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Northeim „Einbecker Zehner“ kommt
Die Region Northeim „Einbecker Zehner“ kommt
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00:19 10.02.2018
In Bremen und Niedersachsen bereits etabliert: Die Regionalwährung Roland. Quelle: dpa
Einbeck

Mit dem „Einbecker Zehner“ soll die Kleinstadt in Südniedersachsen demnächst eine eigene Regionalwährung bekommen. Damit soll die Wirtschaft vor Ort gestärkt werden, wobei ähnliche Vorhaben in der Region in der Vergangenheit nicht funktioniert haben.

Noch ist der Zehner nur ein Entwurf, dessen Layout das federführende Einbecker Stadtmarketing nicht veröffentlicht sehen will: Eine Aufnahme des Einbecker Rathauses und eine Statue aus der Innenstadt sind auf dem Schein abgebildet. Dazu der Aufdruck „Einbecker 10er“ und eine Seriennummer, die Missbrauch ausschließen soll. „Noch nicht abgeschlossen“ nennt Janina Regenhardt, Sprecherin vom Stadtmarketing, den Entwurf des Geldscheins.

Wie ein Gutschein

Weiter ist die Stadt mit den Vorbereitungen: Ab März soll die Währung erhältlich sein, kündigte Bürgermeisterin Sabine Michalek an. Pünktlich zum Ostergeschäft könnten dann Einkäufe mit dem Zehner bezahlt werden, wobei ein Zehner zehn Euro wert sein soll. Erhältlich werde der Schein bei der örtlichen Volksbank, der Sparkasse und weiteren Einrichtungen sein, sagte Regenhardt.

Für die Kunden soll der Einkauf mit dem Zehner möglichst komfortabel ablaufen: Im Geschäft werde die Note dann wie ein Gutschein behandelt, kündigte Regenhardt an. Der Einkaufswert dürfe allerdings zehn Euro nicht unterschreiten, betont sie. Und seien beispielsweise elf Euro fällig, müsse der Kunde einen Euro in Bar bezahlen – der Zehner selbst wird nicht teilbar sein.

100 Geschäfte sind das Ziel

Damit das in möglichst vielen Geschäften funktioniert, sucht das Einbecker Stadtmarketing derzeit nach Partnern. 100 Geschäfte sollen für das Projekt gewonnen werden. Dabei ist es für Geschäftstreibende vergleichsweise unkompliziert, den Zehner wieder in echtes Geld zu verwandeln: Die örtlichen Sparkassen und die Volksbank wollen Regenhard zufolge den Zehner für Einzahlungen auf Konten akzeptieren.

Um Missbrauch vorzubeugen, setzt das Stadtmarketing auf mehrere Sicherheitsmaßnahmen: Der Zehner solle Wasserzeichen bekommen, um fälschungssicher zu sein, erklärte Regenhardt. Zudem hat jede Note eine eigene Seriennummer. Sei ein Zehner einmal für eine Einzahlung verwendet worden und beim Geldinstitut verrechnet, solle er von den beteiligten Sparkassen und Volksbanken vernichtet werden, so Regenhardt.

Inwiefern sich die neue Regionalwährung durchsetzen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Zwar zielt das Vorhaben Bürgermeisterin Michalek zufolge darauf ab, Kaufkraft in der Stadt zu halten. Mit einem ähnlichen Ziel war auch das Göttinger Regionalgeld Augusta vor einigen Jahren gestartet – durchsetzen konnte sich die Währung nicht.

Nach dem Beispiel von Wieselburg

Dass sich der „Einbecker Zehner“ zunächst erst einmal etablieren muss, erwartet auch Regenhardt. Sie ist allerdings optimistisch, dass das klappt. Einerseits habe sich Einbeck bei der Planung an der österreichischen Partnerstadt Wieselburg orientiert, wo es seit Jahren eine funktionierende Regionalwährung gebe.

Andererseits zielt Einbeck gar nicht darauf ab, mit dem Zehner dem Euro in absehbarer Zeit Konkurrenz zu machen. Stattdessen sollen die Zehner zunächst ähnlich wie Gutscheine verwendet werden, wie sie beispielsweise bei Firmenfeiern, Vereinsjubiläen, Ehrungen und Ähnlichem häufig verschenkt werden, sagte Regenhardt. Nur dass der Zehner garantieren soll, dass das Geld in der Region bleibt.

Von Christoph Höland mit dpa

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