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Northeim Nein zu häuslicher Gewalt an Frauen
Die Region Northeim Nein zu häuslicher Gewalt an Frauen
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06:00 07.11.2018
Unterstützen die Buswerbung (von links nach rechts): Dr. Josef Frasunek (Helios-Klinik Northeim), Dr. Peter Nordhoff (Woge e.V.), Sara Koch (Frauenhaus Göttingen), Niklas Fuchs (Polizeiinspektion Northeim/Osterode), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Carl-Michael Wieder (ZVSN), Silvia Katowiec (Fachbereich 23 Migration und Integration), Harald Rode (Dezernent Jugend & Soziales), Tina Heistermann (Gleichstellungsbeauftragte), Matthias Heise (Polizeiinspektion Northeim/Osterode), Heike Oppermann (Biss-Beratungsstelle) Quelle: r
Northeim

Mit einer neuen Buswerbung hat der Landkreis Northeim Stellung zur Gewalt gegen Frauen bezogen. Die Telefonnummern vom Frauenhaus Göttingen und von ProBeweis des Northeimer Krankenhauses prangen an den Busscheiben.

Das Thema Häusliche Gewalt gegen Frauen bleibe ein Tabuthema, so die Sprecher des Landkreises Northeim. Um für das Thema zu sensibilisieren, werde jetzt mit einem Bus als Träger eine wichtige Botschaft für die Hilfsangebote im Kreisgebiet vermittelt. So ist die Nummer der Hilfsstelle ProBeweis der Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim, 05551/ 971293, und die Nummer des Göttinger Frauenhauses, 0551/ 5211800, deutlich am Bus zu sehen.

Allein 2016 seien bundesweit 82 000 Frauen Opfer leichter und schwerer Körperverletzung geworden, nennen die Vertreter des Landkreises Zahlen. Die Kernbotschaft auf dem Linienbus solle deshalb lauten: „Gemeinsam finden wir Lösungen“. Bei der offiziellen Vorstellung sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (parteilos): „Opfer müssen sich verstanden fühlen, nicht ausgegrenzt. Aufgehoben und nicht allein. Sie müssen sich trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

Hilfetelefon 24 Stunden erreichbar

Hilfe gibt es unter anderem beim bundesweiten Hilfetelefon, das 24 Stunden in mehreren Sprachen erreichbar ist. Die Polizei ist der Kontakt in Notfällen. Helfen können aber auch das Frauenhaus Göttingen oder die Anlaufstelle ProBeweis der Helios-Klinik in Northeim. Dort wird eine professionelle Beweissicherung für die Betroffenen von Gewalt angeboten, und die Opfer entscheiden selbst, was mit den Beweisen passiert und ob es zu Anzeige kommt.

Niklas Fuchs, Einsatzleiter der Polizeiinspektion Northeim/Osterode, berichtete, dass im Zuständigkeitsgebiet der Polizei jährlich etwa 400 Fälle von häuslicher Gewalt registriert werden. Die Dunkelziffer dürfte, wie auch bundesweit, deutlich höher liegen.

Das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen hat im vergangenen Jahr zu der Mitmach-Aktion aufgerufen, in deren Rahmen auch die Botschaft für Linienbusse entwickelt wurde. Die Gleichstellungsstelle des Landkreises Northeim hat diese Anregung aufgegriffen und das Projekt federführend betreut.

Am Projekt beteiligt sind auch der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt im Landkreis Northeim, das Jobcenter Landkreis Northeim, der Kinderschutzbund, das Frauenhaus Göttingen, der Frauennotruf Göttingen sowie das Lukas-Werk, die Polizei, die Werk-statt-Schule, die Helios-Kliniken, Woge e.V:, die BBS Einbeck, der Weiße Ring, das Opferhilfebüro Göttingen, das Haus der Begegnung und viele weitere Akteure.

Von Claudia Nachtwey

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