegs, sagte Gründer Uwe Schäfer. „Wir bevorzugen zwar Chopper’“, erklärte er, „aber bei uns zählt nicht die Maschine, sondern der, der darauf sitzt.“ Im Gegensatz zu Motorradclubs gebe es bei den Stars auch keine Pflichttermine. Sie tragen zwar ein Colour , also ein eigenes Wappen, auf dem Rücken, aber „nur zur gemeinsamen Darstellung wie bei Sportmannschaften“.

Verkehrssicherheit

Im Weserpark, wo sich die Teilnehmer der Gedenkfahrt trafen, informierte unter anderem die Verkehrswacht über Möglichkeiten, die Verkehrssicherheit zu steigern. „Wo können Motorradfahrer etwas ändern, um sicherer unterwegs zu sein“, erklärte Manfred Kölsch. Das beginne zum Beispiel bei der Kleidung, die wegen der besseren Sichtbarkeit nicht komplett schwarz sein sollte. Gerade zum Beginn der Saison sei ein guter Zeitpunkt, den Bikern ins Bewusstsein zu rufen, bewusster zu fahren und auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten. Deshalb bot die Verkehrswacht auch Übungen zu Grundlagen aus der Fahrerlaubnisprüfung an. Wichtig sei die Einsicht der Biker, sagte Kölsch.

Das Nummernschild von Robert „Roby“ Saxer aus Frankreich Quelle: Rüdiger Franke

Nachhaltiges Rahmenprogramm

Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener erklärte, dass er die Schirmherrschaft gern wieder übernommen habe. „Nicht allein weil ich Motorradfahrer bin, sondern auch wegen des Gedenkens an die Verunglückten.“ Auch das Rahmenprogramm sei zu begrüßen, weil vieles auf Nachhaltigkeit ausgelegt sei. Der Gottesdienst gebe der Veranstaltung zusätzlich einen würdigen Rahmen.

Hilfe für Unfallopfer

Außer der Verkehrswacht informierten auch der Allgemeine Rettungsverband (ARV) Niedersachsen Süd über seine Tätigkeit. Die Organisation bekam in diesem Jahr den Erlös der Veranstaltung. „Wir kümmern uns um die soziale Betreuung von Unfallopfern, Angehöringen und Mitfahrenden“, Bernhard Otto, Leiter des Unfallfolgedienstes. Die Mitglieder helfen zum Beispiel dabei, Angehörige zu benachrichtigen oder den Rücktransport zu organisieren. „Wir sind irgendwo zwischen Rettungsdienst und Notfallseelsorge angesiedelt.“ Wichtig sei, dass den Betreuten keine Kosten entstehen, da sich der ARV komplett über Spenden finanziere.

Christliche Fahrer

Ebenfalls mit einem Stand vertreten war die Christian Motorcyclists Association (CMA), eine Vereinigung christlicher Motorradfahrer. „Wir kennen die Südniedersachsen Stars“, sagte Sekretär Dietmar Hausmeier. Die CMA sei mit einer Abordnung von sieben Leuten angereist. Um Mitglied zu sein müsse man an Gott glauben und aktiv in der Kirche sein. „Wir sind aber ein überkonfessionell“, betonte er.

Die Südniedersachsen Stars richten eine Gedenkfahrt für verstorbene Motorradfahrer aus. Quelle: Rüdiger Franke

Gegen Kindesmissbrauch

Ein ganz besonderes Anliegen hat der Verein Biker gegen Kinderpornografie und Missbrauch. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Opfern und Betroffenen nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen“, sagt Jens „Blacky“ Schwarzat aus Schöningen, Regioleiter Niedersachsen / Sachsen-Anhalt. Bundesweit gebe 60 bis 70 Mitglieder und darüber hinaus viele Supporter. Die gesammelten Spendengelder werden aufgeteilt auf die einzelnen Regios und können auch zur Unterstützung anderer Projekte weitergegeben werden. Insgesamt konnten wir Einrichtungen in zehn Bundesländern mit rund 200 000 Euro fördern“, sagt Schwarzat.

Von Rüdiger Franke

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