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Northeim Archäologen legen 7200 Jahre alte Siedlungsreste frei
Die Region Northeim Archäologen legen 7200 Jahre alte Siedlungsreste frei
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00:26 05.03.2018
Eine Grube im Profil: Im Zentrum Fragmente von Mahlsteinen. Quelle: r
Northeim

Die Archäologen der Göttinger Firma Streichardt & Wedekind Archäologie ordneten die Funde den ersten Ackerbau-Kulturen Mitteleuropas zu. Die Ergebnisse der Untersuchungen passten ins Gesamtbild, erklärte Projektleiter Frank Wedekind. Die Lösslandschaften der Region seien in der Steinzeit relativ dicht besiedelt gewesen, daher seien die Funde keine große Überraschung. Die genaue Analyse und Einordnung der Fundstücke erfolge noch, sagte Wedekind.

Eine Fundstelle bei Echte

An zwei anderen Stellen machten die Archäologen weitere Entdeckungen. Eine Fundstelle befindet sich bei Echte. Dort wurde keramisches Material gesichert, das aus der jüngeren Steinzeit stammt. Beim „Römerschlachtfeld am Harzhorn“ in der Nähe von Oldenrode fanden die Wissenschaftler einige Schuhnägel von Sandalen römischer Legionäre. Die Nägel konnten in das 3. Jahrhundert nach Christus zurückdatiert werden. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, denn die ungünstigen Wetterbedingungen und der gefrorene Boden behindern derzeit die archäologischen Untersuchungen.

Die Wissenschaftler suchen bei ihrer Arbeit die gelben Lössböden nach Verfärbungen ab. „Diese entstanden durch Eintiefungen, beispielsweise für Gruben, Pfosten oder Gräben, welche mit dunklerem Material der damaligen Oberflächen verfüllt oder zugeschwemmt wurden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Um die Funde sichtbar zu machen, werde der Boden bis auf den Löss abgetragen. Sowohl Form und Größe, als auch die Lage der sichtbaren Verfärbungen gäben Aufschluss über die Funde. Überreste von Gebäuden ließen sich beispielsweise durch ihre rechtwinkligen Grundrisse oder durch in Reihen angeordnete Spuren von Pfosten erkennen. Alle Entdeckungen der Archäologen werden fotografiert und dokumentiert. Anschließend ordnen die Wissenschaftler ihre Funde zeitlich ein.

Ziel der Ausgrabungen: dass keine archäologisch wertvollen Funde verloren gehen

Die Untersuchungen vor Beginn des sechsspurigen Ausbaus der A7 zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg wurden vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Kreisarchäologie Northeim angeordnet. Ziel der Ausgrabungen sei, dass während der Bauarbeiten keine archäologisch wertvollen Funde verloren gingen, erläutert der private Betreiber der Autobahnteilstrecke, Via Niedersachsen. Das Unternehmen betreibt die 60 Kilometer lange Projektstrecke der A7 zwischen Bockenem und Göttingen mit einer sogenannten „Öffentlich-Privaten Partnerschaft“. „Bis Ende 2020 werden 29,2 Kilometer der Projektstrecke, unter laufendem Betrieb ausgebaut und modernisiert“, teilt das Unternehmen mit.

Von Max Brasch

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