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Northeim Einblick ins Storchennest in Hevensen
Die Region Northeim Einblick ins Storchennest in Hevensen
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19:35 23.06.2018
Bernd-Jürgen Schulz beringt die Störche in Hevensen. Quelle: Julian Habermann
Hevensen

„Wir haben im März 2017 angefangen, das Storchennest aufzubauen“, erklärt der Ortsbürgermeister Henning Ropeter den Zuschauern, die sich am Anger in Hevensen versammelt haben. Ropeter steht auf einem Teleskoplader. Das Fahrzeug soll ihn und Schulz hoch zum Nest heben. Die Idee für die Brutstätte sei aus einer Bierlaune der alten Herren der Feuerwehr entstanden. „Wir haben sie dann verwirklicht und hier einen Masten einbetoniert“, sagt Ropeter. Die Nisthilfe ist auf einem ausgedienten Laternenmast angebracht, auf dem der Storch sein Nest hat. Von der B446 aus kann man es sehen. „Womit wir nicht gerechnet hatten, war, dass schon am 22.3. der erste Storch hier erblickt wurde“. Leider hätte er keine Partnerin gefunden und sei deswegen wieder weitergezogen. Im April dieses Jahres habe sich ein neues Paar niedergelassen und Nachwuchs gezeugt. Einer der vier jungen Störche fiel aus dem Nest. Er wurde in die Auffangstation für Wildvögel nach Duderstadt gebracht. Inzwischen gehe es dem jungen Vogel wieder gut, erklärt Ropeter.

„Ich gucke mir erstmal die Jungen an und schaue, ob sie gesund sind. Dann reinige ich die Schnäbel“, erläutert Schulz. Er arbeitet freiwillig für die Vogelwarte Helgoland und hat eine Prüfung abgelegt, um die Fangerlaubnis zu bekommen. Im Schnabel seien manchmal Ablagerungen, die ihn verformen könnten. Den Ring bringt er in luftiger Höhe mit einer Zange an das rechte Bein der Vögel. Die sind ganz ruhig, weil sie in der Schreckstarre verharren. Sie sind Alter von vier bis sieben Wochen, und ihr „Vater“ fliegt über dem Nest Kreise. „Die Störche sind am liebsten in der Nähe der Menschen“, erklärt Schulz. „Die Ringe sind sozusagen der Ausweis fürs Leben für den Storch“, sagt der „Storchenvater“ des Landkreises Northeim.

Die laserbeschichteten Kunststoffringe mit weißer Schrift haben einen Buchstaben-Ziffern-Code. Er kann mit einem Teleskop bis auf etwa 200 Meter Entfernung abgelesen werden. Für die Wissenschaftler sei es wichtig, nachzuvollziehen, wie sich der Bestand der Vögel entwickelt und wie die Zugrouten aussehen, erklärt Schulz. Die natürliche Vegetation habe sich durch die Landwirtschaft verändert. Monokulturen seien verbreitet, und manchmal fänden die Störche schlecht Nahrung. Nur in Notfallsituationen dürfe man sie füttern, so Schulz. Die Vögel fühlen sich an Feuchtwiesen, wie der Wiese an der Espol, sehr wohl. Im August ziehen die jungen Tiere in den Süden, die älteren folgen im September.

Von Julian Habermann

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