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Hann Münden Krötenwanderung hat eingesetzt
Die Region Hann Münden Krötenwanderung hat eingesetzt
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00:32 13.04.2018
Krötenschutz im Naturpark Münden: Gerd Kaufmann setzt Kröten um. Quelle: r
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Hann. Münden

Wenn die Temperaturen nachts zwischen fünf und acht Grad liegen und es regnet, beginnt die Wanderung zu den Teichen, erklärt Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Vereins Naturpark Münden. 700 Meter Zaun haben die Naturpark-Mitarbeiter Gerd Kaufmann und Gerhard Kaminski wie auch die Bundesfreiwilligendienstmitarbeiter Cornelius Neubert und Ingo Redeker in Bursfelde errichtet. Ebenfalls 700 Meter Zaun sind es an der Ballertasche hinter Gimte. Dort werden derzeit Kröten und Molche unter Anleitung von Christiane Schröter-Kunze von Mitarbeitern des Umweltbildungsvereins Libellula und weiteren freiwilligen Helfern morgens und abends zu den Kiesteichen getragen.

In Bursfelde seien in der ersten Woche 800 Erdkröten zum Laichen an den Klosterteich in Bursfelde gebracht worden, erläutert Susat. An der Ballertasche waren es seit Ostern mehr als 1700 Berg- und Teichmolche, 650 Erdkröten, zahlreiche Grasfrösche und einmal auch die seltene Geburtshelferkröte.

Zum Laichen getragen

In Abständen von 20 Metern wurden Eimer eingegraben. Die wandernden Amphibien laufen so lange am Zaun entlang, bis sie in die Eimer fallen. Jeden Morgen werden sie von den Naturparkmitarbeitern registriert und sicher über die Straße zum Klosterteich getragen.

„Wenn die Temperaturen fünf Grad dauerhaft übersteigen, sind die Amphibien unterwegs“, sagt Naturpark-Mitarbeiter Gerd Kaufmann. Da sie aus ihren Überwinterungs-Laubquartieren aus dem Wald kommen, ist die Straße für vergleichsweise warm. Kaufmann: „Daher bleiben sie hier gern einige Minuten sitzen, um sich aufzuwärmen. Dies wird vielen von ihnen zum Verhängnis.“

Nachtwanderung

Im Verhältnis wandern bei den Erdkröten etwa ein Drittel Weibchen und zwei Drittel Männchen. Die Amphibien legen Strecken von bis zu fünf Kilometern zurück, wandern in mehreren Etappen und nur nachts. Um nicht auszutrocknen, graben sie sich tagsüber ein.

Die Rückwanderung setzt im Sommer ein. Viele Kröten sterben auch nach dem Laichen. Daher werden bei der Rückwanderung nicht so viele Tiere gezählt wie bei ihrer Wanderung im Frühling. Naturpark-Geschäftsführerin Susat bittet Autofahrer, in den Morgen- und Abendstunden besonders vorsichtig zu fahren, um insbesondere die Helfer, aber auch die Amphibien nicht zu gefährden.

Von Matthias Heinzel

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