Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Northeim Neue Gesellschaft für historische Attraktionen
Die Region Northeim Neue Gesellschaft für historische Attraktionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 28.05.2018
Die lokalen Akteure mit Klinkert-Kittel (3. v.l.), Meyer, (5. v.l.) und schwarze (6. v.l.) setzen große Hoffnung in die neue gemeinnützige Gesellschaft. Quelle: hein
Anzeige
Willershausen/Northeim

Alle drei werden derzeit fast ausschließlich ehrenamtlich getragen und betrieben. Doch das soll sich bald ändern: Die Northeimer Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) hat jetzt gemeinsam mit der Stadt Bad Gandersheim und der Gemeinde Kalefeld eine Trägeridee ausgearbeitet, die alle drei Stätten gleichermaßen weiterentwickeln soll: Gegründet werden soll eine gemeinnützige GmbH (GgmbH). „Die Identität aller Einrichtungen“, erklärte die Bad Gandersheimer Bürgermeisterin Franziska Schwarz (SPD) am Freitag bei der Vorstellung der Pläne in Willershausen, „soll auch unter dem gemeinsamen Dach der gGmbH dauerhaft erhalten bleiben.“ Hauptaufgaben der neuen Gesellschaft sollen die Bestandssicherung, die Weiterentwicklung einschließlich weiterer Forschungsarbeiten, das Einwerben von Fördermitteln und das Marketing der drei Stätten als geschichtsträchtige Region mit einer Zeitspanne von drei Millionen Jahren sein. Die Nähe zur Autobahn 7 könne sich beim Marketing als vorteilhaft erweisen, meinte Klinkert-Kittel.

Blick drei Millionen Jahre zurück

Die bekannteste der drei Stätten ist das Römerschlachtfeld am Harzhorn nördlich von Northeim. Im Portal zur Geschichte in und um Bad Gandersheim sind die Stiftskirche Bad Gandersheim sowie die Klosterkirche und das Sommerschloss Brunshausen zusammengefasst. Neben der beeindruckenden Architektur bieten diese Stätten vielfältige Ausstellungen. Und die Tongrube von Willershausen nördlich von Northeim bietet einen umfassenden Blick zurück in die Erdgeschichte und die Evolution des Lebens: Die Fossillagerstätte des europäischen Pliozäns enthält etwa drei Millionen Jahre alte Sedimente eines ehemaligen Gewässers auf dem Gebiet des heutigen Dorfes Willershausen. Gefunden wurden neben Blattresten und Insekten auch die Überreste von Fischen, Fröschen, Riesensalamandern und Mäusen, zum großen Teil außergewöhnlich gut erhalten.

Drei Stätten von derartigem Gewicht nur mit freiwilligen Helfern zu betreuen und bekanntzumachen sei sehr schwierig, meint der Kalefelder Bürgermeister Jens Meyer (SPD): „Die Ehrenamtlichkeit hat auch Grenzen.“

Die geplante gGmbH soll unter dem vorläufigen Namen „Living History Bad Gandersheim-Kalefeld“ gegründet werden, erklärte Landrätin Klinkert-Kittel. Gesellschafter werden zunächst der Landkreis Northeim, die Stadt Bad Gandersheim und die Gemeinde Kalefeld sein. Dabei sei ausdrücklich vorgesehen, dass die Gesellschaft zukünftig weiteren Personen oder Institutionen offensteht.

Anschubfinanzierung steht

Zwar gibt es die Gesellschaft noch nicht, die Anschubfinanzierung steht jedoch: Für die ersten Jahre haben die Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises und die Kreissparkasse Northeim als Hauptsponsor eine Anschubfinanzierung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro zugesagt. Die Summe, kalkuliert Klinkert-Kittel, könne „für die ersten drei bis fünf Jahre“ reichen. Mittelfristig ist jedoch das Anwerben von Sponsoren vorgesehen – die Gesellschaft soll sich über Fördermittel unabhängig von den Kommunen selbst tragen, so das Ziel.

Über den endgültigen Namen der Gesellschaft sollen weder Politik noch Verwaltung, sondern junge Leute bestimmen. Geplant ist ein Wettbewerb an den Schulen in Bad Gandersheim und Kalefeld.

Vorgesehen ist, dass die Räte aus Bad Gandersheim und Kalefeld sowie der Northeimer Kreistag im Juni abschließend über die Gründung der gGmbH beraten. Der Northeimer Kreistag kommt am Freitag, 8. Juni, zusammen.

Von Matthias Heinzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Einsatzleitung der Feuerwehr des Landkreises Northeim kann künftig bei ihren Einsätzen auf Unterstützung aus der Luft setzen. Nach längerer Testphase mehrerer Systeme gehört ab sofort ein sogenannter Wärmebild-Kopter zur Ausrüstung der Brandschützer.

25.05.2018
Northeim Suche mit 200 Einsatzkräften beendet - Vermisster aus Moringen ist wieder da

Ein seit Donnerstag als vermisst gemeldeter Mann aus Moringen ist wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. An der Suche waren bis zu 200 Kräfte beteiligt, teilte die Polizei mit.

25.05.2018

Babykaschmir oder Porzellan, Erbeerbowle oder biologische Gewürze: Die Hardenberg Klassika hält wieder einiges zum Flanieren, Probieren und Kaufen bereit.

27.05.2018
Anzeige