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Northeim „Ganz schön was auf die Beine gestellt“
Die Region Northeim „Ganz schön was auf die Beine gestellt“
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00:16 12.09.2017
Mittelalterfest Angerstein Quelle: Arne Bänsch
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Nörten Hardenberg

Ein Bratwurstverkäufer in Mönchskutte? Beim Mittelalterfest am Sonnabend in Nörten Hardenberg Angerstein ganz normal. Viele der Besucher sind altertümlich verkleidet, auch die Hauptorganisatoren, die Vorsitzende des Kirchbauvereins Angerstein, Sabine Kurre, und Pastor René Lammer.

Dieser erzählt: „Bei einer Mitgliederversammlung haben wir gedacht, warum nicht mal ein Fest machen? Und zu 500 Jahren Reformation, die ja die Neuzeit eingeläutet hat, passte ein Mittelalterfest.“ „Daraufhin haben wir Vereine und Privatleute dazu aufgerufen, mitzumachen und Stände zu gestalten“, so Kurre.

An einem Stand stehen Holzschüsseln gefüllt mit getrockneten Blüten und Kräutern, Glasfläschchen und -dosen mit Hustensaft, Cremes und Honig.

„Alles selbst gemacht“, sagen die Verkäuferinnen stolz. Die vier Frauen haben zusammen an einem Heilkräuterseminar teilgenommen und daraufhin begonnen, in der Region Kräuter zu sammeln und diese in Wachs und Öl anzusetzen. Salben aus Beinwell, Pappelknospen, Ringelblumen, Schafgarbe und Spitzwegerich sind daraus entstanden. Auch eine Tinktur aus Bärlauch haben sie im Angebot, die soll für ein ausgezeichnetes Gedächtnis sorgen.

Viele der Besucher des Mittelalterfestes Angerstein sind altertümlich verkleidet.

Extra aus dem Eichsfeld angereist ist Petra Fabian mit ihrem Spinnrad und Säcken voll Rohwolle. Die 58-jährige hat das Spinnrad vor einem Jahr von ihrer Patentante geerbt. „Das war der Anreiz für mich, dieses alte Handwerk zu erlernen. Jetzt möchte ich meine Begeisterung für das Spinnen an andere weitergeben und eine Spinngruppe aufmachen, damit das Handwerk nicht ausstirbt.“ Interessiert seien die Leute, besonders Kinder ließen sich für das Spinnen begeistern: „Da geht viel über Märchen“, erklärt Fabian. „Wenn man den Kindern zeigt, wo sich Dornröschen gestochen haben könnte, finden die das toll.“ Fabian möchte bald damit anfangen, die gesponnene Wolle auch zu färben und dann zu verkaufen. Das Spinnen sei ihr inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen, sie tue es oft abends beim Fernsehen, um runterzukommen.

Auch eine Wahrsagerin gibt es. „Der nächste kann reinkommen“, ruft sie aus ihrem Zelt. Dagmar Hoogstraat, 55, hat ihr gerade einen Besuch abgestattet. „Also ein Körnchen Wahrheit ist schon dran“, sagt sie schmunzelnd. „Aber eigentlich machen wir das nur aus Spaß, die Wahrsagerin ist ja eine Bekannte aus dem Dorf“, fügt ihre Freundin Meta Gabler, 59, hinzu. Gelungen finden sie das Fest beide: „Da hat das Dorf ganz schön was auf die Beine gestellt!“

Von Gwendolyn Barthe

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