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Northeim Flächennutzungsplan wird geändert
Die Region Northeim Flächennutzungsplan wird geändert
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10:32 11.04.2017
Von Kuno Mahnkopf
Chinesische Investoren wollen das ehemalige Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in ein Meditationszentrum umwandeln. Quelle: r
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Lindau

Dort, wo Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung bis zum Umzug nach Göttingen äußere Welten erforscht habe, sollen schon bald die inneren Welten ergründet werden. Die chinesische Firma Hubai Liuzu Culture Transmit verhandelt mit der Max-Planck-Gesellschaft über einen Kauf des Areals, der Verwaltungsausschuss der Gemeinde stellt mit der 27. Änderung des Flächennutzungsplanes Weichen für Lindau. Die Planänderung wird im Zuge des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens vom 19. April bis 18. Mai in der Gemeindeverwaltung ausgelegt. Bürger, Behörden und Verbände können Anregungen und Bedenken äußern.

Gebäude bleiben bestehen

1982 war die Fläche für wissenschaftliche Zwecke ausgewiesen worden, erinnert sich Bauamtsleiter Hans-Ulrich Wiese. Auch eine Kennzeichnung als Mischgebiet wäre denkbar gewesen. Die Gemeinde will aber auf Nummer sicher gehen. „Die Frage ist, wie man ein Meditations- und Schulungszentrum planungsrechtlich fasst“, sagt Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Die Änderung des Flächennutzungsplanes erfolge vorsorglich und in Absprache mit dem Landkreis Northeim im Vorgriff auf einen Bebauungsplan. Vorerst seien allerdings keine baulichen Veränderungen geplant.

Was zu einem Meditationszentrum an Bedenken geäußert werden kann, steht noch in den Sternen. Emissionen jedweder Art sind von meditierenden Buddhisten jedenfalls nicht zu erwarten – allenfalls nicht messbare der spirituellen Aura. Die chinesischen Initiatoren des Projektes haben sich Kunst, Kultur und Karitatives auf die Fahnen geschrieben, wollen in Lindau auch Kurse für Geschäftsleute anbieten und Meditationsleiter ausbilden, mit Hochschulen kooperieren und wissenschaftliche Konferenzen ausrichten. Äußerlich soll sich an den Gebäuden nichts ändern. Begleitet wird das Projekt vom China Business Center Hamburg. Die Entscheidung für den Standort Lindau wird auch mit der günstigen Lage begründet.

Buddha-Statuen vorgesehen

Bereits im Juni ist ein Zen-Kultur-Festival geplant. In einem der Gebäude sollen  Buddha-Statuen aufgebaut werden. Das hätten sich Ortsrat und Gemeinde sicher nicht träumen lassen, als vor zwei Jahren die von der Max-Planck-Straße abzweigende Stichstraße als Albert-Einstein-Straße gewidmet wurde, um mit dem Namen der Physiker-Ikone Investoren zu ködern.

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