Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Northeim Tötungsdelikt beschäftigt nun Bundesgerichtshof
Die Region Northeim Tötungsdelikt beschäftigt nun Bundesgerichtshof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 29.10.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen/Hardegsen

Die Schwurgerichtskammer hatte den 30-jährigen Ex-Freund der Getöteten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Sie befand den Angeklagten für schuldig, die 23-Jährige im August vergangenen Jahres heimtückisch mit einem Klappmesser angegriffen und getötet zu haben. Er habe nicht hinnehmen wollen, dass die 23-Jährige sich von ihm getrennt hatte.

Das Gericht hatte zudem im so genannten Adhäsionsverfahren entschieden, dass der Angeklagte 30 000 Euro an die Erbengemeinschaft zahlen muss. Ferner stellte die Kammer fest, dass der 30-Jährige verpflichtet sei, der Mutter der Getöteten ein Schmerzensgeld zu zahlen. Das Adhäsionsverfahren (von lateinisch adhaesio, das „Anhaften“) eröffnet Opfern von Straftaten die Möglichkeit, zivilrechtliche Ansprüche, die einem Strafprozess „anhaften“, direkt im Strafprozess geltend zu machen. Sie müssen ihre Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld dann nicht in einem weiteren Verfahren vor einem Zivilgericht einklagen. Wird ein solcher Adhäsionsantrag gestellt, entscheidet das Gericht nicht nur über die Strafe für den Verurteilten, sondern auch über die Frage der zivilrechtlichen Ansprüche.

Gutachten müssen eingeholt werden

In dem Prozess waren sowohl die Eltern als auch die drei Geschwister der Getöteten als Nebenkläger aufgetreten. Das Gericht entschied über fünf Adhäsionsanträge. Nach Auffassung der Kammer steht neben der Erbengemeinschaft zusätzlich auch der Mutter der Getöteten noch ein eigener Schmerzensgeldanspruch zu. Wie hoch dieses Schmerzensgeld auszufallen hat, lasse sich derzeit noch nicht feststellen. Um das Ausmaß der psychischen Beeinträchtigungen und körperlichen Auswirkungen abschätzen zu können, müsse zunächst ein Sachverständigengutachten eingeholt werden.

Das Gericht war mit seinem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgegangen. Diese hatte die Tat nicht als Mord, sondern als Totschlag bewertet und eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, weil nicht erwiesen sei, dass der Angeklagte die Tat begangen habe. Der 30-Jährige, der rund zwei Stunden nach der Messerattacke festgenommen worden war, bestreitet die Tat. Das Gericht hielt seine Schuld jedoch aufgrund einer „dichten Indizienkette“ für erwiesen. Der Bundesgerichtshof muss nun darüber befinden, ob das Urteil Bestand hat.

Von Heidi Niemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie geht’s weiter mit dem Nachhilfeprojekt Eselsbrücke in Hardegsen? Die Stadtverwaltung hat während der Sitzung des Jugendausschusses über den Sachstand informiert. Auch ging es um den Kindergartenumbau in Hettensen und die geplante Prüfung der städtischen Spielplätze.

29.10.2017

Eine Übersicht über Ehrenmale und Denkmale im Stadtgebiet hatte sich Ende vergangenen Jahres der CDU-Ratsherr Tobias Kreitz von der Hardegser Stadtverwaltung gewünscht. Die Übersicht ist derzeit noch in Arbeit, teilte jetzt Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) in der Ausschusssitzung mit.

29.10.2017

Eine neue Weihnachtsbeleuchtung wüscht sich der Ortsrat Nörten-Hardenberg. Diese soll es aber erst im kommenden Jahr geben.

29.10.2017
Anzeige