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00:16 03.10.2017
Münzen aus vier Jahrhunderten. Quelle: Soeren Kracht
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Northeim

Das KSN-Münzkabinett enthält 103 Silbermünzen, die bis auf zwei Ausnahmen in der Stadt Northeim geprägt worden sind. Die älteste darunter wird auf etwa 1400 datiert, die jüngste wurde im Jahr 1676 geprägt. Die frühen Münzen sind selten erhaltene sogenannte Hohlpfennige aus dem 15. Jahrhundert. Ein besonderes Exemplar ist ein sehr gut geprägter und zudem nur extrem selten vorkommender Taler von 1671. Zu den 103 Münzen kommt noch ein sogenanntes Schrötlings-Maß: Mit der Metallscheibe wurden die Maße der Münzrohlinge normiert.

Dass es überhaupt eigene Northeimer Münzen gibt, liegt am Münzrecht der Stadt, das von 1334 bis 1676 galt, erläutert Museumsleiter und Stadtarchivar Stefan Teuber. Das Ende des städtischen Münzrechts kam, weil immer mehr Städte auf die Idee kamen, dem teuren Silber nach und nach mehr andere Metalle beizumischen, so dass der Nominalwert zwar blieb, dem aber nur ein immer weiter abnehmender Real- oder Materialwert gegenüberstand. Mit der Münzsammlung der Sparkasse lässt sich jetzt im Heimatmuseum die Northeimer Geldgeschichte auch optisch nachvollziehen. Das Buch „Northeimer Geld in Brauch und Geschichte“ von Günter Merl (1991) basiert zum größten Teil auf der Münzsammlung der Sparkasse.

Die Münzen selbst sind nur eine Dauerleihgabe der Kreissparkasse. Eine Schenkung ist hingegen die aufwendig gefertigte Vitrine: Sie wurde 1996 bei der KSN aufgestellt, als die Sparkasse entschloss, ihr Münzkabinett der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Vitrine stand im Tresorraum, bis das Sparkassengebäude vor kurzem umgebaut wurde.

Im Museum steht die Münzvitrine jetzt direkt an der Treppe, die hinunter in den Münzkeller mit dem Höckelheimer Münzfund führt. Dieses Münzenkonvolut umfasst mehr als 17000 historische Münzen, unter denen sich allerdings nur eine einzige Northeimer Prägung befindet.

Das jetzt übergebene Münzkabinett ist nicht die erste Münzsammlung des Northeimer Heimatmuseums. Bis kurz vor Kriegsende gab es im Museumsbestand 1037 Münzen jeglicher Art und Herkunft. Kurz vor der Eroberung Northeims durch die US-Truppen im April 1945 wurde die Sammlung in der 600-Meter-Sohle des Kalibergwerkes mit vielen anderen Kostbarkeiten aus dem Herrschaftsbereich des NS-Regimes in eine nur vermeintliche Sicherheit gebracht. Im Spätsommer des gleichen Jahres explodierte große Munitionsbestände 900 Meter unter Tage unter Tage. In den Wochen danach liefen die Bergwerksschächte voll Wasser. Nur wenige der eingelagerten Schätze konnten bis dahin geborgen werden.

Für die Northeimer Stadtgeschichte tragisch: Der damalige Museumsleiter hatte sich dafür eingesetzt, die Bestände des Heimatmuseums dezentral in verschiedene Guts- und Bauernhöfe zu verlagern, erläutert der heutige Museumsleiter Teuber. Die Idee dabei: Höchstwahrscheinlich wäre nur ein Teil verlorengegangen, niemals aber der gesamte Bestand. Doch übergeordnete Stellen verfügten die Auslagerung ins Volpriehäuser Bergwerk.

Von Matthias Heinzel

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