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Northeim BGH bestätigt lebenslange Freiheitsstrafe
Die Region Northeim BGH bestätigt lebenslange Freiheitsstrafe
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00:30 31.05.2018
Gedenken des Mordopfers: Angehörige der 23-jährigen Getöteten hatten am Tag der Urteilsverkündung ein Herz aus Windlichtern vor dem Landgericht Göttingen ausgelegt. Quelle: Heidi Niemann
Göttingen/Hardegsen

Die Schwurgerichtskammer hatte den 30-Jährigen des Mordes für schuldig befunden. Der Angeklagte habe seine Ex-Freundin im August 2016 in Hardegsen heimtückisch und mit „völlig überschießender Gewalt“ mit einem Klappmesser angegriffen und mit elf Messerstichen getötet. Er habe nicht hinnehmen wollen, dass sich die 23-Jährige wenige Tage zuvor von ihm getrennt hatte.

Zwei Stunden nach der Messerattacke festgenommen

Das Gericht war mit seinem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgegangen. Diese hatte die Tat nicht als Mord, sondern als Totschlag bewertet und eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, weil nicht erwiesen sei, dass der Angeklagte die Tat begangen habe. Der 30-Jährige, der rund zwei Stunden nach der Messerattacke festgenommen worden war, hatte die Tat bis zum Schluss bestritten. Das Gericht hielt seine Schuld jedoch aufgrund einer „dichten Indizienkette“ für erwiesen.

Mit Tötungsvorsatz gehandelt

Nach Ansicht der Kammer hat der 30-Jährige mit Tötungsvorsatz gehandelt und die Tat schon vorher geplant. Als die 23-Jährige abends von ihrem Praktikum nach Hause zurückkehrte und ihr Auto gegenüber von einem Spielplatz abstellte, sprang er aus einem Versteck hervor und stellte sich ihr in den Weg. Es kam zu einem Streitgespräch, das die 23-Jährige mit den Worten beendete: „Ich gehe jetzt“. Der Angeklagte öffnete daraufhin sein mitgeführtes Klappmesser und stach auf sie ein. Die 23-Jährige lief nach der Messerattacke noch rund 80 Meter die Straße entlang und brach dann vor einem Wohnhaus zusammen. Anwohner alarmierten den Rettungsdienst und leisteten Erste Hilfe. Die Schwerverletzte kam in ein Göttinger Krankenhaus, wo sie noch in der Nacht starb.

Messer und Schuhe entsorgt

Der Angeklagte hatte sich nach der Tat durch den Kurpark nach Hause begeben und dabei auch das Messer und seine Schuhe entsorgt. Wo diese Gegenstände geblieben sind, blieb ungeklärt. Nach Ansicht des Gerichts deutet sehr viel darauf hin, dass ein Freund des Angeklagten, der bei einem Müllentsorgungsbetrieb arbeitet, bei der Entsorgung behilflich war.

Drei Verteidiger aufgeboten

Zu Beginn des Prozesses hatte der Angeklagte drei Verteidiger aufgeboten. Einer der beiden zusätzlich engagierten Wahlverteidiger war ein auch im Privatfernsehen auftretender Anwalt aus Kassel. Die Nebenklage hatte daraufhin Auskunft darüber verlangt, wie der 30-Jährige diese Verteidigerriege finanziere, da er bislang in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen gelebt habe. Das Gericht lehnte den Antrag allerdings ab. Am Ende der Verhandlung plädierte einzig der Pflichtverteidiger, die anderen Anwälte waren zwischenzeitlich abgesprungen.

Geschwister als Nebenkläger

In dem Prozess waren die Eltern und die drei Geschwister der Getöteten als Nebenkläger aufgetreten. Das Gericht entschied, dass der Angeklagte 30 000 Euro an die Erbengemeinschaft und außerdem ein Schmerzensgeld an die Mutter zahlen muss.

Von Heidi Niemann

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