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Northeim Kreisjugendring in Northeim vor dem Aus
Die Region Northeim Kreisjugendring in Northeim vor dem Aus
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00:19 11.10.2018
Der Wegfall des Kreisjugendrings könnte einige Konsequenzen für die Jugendarbeit im Landkreis Northeim haben. Quelle: Christina Hinzmann
Northeim

 Der Kreisjugendring Northeim scheint vor dem Aus zu stehen. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Jan Mönnich gebe es derzeit keinen handlungsfähigen Vorstand.

Dadurch sei die Zukunft des Kreisjugendrings Northeim gefährdet. Hauptproblem für den Kreisjugendring sei, dass die Bereitschaft sich im Vorstand zu engagieren vonseiten der Jugendverbände im Landkreis Northeim immer weiter zurückgegangen sei. Dies sei ein grundlegendes Problem der Vereinsarbeit.

„Viele engagieren sich kaum noch, andere, die seit Jahren Posten besetzen, bekommen eher unfreiwillig immer mehr dazu“, schreibt Mönnich. Doch eine aktive Mitarbeit sei für den Fortbestand des Kreisjugendrings unerlässlich. Der Arbeit des Kreisjugendrings komme laut Mönnich eine besondere Bedeutung zu. Der Kreisjugendring verstehe sich als Lobbyist, der unter anderem das Streichen von Geld für die Jugendorganisationen erfolgreich abwehren konnte. Außerdem verteilt er die Mittel des Landkreises an Jugendverbände, bietet Literatur und Medien sowie pädagogische Spiele an und richtet den Jugendpreis aus. Alle drei Funktionen würden wegfallen, wenn „der Kreisjugendring vor die Wand gefahren wird“, sagt Mönnich.

Jugendpreis 2018 entfällt

Auffällig sei auch, dass es für den Jugendpreis 2018 im Landkreis Northeim acht Vorschläge gebe. „Auch hier glänzen die Jugendringe und Jugendverbände durch Abwesenheit, was geeignete Vorschläge angeht. Das war früher anders - der Jugendpreis lebte von ihren Vorschlägen und Ideen“, schreibt Mönnich. Bezeichnend sei, dass 90 Prozent der Vorschläge aus Einbeck kämen. Was mit den für 2018 vorgeschlagenen Preisträgern passieren soll, werde gerade geprüft. Feststeht aber, dass es den Jugendpreis, wie er in den letzten Jahren ausgelobt wurde, dieses Jahr nicht geben werde.

Sollte der Kreisjugendring nicht weiter bestehen, werde beispielsweise die Richtlinie zur Förderung der Jugendarbeit und die Höhe der Mittel ohne Beteiligung der Jugendverbände und der Jugendringe festgelegt. „Eine solche Selbsterledigung der Interessenvertretung der Jugendverbände und Jugendringe wäre beispiellos. Zehn Jahre intensive, engagierte, schöne und erfolgreiche Arbeit wären zunichtegemacht“, schreibt Mönnich gemeinsam mit Wolfgang Kiausch.

Aus Sicht der Northeimer SPD-Kreistagsfraktion sei der Kreisjugendring als Dachorganisation der Jugendverbände unentbehrlich. Denn die Verantwortlichen des Kreisjugendrings würden die Interessen der Jugendverbände gegenüber dem Kreistag vertreten. In einem offenen Brief an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (parteilos), der von den Abgeordneten Christina Münder und Peter Traupe unterschrieben wurde, fordern sie daher, dass die Zukunft des Kreisjugendrings in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 18. Oktober. Dabei möchten die Abgeordneten auch Informationen darüber erhalten, wie die Jugendverbände bislang durch den Jugendhilfeträger und die Kreisjugendpflege unterstützt worden sind. Hierzu zählen nach Angaben der SPD-Kreistagsfraktion auch wir die Kreisjugendpflege die Planung, Organisation und Förderung der Jugendarbeit bislang gestaltet habe. Zudem wollen sie vonseiten des Landkreises wissen, welche Möglichkeiten es gebe, um die derzeitige Situation zu verändern. „In unseren Augen ist es in unserer aller Interesse, wenn diese Dachorganisation der Jugendverbände im Landkreis Northeim mit einer arbeitsfähigen Struktur erhalten bleibt“, heißt es in dem offenen Brief.

Landrätin sucht das Gespräch

Die Northeimer Landrätin Astrid Klinert-Kittel (parteilos) hat die Nachricht von einem möglichen Aus für den Kreisjugendring, wegen Personalmangel, überrascht. Sie habe davon auch nicht direkt erfahren.

Nach Angaben der Landrätin habe es vor wenigen Wochen noch positive Anzeichen gegeben, dass mehr Menschen für die Mitarbeit im Vorstand gewonnen werden könnten. „Unbestritten kommt dem Kreisjugendring eine wichtige Bedeutung in der Jugendarbeit zu, dessen Arbeit ich nicht missen möchte. Ich werde daher bereits in der kommenden Woche mit Vertretern des Kreisjugendringes zu einem Gespräch zusammenkommen“, erklärt Klinkert-Kittel. In dem Gespräch soll geklärt werden, ob der Landkreis Northeim den Kreisjugendring in seiner Arbeit stärker als bislang unterstützen könne. „Möglicherweise kann durch eine entsprechende Entlastung ein größerer Anreiz geschaffen werden, sich für die Vorstandsarbeit zu entscheiden“, sagte Klinkert-Kittel. Eine Information dazu werde sie in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 18. Oktober, geben. Dort soll es außerdem eine Beratung über die Zukunft des Kreisjugendrings geben.

Von Vera Wölk

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