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Die Region Gast mit Geige in Duderstadt und Mingerode
Die Region Gast mit Geige in Duderstadt und Mingerode
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00:21 28.09.2018
Violinistin Julia Heusler will Schüler der St.-Elisabeth-Grundschule in Duderstadt für die Geige begeistern. Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Kinder für klassische Musik im Allgemeinen und das Geigenspiel im Speziellen begeistern will die gemeinnützige Gesellschaft Musikland Niedersachsen. In Kooperation mit dem Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb Hannover der Stiftung Niedersachsen läuft das Begleitprogramm „Zu Gast im Klassenzimmer“. 2003 fand dieses Programm im Rahmen des Wettbewerbs zum ersten Mal statt. Insgesamt 40 Schulen in Niedersachsen wurden für einen Besuch ausgewählt, berichtet Tanja Niederstraßer, Schulleiterin der St.-Elisabeth-Grundschule. In Südniedersachsen sei lediglich noch die Grundschule Mingerode ausgewählt worden.

40 Plätze in Niedersachsen

Die Schulen werden jeweils von einem Studierenden der Künstlerischen Ausbildung im Fach Violine und einem Lehramts- oder Musikvermittlungsstudierenden aufgesucht. Violinistin Julia Heusler und Moderatorin Nina Lajcsak leiteten am Dienstag eine Stunde in den vierten Klassen der St.-Elisabeth-Grundschule. „Wir haben uns gefreut, dass wir einen der 40 Plätze bekommen haben“, erzählt die Schulleiterin, die in Doppelfunktion auch als Musiklehrerin tätig ist.

Derzeit seien mehrere Zweierteams in Niedersachsen unterwegs, erzählte Heusler, die an der Musikhochschule Hannover studiert. „Wir haben zehn Termine in zwei Wochen.“ Das Duo kommt in diesen beiden Wochen weit in Niedersachsen herum. Am Tag nach dem Gastspiel in Duderstadt stand Dornum an der Nordsee auf dem Terminplan.

Violinistin Julia Heusler spielt im Klassenzimmer. Quelle: Rüdiger Franke

Gemeinsames Musizieren

Die Stunde begann mit einem gemeinsamen Musizieren mit der Violinistin. Dafür hatten die Schüler im Vorfeld das Stück „Was der Wind bringt“ von Johannes Söllner einstudiert. „Die intensiven Vorbereitungen haben sich gelohnt“, lobte die Schulleiterin ihre Schüler. Diese pfiffen, wisperten, klatschten und sangen, als hätten sie schon immer mit Julia Heusler musiziert.

Am Anfang könne es eher anstrengend sein, einen Zugang zu klassischer Musik zu finden, sagte Heusler. „Deshalb versuchen wir, den Kindern einen einfachen einstieg zu bieten.“ Die ausgewählten Stücke seien für Kinder sehr zugänglich, würden aber für jede Klasse individuell ausgewählt. „Wir haben Teilnehmer von der zweiten bis zur achten Klasse“, sagte die 20-Jährige. Da könne sie nicht in jeder Klasse das gleiche Programm abspulen. „Gestern waren wir zum Beispiel in einer Streicherklasse. Da hatten wir ganz andere Voraussetzungen.“ Es sei sehr interessant, wie unterschiedlich die besuchten Schulen und Klassen seien, sagte die Moderatorin.

Violinistin Julia Heusler Quelle: Rüdiger Franke

Unvoreingenommen

Lajczak erklärte, dass der Besuch in Grundschulklassen besonders schön sei. „Die Kinder sind noch unvoreingenommen.“ In den älteren Klassen gebe es manchmal schon eine Abwehrhaltung gegenüber der Musik. „Wir hoffen, immer ein paar Kinder zu erreichen“, ergänzte die Violinistin. Auch ihr gefalle es, vor den Kindern zu spielen.

Die Teilnahme sei als Erfolg zu werten, sagte Niederstraßer. Musik spiele in der Entwicklung von Kindern eine wichtige Rolle. Zum einen sei da der ästhetische Aspekt, zum anderen enthalte sie ganz viele Dinge, die auch für die anderen Fächer wichtig seien, Rhythmik im Fach Deutsch, Notenlesen in der Mathematik.

„Die Musik ermöglicht den Menschen auch eine persönliche Ausdrucksform“, erklärte die Schulleiterin. Und nicht zuletzt gebe es den Sozialaspekt beim gemeinsamen Musizieren: „Man muss aufeinander hören und sich selbst auch ein wenig zurücknehmen.“Das hatten die Kinder auch in der Vorbereitung gelernt. Hatten sie anfangs bei „Was der Wind bringt“ noch so laut geklatscht, dass die CD-Aufnahme des Geigenspiels nicht mehr zu hören war, nahmen sie sich in der gemeinsamen Stunde mit der Violinistin deutlich zurück und sorgten dadurch für ein harmonisches musikalisches Miteinander.

Von Rüdiger Franke

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