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Northeim Stadt und Eigentümer einigen sich nach zehn Jahren
Die Region Northeim Stadt und Eigentümer einigen sich nach zehn Jahren
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00:32 13.04.2018
Mieter können in ihren Wohnungen bleiben. Vermieter erfüllt alle Brandschutzauflagen im Grafenhof-Komplex. Quelle: Foto: Kracht
Northeimer

Der Brandschutz in den Wohntürmen des Northeimer City-Centers ist gewährleistet. Das haben Stadtverwaltung und die Coriander Constructing & Consulting GmbH (CCC) als Eigentümer am Dienstag einmütig verkündet. Alle Auflagen eines neuen Brandschutzkonzepts sind bereits umgesetzt.

Eine neue Brandmeldeanlage wurde installiert. Auf den Fluren und im Wohnbereich sollen Sprinkler die Fluchtwege sicher machen. Außerdem wurden die Türen ausgetauscht. Man habe sicher einen sechsstelligen Betrag investiert, um die Türme in der Northeimer Innenstadt jetzt auch im Ernstfall sicher zu machen, erklärte Centermanager Martin Turza. Die genaue Summe wollte er nicht nennen, betonte aber, man dürfe Menschenleben ohnehin nicht in Geld aufwiegen.

„Guter Abschluss“

Northeims neuer Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) nannte es einen „guten Abschluss“ einer Geschichte, die er schon von seinen Amtsvorgängern übernommen hat. Tatsächlich forderte bereits im Jahr 2003 die zuständige Behörde bei Erteilung der Baugenehmigung die CCC auf, einen zweiten Fluchtweg einzurichten. Fünf Jahre später bestätigte eine groß angelegte Feuerwehrübung, dass ein Teil der Wohnungen des Komplexes tatsächlich im Ernstfall mit der Drehleiter nicht zu erreichen sein würden. Die Treppenhäuser reichten der Bauaufsicht als alleinige Fluchtwege nicht aus.

Die Suche nach möglichen Lösungen für die Wohntürme Grafenhof 3 und 4 beschäftigte die beteiligte Parteien in den Folgejahren immer wieder. Regelmäßig wurden Brandschutzmaßnahmen angekündigt aber nicht umgesetzt. Für außenliegende Stahltreppen beispielsweise lag 2013 bereits die Baugenehmigung vor – gebaut wurden sie nicht. Stattdessen kündigte die CCC zwei Jahre später an, die Treppenhäuser grundlegend zu sanieren. Außerdem hatte man ein Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben, das allerdings von der Stadt Northeimer das Prädikat „mangelhaft“ erhielt.

Frist von zwei Jahren für neues Konzept

In der Folge spitzte sich die Auseinandersetzung zu. Die Stadt räumte eine Frist von zwei Jahren ein, ein neues Gutachten vorzulegen. Das nur wenige Tage vor Ablauf der Frist eingereichte Konzept entsprach allerdings erneut nicht den Anforderungen der Brandschutzprüfer. Nach einer weiteren verstrichenen Frist untersagte die Stadt Northeim schließlich im September vergangenen Jahres 36 Mietern die Nutzung ihrer Wohnungen. Sie sollten sich innerhalb von 14 Tagen eine neue Bleibe suchen, weil ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei, so die Verwaltung damals.

Ein Mieter wandte sich an das Verwaltungsgericht, stellte einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung und leitete damit die Wende ein. Noch im Dezember einigten sich alle Parteien auf einen Vergleich, in dem die weiteren Maßnahmen definiert wurden. So konnten die Mieter in ihren Wohnungen bleiben und der Vermieter ließ in der Übergangszeit Brandschutzwachen patrouillieren. Außerdem legte er Mitte März ein weiteres Brandschutzkonzept vor, auf dessen Grundlage die Verwaltung jetzt eine Genehmigung erteilen konnte.

Gänzlich beendet ist das Thema Brandschutz im Northeimer City Center damit allerdings immer noch nicht. Auf Nachfrage teilte Stadtsprecher Marcos Prieto mit, dass auch in der Einkaufsmall noch einige Mängel zu beheben seien. „Primär war für uns die Sicherheit der Mieter.“ Eine akute Gefährdung für die Besucher der Mall werde nicht gesehen. Turza fand am Dienstag das passende vorläufige Schlusswort. „Ich danke allen Beteiligten für ihre Geduld.“

Von Markus Scharf

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