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Hann Münden Schirmherr Stefan Weil zu Gast in Hann. Münden
Die Region Hann Münden Schirmherr Stefan Weil zu Gast in Hann. Münden
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10:55 26.09.2017
Initiator Bernd Demandt (Mitte) führt Ministerpräsident Stefan Weil, Schirmherr vom „DenkmalKunst!“-Festival, und Landtagskandidaten Gerd Hujahn durch Objekte der Denkmalkunst.   Quelle: Foto: Richter
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Hann. Münden

 Mehr als 200 Veranstaltungen bietet „Denkmal Kunst!“ vom 30. September bis 8. Oktober in den fünf Städten des Fachwerk-Fünfecks: neben Hann. Münden und Osterode noch Duderstadt, Einbeck und Northeim. 230 Künstler treten in 85 verschiedenen Gebäuden auf, von denen viele seit Jahren leerstehen.

„Ich will den Menschen die Augen öffnen, was für schöne alte Gebäude in ihren Städten stehen“, erklärte Bernd Demandt, der das Festival vor Jahren in Hann. Münden initiiert hat. In der Dreiflüssestadt sei es gelungen, neue Besitzer für zehn Fachwerkhäuser zu finden. Eine Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt sei entstanden, die mittlerweile 270 Genossen zähle und bereits das zweite Haus in Eigenleistung herrichte.

Hunderte Helfer engagieren sich ehrenamtlich

„In diesem Jahr übertragen wir die Festival-Idee erstmals auf andere Städte“, so Demandt. Seit zwei Jahren liefen die Vorbereitungen. Es sei nicht einfach gewesen, die Idee – mit einem Kulturprogramm Menschen für eine Rettung alter Häuser zu gewinnen – zu vermitteln. Doch nun engagierten sich hunderte Helfer ehrenamtlich. Sie hätten passende Gebäude gesucht, die Eigentümer für eine Öffnung der Häuser gewonnen und ein Kulturprogramm auf die Beine gestellt.

Den Ministerpräsidenten führte Demandt in einen dunklen Innenhof an der Ziegelstraße 33. Das Hinterhaus, so der Fachwerkaktivist, stände seit Jahren leer. Durch ein enges Treppenhaus, in dem es modrig roch, führte er Weil in den dritten Stock. Dort hängen in einem kleinen Zimmer mit Blümchentapete Bilder des Hamburger Künstlers, Hartmut Lerner.

1500 bis 2000 Besucher in der Ziegelstraße erwartet

„Wie soll denn das jemand finden?“, wunderte sich Weil. „Mit unserem Festivalprogramm in der Hand gehen die Besucher die Stadt ab“, erklärte Demand. Er rechne an der Ziegelstraße mit 1500 bis 2000 Besuchern. So viele Menschen hätte das Haus wahrscheinlich in seiner ganzen Geschichte nicht von innen gesehen. Beim vergangenen Festival hätten er und seine Mitstreiter 3000 Tages- und 3000 Dauerkarten verkauft, so der gelernte Tischler und Polsterer, der in Göttingen Ur- und Frühgeschichte studiert hat.

Am Tanzwerder 15 besichtigte Weil ein Gebäude, in dem Demandt seit 2004 Ferienwohnungen vermietet. In dem Haus habe zuvor ein Messie gewohnt, der die 500 Quadratmeter Nutzfläche bis in den letzten Winkel vollgestellt habe, erzählte der Festival-Organisator. Der Ministerpräsident schaute sich in der Diele mit ihren mächtigen Eichenbalken um. An einer der Wände hingen bereits erste Bilder der Mündener Künstlerin Uschi Senff. Ihre fünf Porträts von Welfen-Herrschern bestaunte Weil bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Zuckerkuchen. Am Tanzwerder werden während des Festivals auch Gisela Hyllus und der polnische Künstler Jan-Jacek Sobecki ausstellen.

Ehrenamtliche Sanierung

An der Radbrunnenstraße 16 stand Weil vor dem dreigeschossigen Gebäude, das die Bürgergenossenschaft erworben hat. „Fünf angehende Zimmerer und Tischler aus Südfrankreich wollen von Montag an ehrenamtlich die Fassade sanieren“, berichtete Demandt. „Durch Eigenleistung können wir die Sanierungskosten erheblich verringern“, berichtete Architektin Sabine Momm.

Weil kehrte nach dem Rundgang im Café Aegidius ein, einer entwidmeten Kirche, die Demandt gekauft hat und heute verpachtet. „Mir geht bei so viel Engagement das Herz auf“, erklärte Weil, der von Landrat Bernhard Reuter (SPD) und dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn begleitet wurde.

Von Michael Caspar

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