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Hardegsen Kultusminister überreicht Auszeichnung
Die Region Northeim Hardegsen Kultusminister überreicht Auszeichnung
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00:22 31.08.2018
Harald Rode, Dezernent für Jugend und Soziales beim Landkreis Northeim, Axel Unger, Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Sina Kern und Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (v.l.). Quelle: Garben
Hevensen

Sich spielerisch mit dem Thema biologische Vielfalt auseinanderzusetzen – dieses Ziel verfolgt der Internationale Schulbauernhof in Hevensen mit seinem Projekt „Ich sehe was, was du nicht siehst – komm mit, ich zeig‘ es dir!“ Dafür ist das Projekt am Dienstag vom niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.

Laut den Vereinten Nationen (UN), die die Jahre 2011 bis 2020 zur Dekade für die biologische Vielfalt erklärt haben, wird die Auszeichnung an „vorbildliche Projekte verliehen, die mit ihren Aktivitäten auf Chancen aufmerksam machen, die die Natur und die biologische Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bieten.“

Genau diese beiden Aspekte vereint „Ich sehe was, was du nicht siehst – komm mit, ich zeig‘ es dir!“, erklärt Biologin und Leiterin Sina Kern. Angelegt als dreistündiger Workshop geht eine Gruppe von bis zu zehn Kindern einmal in der Woche auf Exkursion durch verschiedene Lebensräume in der Natur des Espoldetals. Ob im Feld, der Wiese oder dem Bach – überall kann mit Kescher, Lupe oder Fernglas etwas entdeckt werden. In kleinen Sammelboxen werden Tiere wie Insekten vorübergehend mitgenommen und anschließend bestimmt. Die Kinder begeisterten sich dabei gegenseitig und entschieden als Gruppe, was spannend ist und untersucht werden soll. Diese Art der Interaktion, auch in den anderen Workshops, schule das soziale Miteinander enorm, sagt Förderschullehrerin Julia Reimelt: „Jedes Kind findet eine Aufgabe, die es gut kann und womit es dann auch Erfolg hat.“

Der Begriff biologische Vielfalt falle in dem Workshop oft gar nicht, sagt Kern. Vielmehr sollen die Kinder und Jugendlichen durch eigene Erfahrungen der Natur näher kommen, sehen was dort wächst und lebt und daraus Fragen entwickeln. Für den einen sei es toll, nur mal barfuß im Bach zu stehen, der andere habe sich getraut, eine Schnecke anzufassen – was die Teilnehmer letztlich aus dem Workshop mitnehmen, sei ihnen überlassen, sagt Kern. Sie sehe sich eher als Impulsgeber, versuche aber auch durch Fragen oder kleine Spiele komplexere Nahrungsnetze zu erklären oder auf gefährdete Arten aufmerksam zu machen.

Frei nach dem Motto von Konrad Lorenz verfolge das Projekt den Leitgedanken „Man schützt nur, was man liebt, man liebt nur, was man kennt“, erklärt Geschäftsführer Axel Unger.

Kultusminister Tonne würdigte das „überzeugende inhaltliche“ Konzept, betonte aber gleichermaßen, dass der Hintergrund für das Projekt ein bedrückender sei: Offensichtlich gebe es seit Jahren einen deutlichen Rückgang in der biologischen Vielfalt. Das müsse eigentlich Anlass genug sein, gegenzusteuern. Durch den pädagogische Ansatz des Projektes gelinge es dem Schulbauernhof die Bereiche Bildung und biologische Vielfalt zu verknüpfen.

Das Projekt „Ich sehe was, was du nicht siehst – komm mit, ich zeig‘ es dir!“ wurde 2016 entwickelt und ist als nachhaltiger Workshop fester Teil des pädagogischen Angebotes. Laut den Betreibern habe der Schulbauernhof so „bereits über 600 Teilnehmer für die biologische Vielfalt begeistern können.“

Zitat: „Jedes Kind findet eine Aufgabe, die es gut kann und womit es dann auch Erfolg hat.“

Zitatautor: Julia Reimelt, Förderschullehrerin, über die Workshops des Schulbauernhofes

Von Nora Garben

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