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Hann Münden Hann. Münden: Widerstand gegen ein Baugebiet
Die Region Hann Münden Hann. Münden: Widerstand gegen ein Baugebiet
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00:23 16.03.2019
Eselsbach: In diesem Bereich plant die Stadt eine Brücke, die die Armesündergasse mit dem Vogelsang verbindet. Quelle: R
Hann. Münden

Angst vor Straßenausbaubeiträgen in fünfstelliger Höhe und Empörung über eine geplante Umlegung von Grundstücken hat in Hann. Münden zur Gründung der Bürgerinitiative Galgenberg geführt.

„Die Armesündergasse entlang wurden einst die Verbrecher aus der Stadt hinaus hinauf zur Hinrichtungsstätte auf dem Galgenberg geführt“, berichtet Anwohner Reinhard Müller. Ein wenig so wie jene armen Sünder fühlten sich die Bewohner des Viertels oberhalb der Fulda heute. Die Stadt wolle die Armesündergasse ausbauen, neue Schmutz- und Regenwasserkanäle verlegen. „Auch die Strom-, Wasser- und Gastleitungen sind zu erneuern“, ergänzt Stadtplaner Siegfried Pflum.

20 bis 25 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche

Beiträge in Höhe von 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter würden voraussichtlich fällig, kündigt Pflum an. „Bei Grundstücksgrößen von zum Teil 3000 bis 4000 Quadratmetern sind das Beträge von bis zu 100.000 Euro“, rechnet Müller vor. In solcher Höhe bekämen die vielen Senioren wohl keine Kredite mehr bewilligt. Manche hätten Rücklagen, die aber eigentlich fürs Alter gedacht seien. Andere müssten wohl ihre Häuser verkaufen. Stundungen seien mit einem „nicht zeitgemäßen“ Zinssatz von sechs Prozent belegt.

Bedarf von 400 Wohneinheiten bis 2025

Groß ist die Entrüstung auch über die Umlegungspläne der Stadt. „Sie will uns Teile unserer Grundstücke wegnehmen“, ärgert sich Müller. So ließen sich 18 zusätzliche Grundstücke für 25 bis 30 Wohneinheiten schaffen, erklärt Pflum von der Stadtverwaltung. Die Stadt erwarte bis 2025 einen zusätzlichen Bedarf von 400 Wohneinheiten. Um ihn zu decken, seien „erhebliche Anstrengungen“ zur „Mobilisierung von Bauland“ notwendig. „Warum nutzt die Stadt nicht die große Fläche am Kattenbühl Ecke Rehbockbreite, die ehemalige Kaserne oder das Backsteinensemble C. F. Schröder?“, fragt Müller.

Feuersalamander und Hirschkäfer

Die Grundstücke auf dem Galgenberg hält der Anwohner für „denkbar ungeeignet“. In den großen Gärten brüteten zahlreiche Vogelarten. Fledermäuse lebten in den alten Bäumen. Es gebe Feuersalamander und Hirschkäfer. Einige Grundstücke grenzten an den Eselsbach, der aus dem Kaufunger Wald komme. „Die Belange des Umwelt- und Naturschutzes muss die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises prüfen“, hält Pflum dagegen.

Flächenversiegelung vergrößert Hochwassergefahr

„Eine weitere Versiegelung von Flächen auf dem Galgenberg würde die Hochwassergefahr in Hann. Münden vergrößern“, warnt Anwohner Müller. Viele Nachbarn fürchteten zudem eine Zunahme an Verkehr. „Wir haben doch nicht viel Geld in unsere Terrasse investiert, nur damit demnächst Planierraupen durch unseren Garten fahren“, klagt Müller.

Thema im Stadtentwicklungsausschuss

„Bisher konnten wir 64 Unterschriften, darunter 37 von Grundstückseigentümern, gegen die Pläne der Stadt sammeln“, berichtet der Anwohner. Nach seiner Wahrnehmung bewegten sich die beiden großen Parteien im Rat der Stadt. Am Montag, 18. März, beschäftige sich der Stadtentwicklungsausschuss um 15 Uhr im Verwaltungsgebäude an der Böttcherstraße 3 mit dem Thema. Am Dienstag, 19. März, sei um 15 Uhr ein Ortstermin mit Ratsmitgliedern geplant. Die Bürgerinitiative werde mit acht bis neun Mitgliedern anwesend sein.st vor Straßenausbaubeiträgen in fünfstelliger Höhe und Empörung über eine geplante Umlegung von Grundstücken hat in Hann. Münden zur Gründung der Bürgerinitiative Galgenberg geführt.

Von Michael Caspar

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