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Northeim Weniger Straftaten in und um Northeim
Die Region Northeim Weniger Straftaten in und um Northeim
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00:25 03.03.2018
192 statt 307: Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Bereich Northeim/Osterode ist 2017 gegenüber 2016 um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Quelle: dpa
Northeim/Osterode

Diese Entwicklung sei sehr erfreulich, erklärte Inspektionsleiter Hans Walter Rusteberg bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz am Mittwoch. Es handele sich um eine der niedrigsten Fallzahlen der vergangenen Jahrzehnte. Den größten Rückgang habe es bei Diebstahlsdelikten gegeben. Von 3722 erfassten Fällen im Jahr 2016 sei die Zahl im Jahr 2017 auf 2952 zurückgegangen – ein Rückgang um ein Fünftel.

Als weiteren großen erfolg bezeichnete Rusteberg den Rückgang bei der Zahl der Wohnungseinbrüche, die im Jahr 2016 mit 307 außerordentlich hoch gewesen sei und auch Unruhe in der Bevölkerung ausgelöst habe. 2017 hingegen habe die Polizei nur 192 Fälle registriert – ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Laut Rusteberg ebenso erfreulich: Die Aufklärungsquote in diesem Bereich habe sich im gleichen Zeitraum von 19,2 auf 28,6 Prozent steigern lassen. Das Problem seien weniger die Täter in der Region: „Diese Leute kriegen wir irgendwann“, meinte Einsatzleiter Michael Freiberger. Der reisenden Täter werde man nur deutlich schwerer habhaft. Allerdings habe die Northeimer Polizei auch in diesem Bereich ihren präventiven Kontrolldruck deutlich erhöht. Freiberger und Rusteberg gehen davon aus, dass sich dies in der einschlägigen Szene herumspricht und damit potenzielle Täter abschreckt. Außerdem sei die Bevölkerung aufmerksamer geworden.

Ein weniger klares Bild ergab sich bei der Entwicklung der sogenannten Rohheitsdelikte – Körperverletzung, Raub und Freiheitsdelikte. Die Gesamtzahl sei von 1822 im Jahr 2016 auf 1774 zurückgegangen, erklärte Einsatzleiter Michael Freiberger. Weniger erfreulich sei, dass die darin enthaltene Fallahl der gefährlichen oder schweren Körperverletzungen von 262 auf 295 gestiegen sei. In etwa 20 Prozent aller Rohheitsdelikte sei Alkohol im Spiel gewesen.

Auf in etwa gleichem Niveau blieb die Zahl der Drogendelikte: 745 im Jahr 2016, 754 im Jahr 2017. Hier arbeite man unter anderem eng mit den Schulen im Zuständigkeitsbereich der Northeimer Polizei zusammen.

Bei ihrer Jahresbilanz 2017 nannte die Northeimer Polizei einige außergewöhnliche Fälle – darunter das serienweise Ausplündern von Baucontainern auf Großbaustellen oder Bauhöfen in der erweiterten Region. Man sei den Tätern bereits auf der Spur gewesen, als die Gruppe in Wolfsburg in flagranti gestellt worden sei. Die Täter, eine Gruppe von Serben, hatten ihr umfangreiches Diebesgut in einer Halle in Teistungen zwischengelagert, um es dann nach Serbien zu transportieren und es dort zu Geld zu machen. Insgesamt 47 Einzeltaten mit einem Gesamtschaden in Höhe von 450000 Euro habe man der Gruppe nachweisen können, erklärte Einsatzleiter Freiberger. Obwohl die Gruppe hochorganisiert vorgegangen sei und für einzelne Taten entsprechende Spezialkräfte aus Serbien angereist waren, habe sich das Landgericht Göttingen nicht dazu durchringen können, die Täter wegen bandenmäßigen Diebstahls zu verurteilen. Mit dreieinhalb Jahren Haft erhielt ein 45-Jähriger, der zuletzt in Duderstadt gewohnt hatte, die höchste Freiheitsstrafe – wie die anderen nur wegen sondern als Diebstahl, verbunden mit Sachbeschädigung.

Ebenfalls Schlagzeilen machte ein Überfall im Juni 2017 auf eine 84-jährige Frau aus Osterode. Der 24-jährige Täter hatte die Frau massiv körperlich misshandelt, um das vermeintliche Bargeld-Versteck im Wohnhaus der 84-Jährigen zu erfahren. Er flüchtete schließlich mit fünf Euro Bargeld als Beute, konnte aber von der Polizei schnell als Täter ermittelt werden. Sein Opfer trug unter anderem schwere Kopfverletzungen davon.

Hinter der Tat stand ein 27-Jähriger, der eine Gruppe junger Leute regelmäßig mit Drogen versorgte und dafür die Beute aus Einbrüchen verlangte. Wenn die Ermittlungen gegen ihn abgeschlossen sind, steht er mit großer Wahrscheinlichkeit demnächst ebenfalls vor Gericht.

Von Matthias Heinzel

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