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Hann Münden Industriebrache wiederbelebt
Die Region Hann Münden Industriebrache wiederbelebt
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16:23 15.02.2017
Im Dachgeschoss der Destille entsteht eine Eigentumswohnung mit fußbodentiefen Fenstern, umlaufender Terrasse und einem einmaligen Blick auf die Tillyschanze. Quelle: sw
Hann. Münden

Bis 1918 diente das Haus hinter der Stadtmauer als unbeheiztes Lagergebäude für Getreide. Drei Wochen nach dem Einbau einer Heizungsanlage brannte es bis auf die Grundmauern nieder. 15 Jahre dauerte es, bis ein neuer Speicher erstellt wurde. In den 50er-Jahren wurde das Gebäude an den Unternehmer Louis Winkelmann verkauft.

Aus dieser Zeit stammt auch der Name des Hauses – Destille, denn die Firma lagerte und verschnitt Hochprozentiges in den Hallen. Mit dem Wirtschaftsboom zu Beginn des neuen Jahrzehnts zogen italienische Gastarbeiter in abgetrennte Räume der Destille ein. Nach dem darauf folgenden langen Leerstand kaufte 1996 der Mündener Hotelier und Denkmalaktivist Bernd Demandt das Haus.

Ursprünglich wollte Demandt die Immobilie zu einem barrierefreien Innenstadthotel umbauen, verwarf er das Vorhaben dann aber. Fortan nutzte er das Haus für verschiedene Aktionen und Events. So war die Destille der Hauptaustragungsort des DenkmalKunst-Festivals in den vergangenen Jahren. Das Erdgeschoss beherbergte eine Ausgrabungsstätte für Kinderarchäologie.

Nach Planungen und Bankgesprächen entschloss sich Demandt 2014 zum Umbau des 1200 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche umfassenden Gebäudes - dem größten leerstehenden Industriebau in der Hann. Mündener Innenstadt. Demandt ließ interessierte Mündener an dem umfangreichen Bauvorhaben teilnehmen und öffnete regelmäßig die Türen der Destille. Eine Kunstveranstaltung mit Musik und ausstellenden Kulturschaffenden komplettierte seine Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen beiden Jahren.

Am kommenden Wochenende, 18. und 19. Februar, wird die Destille nun zum letzten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich sein, denn die ersten Bewohner ziehen Anfang April ein. Auf 850 Quadratmeter sind insgesamt zehn Wohneinheiten entstanden. Acht Wohnungen seien laut Demandt bereits verkauft. Insgesamt habe er 1,3 Millionen Euro investiert. Die Besucher erwartet am Wochenende an beiden Tagen ab 11 Uhr ein Einblick in die vier ausgebauten Etagen der Destille. Der Förderverein Mündener Altstadt übernimmt die Bewirtung und verkauft Lose.  sw

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