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Northeim Projekt zur Landschaftspflege in der Rhumeaue
Die Region Northeim Projekt zur Landschaftspflege in der Rhumeaue
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00:21 30.11.2018
Teilnehmer am Runden Tisch zur "Grünen Flächenbewirtschaftung in der Rhumeaue" während einer Exkursion in die Rhumeaue Quelle: Rüdiger Franke
Gieboldehausen

Das Projekt „Grüne Flächenbewirtschaftung in der Rhumeaue“ ist in einer aufeinander abgestimmten Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft gemündet. „Es kann und konnte nur im Zusammenspiel funktionieren“, sagte zum Beispiel Hubert Kellner als Vorsitzender des Landvolks Göttingen und einem der Partner des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Es ist ein zartes Pflänzchen entstanden, das aber noch lange kein Baum ist“, betonte er die Notwendigkeit, das Projekt fortzusetzen.

Start im Januar 2017

Seit Januar 2017 werde das Projekt „Grüne Flächenbewirtschaftung in der Rhumeaue" im Auftrag des NLWKN bearbeitet, berichtete Bärbel Diebel-Geries vom Reinhäuser Büro Geries Ingenieure, das mit der Moderation vor Ort beauftragt war. Finanziert werde das Projekt mit rund 150 000 Euro anhand der Förderrichtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), erklärte NLWKN-Projektleiter Justin Kirchhoff.

Extensive Bewirtschaftung in der Rhumeaue Quelle: R

Rund 1080 Hektar

2017 sei mit Partnern aus der Landwirtschaft, den örtlichen Landvolkverbänden und mit Unterstützung der unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Göttingen und Northeim ein Runder Tisch gebildet worden, so Geries. Das Projektgebiet in den Landkreisen Göttingen und Northeim umfasse mit seinen rund 1080 Hektar das Naturschutzgebiet Rhumeaue / Ellerniederung / Gillersheimer Bachtal und sei Teil des FFH-Gebietes „Sieber, Oder, Rhume". Das Land Niedersachsen trage als größter Flächeneigentümer mit rund 43 Projekt der Flächen eine besondere Verantwortung für die Entwicklung des Naturschutzgebietes als Teil des Natura-2000-Netzes von Schutzgebieten in Europa.

Zwei Seiten – ein Ziel

Landwirt Markus Gerhary aus Gieboldehausen erklärte, dass Landwirtschaft Teil des Naturschutzes sei und von daher beide Seiten dasselbe Ziel verfolgten. Das wichtigste Stichwort sei die Kulturlandschaft, die durch die Landwirtschaft entstanden sei, ergänzte der Rüdershäuser Naturschutzbeauftrage Franz-Josef Lange. Dabei seien die Natur und der Artenschutz etwas verloren gegangen. Das müsse wieder in Einklang gebracht werden.

Extensive Bewirtschaftung in der Rhumeaue Quelle: R

Der Wachtelkönig kam zurück

Ralf Schwarz, Ortsbürgermeister von Wachenhausen, erzählte, dass der Runde Tisch viel geholfen habe. Dazu sei zum Beispiel auch ein Ornithologe eingeladen worden, der über den Wachtelkönig informierte. Gerade der seltene Vogel hatte Sorgen bereitet, denn der Naturschutz befürchtete, dass die Kühe die Eier zertreten, und die Landwirtschaft, dass die Kühe zu einem späteren Zeitpunkt das Gras nicht mehr fressen. Die Unklarheiten seien beseitigt, berichtete Diebel-Geries. Und auch die Vögel seien in diesem Jahr wiedergekommen. „Der Wachtelkönig hat sich mit dem Projekt arrangiert“, sagt sie.

Komplexe Aufgabe

Landrat Bernhard Reuter (SPD) sprach von einer komplexen Aufgabe, landwirtschaftliche Nutzung und naturschutzfachliche Entwicklung in einem Landkreisgrenzen überschreitenden Naturschutzgebiet in Einklang zu bringen. Viele Faktoren seien dabei zu beachten: Hochwasserschutz, Artenschutz, Fragen von Besitzverhältnissen und Flächenneuordnung, der Weidetierhaltung und der Flächenbewirtschaftung, Vertragsrecht, EU-Recht, Fördermechanismen und vieles mehr. Handfeste Interessen müssten mit abstrakten Bedürfnissen und Vorschriften in Einklang gebracht werden. Das sei in dem sensiblen Gebiet der Rhumeaue gelungen.

Zwei Sieger

Kirchhoff verwies darauf, dass dieser neue Weg gezeigt habe, dass in der Rhumeaue erfolgreich die Belange des Naturschutzes und der Landwirtschaft verbunden werden können. Kellner brachte den Effekt des Projektes und des daraus resultierenden Runden Tisches für die Zusammenarbeit auf den Punkt: „Wenn wir allein am Tisch verhandelt hätten, hätte es nur einen Sieger gegeben und nicht zwei.“ Und das gemeinsame Gespräch soll fortgesetzt werden. Kirchhoff erklärte, dass es schon weitere Projektskizzen gebe, für die Anträge eingereicht werden sollen. Das Ziel sei, die Weidetierhaltung in der Aue auszuweiten.

Von Rüdiger Franke

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