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Hann Münden Verdi wirft Bürgermeister Desinteresse vor
Die Region Hann Münden Verdi wirft Bürgermeister Desinteresse vor
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19:22 28.09.2018
Mitarbeiter der Sparkasse Münden haben bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Träger der Mündener Sparkasse über mögliche Auswirkungen der aktuellen Fusionsverhandlungen debattiert. Quelle: r
Hann. Münden

Mitarbeiter der Sparkasse Münden haben am Mittwochabend mit Vertretern der Träger der Sparkasse über mögliche Auswirkungen der aktuellen Fusionsverhandlungen diskutiert, teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Ebenfalls teilgenommen hätten Stadtratsmitglied Markus Jerrentrup (CDU) und Holger Sparbier, Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks.

Zu der Veranstaltung sei auch Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener eingeladen worden. Dieser habe zunächst zugesagt – unter der Voraussetzung, dass Verdi die Presse auslade. Das habe die Gewerkschaft getan. Gleichwohl habe Wegener dann trotzdem kurzfristig per E-Mail abgesagt, mit dem Verweis auf seine Schweigepflicht. „Das zeugt von Desinteresse und wirkt auf uns respektlos“, sagt Moritz Braukmüller, Verdi-Gewerkschaftssekretär. „Es war Ziel der Veranstaltung, in einem offenen Dialog unsere Sorgen und Befürchtungen mitzuteilen und nicht Herrn Wegener vertrauliche Informationen zu entlocken.“

Stillschweigen vereinbart

Wegener widerspricht der Darstellung Verdis auf Nachfrage in einer schriftlichen Stellungnahme: „Natürlich habe ich die Ausladung der Presse weder erwartet noch verlangt“, schreibt er. Von der fünfköpfigen Mündener Verhandlungskommission, der auch er angehöre, habe eine Person aus der Personalvertretung teilgenommen. Die Bürgermeister der Städte hätten „Stillschweigen vereinbart, bis die Träger der Sparkasse (bei uns der Rat der Stadt Hann. Münden) informiert sind.“ Dies habe er Verdi mitgeteilt. Ob die Presse bei der Veranstaltung teilnimmt oder nicht, habe keine Rolle gespielt, „sondern die öffentliche Wirkung.“ In diesem Zusammenhang „wollte ich nicht für Irritationen bei meinen Bürgermeisterkollegen sorgen“, so Wegener.

Er habe sich immer „deutlich und auch erfolgreich“ für die Mitarbeiter der Sparkasse Hann. Münden eingesetzt, weshalb er die Unterstellung, seine „Nichtteilnahme an der Veranstaltung bezeuge ‚Desinteresse‘ entschieden“ zurückweise. Eine Empfehlung und Zustimmung seinerseits zu einer Fusion hänge von „einer akzeptablen Dienstvereinbarung, in der die Belange der Mündener Sparkassen Mitarbeiter/-innen (und auch der anderen Häuser) deutlich Berücksichtigung finden“, ab.

Nachteile für Stadt und Mitarbeiter befürchtet

Doch dass gerade dies nicht der Fall sein wird, befürchten die Verdi-Mitglieder: „In dem Eiltempo der angestrebten Fusion bleiben unsere Mitarbeiter und die gebotene Sorgfalt im wahrsten Sinne auf der Strecke“, sagt Braukmüller. Sie wollten nicht, dass die Mündener Sparkasse „vorschnell zu einer Filiale wird und ihre Identität verliert“, woraus sich Nachteile für die Stadt und die Beschäftigten ergäben. Denn durch eine mögliche Fusion mit den Sparkassen Osterode, Duderstadt und Bad Sachsa sei eine „Verlagerung der Stabs- und Marktfolgebereiche in Richtung Harz wahrscheinlich.“

Trotz der Absage des Bürgermeisters wertet Verdi die Podiumsdiskussion als Erfolg: Die „Botschaft ist unseres Erachtens angekommen.“ Die Gewerkschaft wünsche sich, auch mit anderen Fraktionen „zu sprechen, bevor Entscheidungen getroffen werden.“

Wie der Landkreis Göttingen heute mitgeteilt hat, sei in den Gesprächen über die künftige Struktur der Sparkassen im Landkreis „ein weiterer Meilenstein erreicht“. Eine Verhandlungskommission, die aus Delegationen der Sparkassenträger besteht, habe eine „tragfähige Fusionsvereinbarung für die Sparkassen Osterode am Harz, Duderstadt und Münden sowie die Stadtsparkasse Bad Sachsa erarbeitet“. Diese Fusionsvereinbarung sei den Verwaltungsräten der Sparkassen als Aufsichtsorgan vorgestellt worden. Als Träger liege die Entscheidung nun beim Kreistag des Landkreises Göttingen und den Räten der Städte Osterode, Bad Lauterberg, Duderstadt, Hann. Münden und Bad Sachsa. Ein Beschluss könne bis Ende Dezember gefasst werden.

Von Nora Garben

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