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Northeim DRK in der Region verliert immer mehr Mitglieder
Die Region Northeim DRK in der Region verliert immer mehr Mitglieder
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11:29 10.11.2018
Kreisverbandsversammlung beim Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Göttingen-Northeim Quelle: r
Göttingen

80 Ortsvereine, fünf Kreisbereitschaften, 1000 aktive Helfer und rund 10000 Fördermitglieder: „Auf den ersten Blick scheint die Welt bei uns noch in Ordnung zu sein“, erklärte van Loh am Freitag während der Kreisversammlung im Hotel Freizeit in in Göttingen. Der Kreisverband gehöre zu den starken in Niedersachsen. Aber der Eindruck täusche. Jedes Jahr nehme die Zahl der Fördermitglieder um rund fünf Prozent ab. Ortsvereine bekämen keinen Vorstand mehr zusammen und müssten fusionieren.

Van Loh: Bereitschaft für Ehrenamt nimmt ab

Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, nehme ab, bedauerte van Loh. Frauen seien heute oft berufstätig und hätten entsprechend weniger Zeit. Mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, gestalte sich zunehmend schwieriger, da sie auf ihre Smartphones starrten und die persönliche Ansprache etwa im Zug fast schon als „Beleidigung“ empfänden.

Rentenansprüche durch Ehrenamt

DRK-Geschäftsführer Detlef Büchner, der im Dezember nach 45 Berufsjahren in Ruhestand geht, appellierte an die Mitglieder, im Bekanntenkreis mehr über die Gründe des eigenen Engagements zu sprechen. Bei ihm, der mit 17 Jahren zum DRK gekommen sei, habe sich aus seinem Ehrenamt sogar ein Beruf entwickelt. Nach 30 Berufsjahren als Bankkaufmann sei er DRK-Geschäftsführer geworden. Einen Schub könne das Ehrenamt erhalten, wenn sich so Rentenansprüche erwerben ließen.

Flüchtlingsunterkunft auf der Siekhöhe

„Zutiefst betroffen“ von der „Stimmungsmache“ linker Gruppen nach der Abschiebung eines Flüchtlings durch die Polizei zeigte sich der DRK-Kreisverbandspräsident, Carsten Hufenbach, in seinem Tätigkeitsbericht. Beamte hätten den Asylbewerber Ende Mai in der vom DRK betriebenen Unterkunft auf der Göttinger Siekhöhe festgenommen und nach Norwegen zurückgeführt. Falsch sei die Behauptung, das DRK habe die Polizei gerufen, weil sich der Flüchtling gegen die Lebensbedingungen im Wohnheim engagiert habe. Hufenbach zeigte sich dankbar, dass sich die Stadt hinter das DRK gestellt habe. In der Unterkunft wohnten derzeit 74 Geflüchtete. Ende Juni 2019 werde sie geschlossen.

Kreisverbandsversammlung beim Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Göttingen-Northeim. Quelle: r

Mehrkosten beim Bau der Kindertagesstätte in Uslar

Hufenbach ging auf die 17 Kindertagesstätten ein, die der Kreisverband betreibt. In Uslar habe im Oktober eine dreigruppige Einrichtung den Betrieb aufgenommen. Beim Bau seien – trotz „vernünftiger Kalkulation“ – Mehrkosten in Höhe von 266000 Euro angefallen. Das DRK habe Uslar angeboten, davon 40000 Euro zu tragen. Den Rest solle die Stadt übernehmen.

Neuordnung des Rettungsdienstes im Landkreis Northeim

In Landkreis Northeim, so Hufenbach, würden im Zuge der Neuordnung des Rettungsdienstes zwei von sieben Rettungswachen geschlossen. Dort müssten Rettungswagen künftig innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein. Das DRK gebe seine Wache in Einbeck auf, übernehme in Uslar die alleinige Verantwortung und baue in Northeim neu.

Henry-Dunant-Medaille für Reibrandt und Holzapfel

Hufenbach zeichnete Axel Reibrandt und Wilfried Holzapfel mit der Henry-Dunant-Medaille aus. Rolf Parr und Rolf Siebert wurden Ehrenmitglieder.

Von Michael Caspar

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