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Northeim Harter Test zu Hard-Rock-Klängen
Die Region Northeim Harter Test zu Hard-Rock-Klängen
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00:18 21.09.2016
Quelle: Harald Wenzel
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Hardegsen

Feuerwehrwettkämpfe gibt es weltweit einige. „Hart sind sie alle, aber jeder auf seine Weise“, sagt Thomas Ziaja, Berufsfeuerwehrmann aus Göttingen. 1999 fing er an, selbst Wettkämpfe zu besuchen, Daraus entstand die Idee, einen eigenen Wettkampf auszurichten, der „etwas anders ist“, sprich: länger. Während die Berlin Challenge für einen Teilnehmer etwa zwei bis drei Minuten dauert, sind es in Hardegsen rund sieben bis acht Minuten. Mitmachen darf nur, wer 18, sportgesund und selbst in einer Feuerwehr ist.

„Für mich ist das einer der härtesten Wettkämpfe, weil ich hier nicht immer volle Kraft gehen kann, sondern mir die Kräfte einteilen muss“, beschreibt Sören Warzok von der Freiwilligen Feuerwehr Hardegsen. Elf Wettkämpfe hat er dieses Jahr bereits gemacht, viele davon international, Slowenien, Polen, Abu Dhabi. Seine Trainingspartnerin Anja Riehn bereitet sich derweil auf ihren Lauf vor – als eine von nur sechs Frauen und dennoch ein „neuer Rekord“, denn in den vergangenen Jahren seien es nur drei bis vier gewesen, so Ziaja.

Riehn ist seit der ersten Challenge in Hardegsen dabei, mit den Männern mitzuhalten sei kein Problem, auf das Training komme es eben an. Das machen sie und Warzok in ihrer Feuerwehr – und natürlich durch die weltweiten Wettkämpfe. „Für mich steht dabei die körperliche Fitness im Vordergrund“, sagt Riehn. „Ich merke das dann letztlich auch im Einsatz positiv.“ Und noch ein schöner Nebeneffekt: „Egal wo man international hinkommt, man kennt sich.“ Das sei wie eine große Firefighter-Familie, ergänzt Warzok.

Bestes Beispiel sind Michael Joseph, Rob Budge und Nigel Etherington des Hertfordshire Fire and Rescue Service aus England, alle drei hauptberufliche Feuerwehrleute. Seit vier Jahren kommen sie schon nach Hardegsen, sagt Rob Budge. Auch sie sind viel auf Wettkämpfen unterwegs, dieses Jahr haben sie erstmals in Großbritannien eine landesweite Challenge organisiert.

Für Nigel Etherington war es allerdings das erste Mal in Hardegsen. Als erster kam er von den vier Wettkämpfern in seiner Runde aus dem Fitness-Teil, verlor aber einiges an Zeit beim Schlauchanschließen. „Der Wettkampf ist auch technisch sehr anspruchsvoll, weil wir andere Anschlüsse und Schläuche nutzen. Und wenn du dann erschöpft so eine Aufgabe machen sollst, ist das schwierig, weil die Feinmotorik nicht mehr so gut funktioniert.“ Zufrieden ist er mit seinem Ergebnis dennoch. „Ich habe mich nicht übergeben, das bedeutet, dass es gut lief.“

„Es kommt auch vor, dass mal jemand vorzeitig abbricht, aber inzwischen kommen die Leute nicht mehr blauäugig her“, sagt Ziaja. Etwa 60 Prozent der Starter seien aus der Region, der Rest kommt aus ganz Deutschland und letztlich aus aller Welt – Teilnehmer kamen auch schon aus Australien oder Hongkong. „Opa“, wie Ziaja er genannt wird, seit er 1993 als Feuerwehranwärter der angeblich deutschlandweit älteste war, kennt sie alle persönlich – durch die eigenen Wettkämpfe rund um den Globus.

Die Aufgaben des EurOPAS Challenge

Immer vier Teilnehmer treten gegeneinander an – das sei mit einem höheren Aufwand verbunden, aber weltweit einmalig, sagt Ausrichter Thomas Ziaja. Sie müssen in dieser Reihenfolge absolvieren: 500 Meter Rudern, 30 Steps mit zwei Zehn-Kilo-Kanistern, zehnmal ein 60-Kilo-Gewicht kreuzheben. Anschließend geht es in die Einsatzkleidung, eine Leiter hoch und Stange runterrutschen, einmal über die Bahn von etwa 20 Metern laufen, dort den Pressluftatmer auf den Rücken schnallen, ein Standrohr aufsetzen, Schlauch anschließen, ausrollen und zum anderen Bahnende ziehen. Dann geht es den Turm ganz hoch, auf dem ein 15-Kilo-Schlauch hochgezogen und verstaut werden muss. Wieder unten angekommen sind acht Kanister mit je 25 Kilo über zwölf Meter Strecke zu tragen. Zuletzt muss noch ein Holzdummy mit etwa 85 Kilo Gewicht über dieselbe Strecke geschleift werden. Auf den letzten Metern sind dann viele Kollegen motivierend mit im Einsatz, um noch Kräfte für die letzten Meter zu mobilisieren. Die Rekordzeit liege bei etwas unter sechs Minuten, so Ziaja.

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