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Northeim Macheten-Angriff: Frauen treibende Kraft?
Die Region Northeim Macheten-Angriff: Frauen treibende Kraft?
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00:21 28.10.2018
Schwere Verletzungen hat ein 57-Jähriger bei dem Angriff erlitten. Quelle: dpa
Göttingen / Markoldendorf

Waren Frauen die treibende Kraft bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Familien, die schließlich in eine blutige Gewaltattacke mündete? Dies legen zumindest erste Zeugenaussagen in einem Prozess nahe, der in dieser Woche vor dem Landgericht Göttingen begonnen hat. Ein 49-jähriger Mann aus Bad Gandersheim muss sich dort wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der Angeklagte soll Anfang Mai mit einem langen Messer auf einen 57-jährigen Familienvater vor dessen Wohnhaus in Markoldendorf (Kreis Northeim) eingeschlagen und eingestochen haben. Der 57-Jährige wurde dabei schwer verletzt und musste noch in der Nacht im Göttinger Uni-Klinikum operiert werden.

Einige Stunden vor der Gewaltattacke hatte es eine Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern beider Familien auf einem Parkplatz eines Supermarktes in Einbeck gegeben. Als eine Polizeistreife versuchte, die Kontrahenten auseinander zu bringen, erhielt eine Beamtin einen Schlag ins Gesicht. Erst als weitere Streifenwagen hinzukamen, gelang es der Polizei, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Beschimpft und angegriffen

Sowohl bei der Auseinandersetzung auf dem Parkplatz als auch bei der späteren Gewaltattacke vor dem Wohnhaus des als Nebenkläger auftretenden 57-Jährigen in Markoldendorf soll auch einer seiner Söhne anwesend gewesen sein. Eine seiner Schwestern habe ihn damals angerufen und um Hilfe gebeten, sagte er am Donnerstag bei seiner Zeugenvernehmung. Diese habe ihm berichtet, dass sie beim Einkaufen in Einbeck auf mehrere Töchter und die Ehefrau des Angeklagten getroffen und von ihnen beschimpft und angegriffen worden sei. Er sei daraufhin gemeinsam mit einem Bruder dorthin gefahren. Als sie ankamen, sei eine Frau mit erhobenen Fäusten auf sie zugekommen. Mehrere Töchter sowie die Mutter der anderen Familie hätten sie angegriffen und auf sie eingeschlagen, sagte er. Nachdem die Polizei die Kontrahenten getrennt hatte, seien sein Bruder und seine beiden Schwestern zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus gekommen.

Nach Angaben des Zeugen hatte es bereits seit rund drei Jahren immer wieder Feindseligkeiten von Seiten der Familie des Angeklagten gegeben. Grund war nach seiner Darstellung offenbar verschmähte Liebe. Eine der Töchter des Angeklagten hätte ein Auge auf seinen Bruder geworfen. Dieser habe jedoch seit längerem eine andere Freundin und kein Interesse an einer Beziehung mit ihr gehabt. Die Tochter des Angeklagten habe dies jedoch nicht akzeptieren wollen und „keine Ruhe gegeben“. Immer wieder habe sie seinen Bruder und dessen Freundin beleidigt und provoziert. Auch andere Angehörige ihrer Familie seien regelmäßig „ausgeflippt“, wenn sie jemanden aus seiner Familie gesehen hätten.

Blutige Attacke in Markoldendorf

Bei der blutigen Attacke in Markoldendorf soll ebenfalls eine Tochter des Angeklagten dabei gewesen sein. Der 49-Jährige soll rund zweieinhalb Stunden nach dem Vorfall in Einbeck am Wohnhaus des 57-Jährigen geklingelt haben –spät abends. Sie hätten den Mann nicht gekannt, berichtete der Sohn des Nebenklägers. Der Mann habe seinen Vater laut beschimpft und gedroht, ihn umzubringen, weil dieser seine Frau geschlagen habe. Während des Gesprächs sei dann die Tochter des Mannes aufgetaucht. Sie habe herumgeschrien und ihm etwas zugerufen. Später sei sie kurz um die Ecke gegangen und habe sich danach neben den Mann gestellt. Plötzlich habe dieser zwei Messer in den Händen gehabt und sei damit auf seinen Vater losgegangen. Eines der Messer habe wie eine Machete ausgesehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich auch gegen die Tochter des Angeklagten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Angaben eines Sprechers ist dieses zwischenzeitig eingestellt worden. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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