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Northeim Mann aus Uslar hat Drogen an Minderjährige verkauft
Die Region Northeim Mann aus Uslar hat Drogen an Minderjährige verkauft
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18:49 24.10.2018
Cannabis-Pflanzen, aus denen auch Marihuana hergestellt wird. Quelle: dpa
Göttingen/Uslar

Weil er Drogen an Minderjährige verkauft haben soll, soll ein 49-jähriger Mann aus Uslar eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten erhalten. Das hat am Mittwoch die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Göttingen gefordert. Der Angeklagte habe sich der unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige sowie des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln schuldig gemacht. Die Strafe könne zur Bewährung ausgesetzt werden. Als Auflage solle der Angeklagte unter anderem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem 49-Jährigen rund 50 Taten vorgeworfen. Ein Tatvorwurf lautete, dass er einen damals elf Jahre alten Jungen überredet habe, für ihn Marihuana und andere Drogen zu verkaufen. Weil der Junge vor Gericht jedoch eine ganz andere Version lieferte als bei seinen früheren Vernehmungen, ließ sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in diesen Fällen kein Tatnachweis führen, sodass es in 26 Fällen einen Freispruch geben müsse.

Zeugin: „Klar weiß ich das,

mein Vater kifft doch auch“

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn noch alle Vorwürfe abgestritten und nur eingeräumt, die Kräuterdroge „Spice“ weitergegeben zu haben. Zum Ende des Verfahrens hatte er dann aber eingestanden, wiederholt Marihuana verkauft zu haben. Er habe gewusst, dass die Abnehmer minderjährig gewesen seien, sagte der Staatsanwalt. Seine Abnehmer seien allesamt nicht „betäubungsmittel-unerfahren“ gewesen und hätten den Unterschied zwischen Marihuana und Spice gekannt. Eine Zeugin habe gesagt: „Klar weiß ich das, mein Vater kifft doch auch.“

Spätes Geständnis und weitere

Angaben zum Drogenumfeld in Uslar

Die Staatsanwaltschaft hielt dem Angeklagten sein spätes Geständnis ebenso zugute wie seine Bereitschaft zur Aufklärung. Der 49-Jährige habe gegenüber der Polizei weitgehende Angaben zum „Betäubungsmittelumfeld“ in Uslar gemacht. Insgesamt handele es sich um einen minder schweren Fall. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Das Gericht will sein Urteil Anfang November verkünden. nie

Von Heidi Niemann

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