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Hann Münden Erneut Einbau von Rauchmeldern versäumt?
Die Region Hann Münden Erneut Einbau von Rauchmeldern versäumt?
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13:10 10.05.2017
In einer Wohnung an der Adalbert-Stifter-Straße in Hann. Münden war Mitte März ein Feuer ausgebrochen. Quelle: r/Archiv
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Hann. Münden

Bürgermeister Harald Wegener räumte in einer Pressemitteilung am 30. März das Fehlen der gesetzlich vorgeschriebenen Rauchwarnmelder in den städtischen Schlichtwohnungen an der Adalbert-Stifter-Straße in Hann. Münden ein und versprach: „Als Bürgermeister habe ich umgehend im Konzern Stadt den Auftrag erteilt, sämtliche Gebäude zu überprüfen (…) und auch Rauchmelder anzubringen.“

Nach Hinweisen auf die katastrophalen Zustände der Wohnungen an der Adalbert-Stifter-Straße besuchte Gerd Hujahn, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Göttingen/Münden nach eigenen Angaben die Obdachlosenunterkunft zu Beginn der Woche. „Die Wohnverhältnisse sind teilweise prekär. Es leben dort einige Menschen in den Wohnungen ohne Strom und Wasser (…). Nach Auskunft eines anderen Bewohners fehlt in seiner Wohnung noch der Brandmelder (...)“, schreibt Hujahn nach dem Besuch auf seiner Facebookseite.

Begleitet wurde der Lippoldshäuser von Holger Sparbier, Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks Hann. Münden. Sparbier bestätigte die Aussage des Anwohners und zeigt sich entsetzt: „Wenn der Bürgermeister behauptet, dass der Mangel beseitigt ist und die Brandmelder installiert wurden, dann gehe ich davon aus, dass das auch so ist.“ Unvorstellbar sei für ihn deshalb, dass er anderthalb Monate nach dem Unglück einen Mann treffe, der das klar verneint. Er könne sicher nicht von einer Mietpartei auf alle anderen schließen, betont aber: „Selbst wenn ich bei den Installationsarbeiten gegebenenfalls einen Bewohner nicht antreffe, muss ich doch einen Vermerk hinterlassen und ein weiteres Mal wiederkommen.“ Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen.

Sparbier stellt klare Forderungen auf: „Egal, ob in einer Wohnung oder nach wie vor im gesamten Haus die Brandmeldeanlagen fehlen, ich fordere die Zuständigen dazu auf, den Mangel umgehend zu beseitigen.“ Man habe hier eine gesetzliche Vorschrift zu beachten und darüber hinaus eine eindeutige, soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch den Brand im März dauern noch an. Man ziehe nach Aussage von Oberstaatsanwalt Andreas Buick die Erstellung eines Sachverständigengutachtens in Erwägung. „Die Ermittlungen werden mindestens noch ein Vierteljahr andauern“, erklärte Buick auf Anfrage.

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